Gestern Vernissage für die Grossgrinden-Chronik: Präsident Josef Schibig kann das Büchlein vorstellen. Bilder Josias Clavadetscher
Gestern Vernissage für die Grossgrinden-Chronik: Präsident Josef Schibig kann das Büchlein vorstellen. Bilder Josias Clavadetscher
Dieses Quartett hat das Werk geschaffen: (von links) Präsident Josef Schibig, Lektorin Lisbeth Rauchenstein, Grafiker Matthias Ulrich und Autor Hans Steinegger
Dieses Quartett hat das Werk geschaffen: (von links) Präsident Josef Schibig, Lektorin Lisbeth Rauchenstein, Grafiker Matthias Ulrich und Autor Hans Steinegger

Volkskultur

Grossartiges Grossgrindenbuch

Die Tradition der Grossgrinden ist 80 Jahre alt. Und ist kürzlich mit einer Vereinsgründung fest etabliert worden. Dazu ist gestern ein kleines Buch herausgegeben worden.

Das 136 Seiten starke Büchlein im handlichen Format nennt sich bescheiden «Chronik 1936–2016». Es ist aber viel mehr. Es ist ein herrliches und interessantes Dokument über die Geschichte, all die Zusammenhänge, die Herkunft und die Entwicklung, den heutigen Stand und die Verwandten der Schwyzer Grossgrinden. Möglich geworden ist dieses Büchlein nur dank Zufällen und sehr viel Engagement. Autor Hans Steinegger ist selber im Hinter- und Unterdorf aufgewachsen, wo die Grossgrinden 1936 ihre Geburtsstätte gehabt haben. Zudem konnte er als erfahrener Volkskundler dieses Brauchtum bestens einordnen, sowohl in die Schwyzer Fasnacht wie in das ganze Umfeld der europäischen Grossgrindentradition. Weiter hat er – offenbar in einer Art Vorahnung – 1997 die Gebrüder Josef und Xaver Letter noch interviewen können, zwei der damaligenGründungsmitglieder. Denn sonst wäre es sehr schwierig geworden:

Anfangs kein Verein

Die Grossgrinden waren mehr als ein Dreivierteljahrhundert lang gar kein Verein. Es fehlten also Akten, Protokolle, Dokumente. Einzig die Lokalzeitungen konnten etwas Quellenmaterial bieten. Und ebenfalls zentral für diese Dokumentation war die unermüdliche Arbeit von Josef Schibig, dem heutigen Präsidenten der neu gegründeten Grossgrinde-Zunft Schwyz. Denn letzten Herbst ist aus der bis dahin locker organisierten Tradition ein Verein geworden. In diesem Buch wird die Vorgeschichte der Tradition geschildert, all die Zwischenjahremit dem Auf und Ab und dann die Wiederbelebung und Neugründung. Weiter sind alle vorhandenen 52 alten und neuen Grossgrinden erfasst und dokumentiert worden – darunter die Fecker Wyss, Metzger Felder oder Pfarrer Franz. 13 der Grinden werden übrigens in der Maskengarderobe der Schwyzer Nüssler betreut und können dort gemietet weden. Auch zeigt Steinegger die Verbindung zu den Thüringer Masken auf, oder zu den Verwandten in Gersau, Lachen oder Seelisberg. Das Büchlein ist eine Pflicht für jeden Fasnachts- und Maskenfreund.

Bote der Urschweiz (Josias Clavadetscher)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

16.01.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/yY159M