Der Individualität sind keine Grenzen gesetzt. Diese Steiner Chlefeli wurden von ihrer Besitzerin kunstvoll bemalt. Bilder Andreas Seeholzer
Der Individualität sind keine Grenzen gesetzt. Diese Steiner Chlefeli wurden von ihrer Besitzerin kunstvoll bemalt. Bilder Andreas Seeholzer
Fränk Sorrentino motiviert die Schüler der Steiner Klasse 4a, am Priis-Chlefele teilzunehmen.
Fränk Sorrentino motiviert die Schüler der Steiner Klasse 4a, am Priis-Chlefele teilzunehmen.

Volkskultur

Jetzt klapperts auf den Strassen

Ob Zauberton oder Siechengeklapper – jetzt wird wieder g’chlefelet. In vier Gemeinden werden gar die besten Chlefeler gekürt.

Fränk Sorrentino hat eine Schachtel unter dem Arm. Gefüllt mit Chlefeli von Holzbildhauer Martin Schibig. Sorrentino gehört zum MaidayClub und missioniert in Sachen Chlefelen: «Wir wollen, dass die Kinder chlefelen», sagt er. Gestern besuchte er mit Martin Schibig, Roman Schibig und Edwin Gwerder in Steinen die Primarschule. «All jene, die am PriisChlefele mitmachen, bekommen einen Preis», sagt er den Schülern der Klasse 4b von Rahel Holdener und fügt unter vier Augen an, dass es ja nicht darum gehe zu gewinnen – Mitmachen sei alles. Als der Verein sich vor zehn Jahren entschied, das Chlefelen zu fördern, habe man auf den Strassen von Steinen den alten Brauch kaum mehr gehört. Mit dem Engagement des Vereins hat sich dies nun geändert: Seit zehn Jahren führt der Verein in Steinen ein PriisChlefele durch.

Chlefelen fördern

Mit seinem Engagement steht der Verein Maiday ebenfalls in einer Tradition. Bereits 1964 wurde das erste PriisChlefele in Schwyz vonMax Felchlin ins Leben gerufen. In der Folge förderte und erhielt der Tambourenverein die Tradition. Im Verlauf der Zeit wurden es aber immer weniger Kinder, die teilnahmen. Um wieder mehr Kinder zu begeistern und motivieren, wurde 2001 der Verein «s‘Chlefele läbt» gegründet. Immer eine Woche vor Karfreitag wird von den Vereinsleuten das PriisChlefele organisiert. 200 bis 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene chlefelen dann im MythenForum um die Wette. In Steinen sind es jeweils um die hundert Kinder, die sich im Wettkampf messen.

Ein alter Brauch

Chlefeli sind als Fasteninstrumente in ihrer heutigen Form spätestens seit 1850 in Schwyz und Umgebung bekannt. Möglich, dass nach der Pestzeit von 1611 nach demVorbild der vorhandenen Siechenklappern eine neue einfache Art der Klapper entwickelt wurde, die heutigen Chlefeli. Die Chlefeli könnten aber auch auf Castagnetten beruhen, die als Souveniers aus dem Süden gekommen waren. Anfänglich ist nur am Karfreitag «gerafelt» worden. Der Brauch hat sich über die Jahre auf die Karwoche und schliesslich auf die ganze Fastenzeit ausgeweitet.

PRIIS-CHLEFELE

Muotathal
12. März
Aula Stumpenmatt

Schwyz
18. März
MythenForum

Steinen
19. März
Mehrzweckhalle

Arth
21. März
Aula Zwygarten

Bote der Urschweiz (Andreas Seeholzer)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

12.02.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/LPcGyN