Die Jungen gefielen am Gäuerlerabend in Schwyz mit ihrer Vielseitigkeit. Bild Josef Grüter
Die Jungen gefielen am Gäuerlerabend in Schwyz mit ihrer Vielseitigkeit. Bild Josef Grüter

Volkskultur

Folklore: Die Jungen sind auf dem Vormarsch

Der Gäuerlerabend vom vergangenen Samstag im MythenForum in Schwyz beweist es: Tradition und Folklore sind im Trend.

Um die 600 Personen wollten ihn nicht verpassen, den alle zwei Jahre stattfindenden Gäuerlerabend der Trachtengruppe «Tallüt vo Schwyz». Mit Pirmin Bürgi ist nicht nur ein junger, begeisterter Volksmusikant; nein, er versteht es auch ausgezeichnet, mit Schalk und Witz einen Abend lang das Publikum zu unterhalten. Verschiedene Gäuerlerpaare aus der Region, ein Paar sogar aus dem Toggenburg, gaben ihre Tanzkünste zum Besten. Gäuerlen wird landläufig als Balztanz beschrieben. Der Mann muss sich bei seinem Tanz entfalten und Sprünge in allen möglichen akrobatischen Figuren machen. Es handelt sich um einen eigentlichen Werbetanz. Er will und muss ihr imponieren. Dieses Werben um die Angebetete zog sich durch den ganzen Abend. Umrahmt wurden die Tänze unter anderem durch brillante Jodel-Darbietungen von Mutter und Tochter Rita und Nicole Ehrler.

Jugend voran

Hedi Tschümperlin-Schatt, OKP und Präsidentin der «Tallüt vo Schwyz», freute sich, dass vor allem die Jugend mit verschiedenen Darbietungen zu glänzen wusste. Die Kindertanzgruppe der «Tallüt von Schwyz» zeigte liebevoll einstudierte Vorführungen. Deren musikalische Begleitung besorgte eine ebenfalls junge, noch namenlose Ländlerkapelle. Die Geschwister Betschart, drei Schwyzer Mädchen im Schulalter, wussten mit ihren Chlefeli-Künsten zu gefallen. Selbst Butter wurde an diesem Abend von Hand produziert. Der RotenflueÄlpler Othmar Schelbert «trüllte» nahezu zwei Stunden an einer nigelnagelneuen «Anken-Liere», bis aus frischer Milch Butter wurde. Sinn und Zweck dieses Nebenschauplatzes war ein Schätzwettbewerb, an welchem herauszufinden war, um wie viele Meter sich die «Anken-Liere» drehte, bis aus dem Rohstoff Milch Butter entstand. Während des Abends und bis zur frühen Morgenstunde unterhielt die bestbekannte Illgauerkapelle «Chuchirascht » ein äusserst aufgestelltes Publikum, welches die Darbietungen jeweils mit kräftigem Applaus verdankte.

Bote der Urschweiz (Josef Grüter)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

23.02.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/1ycnFW