Die besten Schwyzer Chlepfer, von links: René Bürgler, Armin Bürgler, beide Illgau, und Marco Fässler, Arth. Bild Erhard Gick
Die besten Schwyzer Chlepfer, von links: René Bürgler, Armin Bürgler, beide Illgau, und Marco Fässler, Arth. Bild Erhard Gick

Volkskultur

Illgauer ist Schwyzer Meister

Ein Illgauer kletterte gestern auf das Siegerpodest der 48. Schwyzermeisterschaft im Chrüzlistreich. René Bürgler chlepfte in Perfektion.

Der neue Schwyzer Meister kommt nach Ibach, Muotathal nun dieses Jahr aus Illgau. Mit guten 33,5 Punkten siegte René Bürgler in einem hart umkämpften Wettstreit. «Er hat perfekt gezogen. Aber es war schwer für die Jury. Die Spitzenchlepfer waren alle hervorragend unterwegs», sagte gestern OK-Präsident Stefan Bürgler. Den 48. Schwyzermeisterschaften im Chrüzlistreich waren zudem tolles Wetter und eine gewaltige Zuschauerkulisse auf sicher. Weit über 1000 Schwyzer und Schwyzerinnen verfolgten die Wettkämpfe auf der Bühne vor dem Rathaus. Die Teilnehmerzahl lag bei insgesamt 112 Chlepfern aus Innerschwyz, Einsiedeln, Ybrig und Küssnacht. 62 Aktive, 23 Junioren und 23 Schüler beteiligten sich an diesem Wettstreit. Auch langjährige Teilnehmer gab es zu feiern, unter anderem den Muotathaler Beat Schelbert (zum 40. Mal dabei).

Langjährige Teilnehmer

Die Schwyzermeisterschaft der Chrüzlistreicher ist ein kulturelles Feuerwerk der Gegensätze. So erwiesen auch dieses Jahr wieder mehrere Chlepfer dem traditionellen Anlass ihre langjährige Treue. Beat Schelbert aus Muotathal durfte für seine 40. Teilnahme von OK-Präsident Stefan Bürgler ein Präsent entgegennehmen. Franz Betschart aus Lauerz hatte bereits zum 46. Mal seine Geissel auf der Bühne zum Wettkampf angesetzt. «Wir haben aber nicht nur langjährige, treue Chlepfer. In all den Jahren hat die Qualität des Chlepfens enorm dazugewonnen», sagt OKP Stefan Bürgler. Noch vor Jahren hätte ein Chlepfer, der den Chrüzlistreich auf drei Seiten gezogen hat, den Wettstreit klar gewonnen. «Heute muss man ihn auf vier Seiten perfekt ziehen», sagt Jury-Mitglied Hermann Betschart. Und die Besten lägen enorm eng beisammen. «Für uns ist es sehr schwierig, die Vorträge zu beurteilen, so gut ist die Qualität», sagt Hermann Betschart, der ebenfalls in der Jury sitzt. «Das ist gut, der hat sehr gut gezogen. Das wird eng», sagt Hermann Betschart schon bei den besten Junioren.

Ein würdiger Sieger

René Bürgler aus Illgau darf sich seit gestern für mindestens ein Jahr Schwyzer Meister im Chrüzlistreich nennen. Er gewann den Wettbewerb hauchdünn vor Fredy Auf der Maur aus Ibach. Ein winziges Viertelpünktchen trennte Auf der Maur vom würdigen Sieger aus Illgau. Ebenfalls wieder ganz vorne anzutreffen war der Küssnachter Xaver Baggenstos auf Rang vier, und der dreifache Sieger Fredy Ulrich musste sich dieses Jahr mit Rang fünf begnügen. Dies zeigt aber, dass die Champions auch dieses Jahr wirklich unter sich waren. Während Sieger Bürgler 33,5 Punkte erreichte, totalisierte beispielsweise Ulrich immerhin noch deren 32,25. Auch beim Nachwuchs war es sehr eng. Da waren es nur die kleinen Feinheiten, die den Sieger ausmachten. Die beiden Erstrangierten heissen beide Bürgler, kommen aus der Chlepfer-Hochburg Illgau. Der Sieger heisst Armin, der Zweite André. Bei den Schülern gewann der Arther Marco Fässler.

Mit viel Humor moderiert

Lange Jahre dabei ist auch Speaker Josef Gwerder. «Zuerst habe ich etwa zwanzig Jahre lang selber am Chrüzlistreich gezogen, danach amtete ich jetzt wohl gute 28 Jahre als Speaker», sagt der versierte Speaker. Seine Witze und seine spitze Zunge kommen beim Publikum und bei den Chlepfern immer wieder gut an. Auf dem Schwyzer Hauptplatz harrten gestern gut über 1000 Besucherinnen und Besucher aus, um die Vorträge zu verfolgen. Auffallend war, dass vor allem auch bei den jüngsten und bei den Junioren die Beteiligung sehr hoch war und sie mehr Aktive stellten als in anderen Jahren. Die Teilnehmerzahl von 112 Chlepfern war höchst erfreulich.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/UkPED3