Die Grossgrinde posierten am Schmutzigen Donnerstag 2014 auf der Treppe der Pfarrkirche Schwyz. Die Rott besteht aus alten und neuen Masken, teils mit bekannten Gesichtern. Archivbild Franz Steinegger
Die Grossgrinde posierten am Schmutzigen Donnerstag 2014 auf der Treppe der Pfarrkirche Schwyz. Die Rott besteht aus alten und neuen Masken, teils mit bekannten Gesichtern. Archivbild Franz Steinegger

Volkskultur

Mit Jubiläum wird die Zukunft gesichert

Die Grossgrinde-Zunft wird 80 Jahre alt. Zum Jubiläum gibt sich die lose Fasnachtsvereinigung Statuten, und es wird eine Chronik erscheinen.

Vor 80 Jahren wurde im Restaurant Krone in Schwyz während einer Jassrunde die Grossgrinde-Zunft gegründet mit dem Ziel, ab 1936 am Güdelmontag im Hinterdorf eine Kinderbescherung durchzuführen. Doch nach drei Jahren setzte der Zweite Weltkrieg diesem Vorhaben ein vorzeitiges Ende. Danach waren an der Dorffasnacht nur noch einzelne Figuren oder spontan gebildete Gruppen mit Grossgrind-Masken zu sehen. Man konnte sie bis in die 1960er- Jahre aus Katalogen, in Spielwarengeschäften oder bei Papeterien beziehen.

Chronik zum 80.

Am Schmutzigen Donnerstag 1999 trat erstmals wieder eine Grossgrinde- Rott in Erscheinung, organisiert vom Spinnclub. Die Rott blieb eine lose Vereinigung ohne Statuten. Zum 80-Jahr-Jubiläum folgen zwei wichtige Streiche: Im Januar 2016 soll eine Chronik erscheinen, welche die interessante Geschichte der Zunft in Wort und Bild festhält. «Noch können ältere Jahrgänge über die persönlichen Erinnerungen und Episoden befragt werden», begründet Josef Schibig, treibender Motor hinter den Grossgrinden, das Vorhaben. Sie wissen mit dem Lokalhistoriker und Brauchtumsforscher Hans Steinegger einen versierten Fachmann in ihren Reihen, der den Text unentgeltlich verfassen wird. Zudem stehen seit Jahren gesammelte Dokumente zur Verfügung.

Vereinsgründung «in aller Stille»

Für das Buchprojekt, insbesondere für die Druckkosten, ist man nun auf Geldsuche, weshalb sich die lose Gesellschaft nun Statuten gegeben hat. «Eine kleine Trägerschaft in Form eines Vereins mit einfachen Strukturen kann die Zukunft der Grossgrinde-Zunft am besten sichern», ergänzt Schibig. Der Verein wurde am 2. Oktober – wie damals vor 80 Jahren die Vereinigung – in aller Stille im Restaurant Krone von 14 Anwesenden gegründet.

Wertvolles Geschenk

Damit kann auch ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, die noch aus der Gründerzeit und bis in die 1960er- Jahre stammenden Masken zu erhalten. Einen ersten Schritt taten die «Chlosterchilbilüt »: Die Veranstalter der Chlosterchilbi schenkten dem neuen Verein ein Dutzend Masken, welche der Maskengarderobe Schwyz übergeben wurden, wo sie fürs Fasnachtslaufen gemietet werden können. «Die meisten Masken allerdings befinden sich in Privatbesitz», sagt Josef Schibig, der einstimmig zum ersten Präsidenten gewählt wurde. Matthias Ulrich ist Aktuar und für den grafischen Auftritt der Chronik zuständig, Roland Steinegger Kassier, Leo Theiler und Hans Reichmuth beliebten als Rechnungsrevisoren. Man werde, so versichert Präsident Josef Schibig, 2016 auch wieder auf dem Hauptplatz auftauchen, denn 2015 weigerten sich die Grossgrinde dazu. Sie protestierten dagegen, dass die Fasnachtsvereine für die Benützung des Platzes 500 Franken bezahlen müssen. «Wir sind zwar immer noch der Meinung, dass diese Finanzierung von der Gemeinde übernommen werden müsste, haben aber mit unserer Weigerung wenigstens auf das Problem aufmerksam gemacht.» Weiter wolle man nicht dagegen «grindele»

Grinde gesucht

Der neu gegründeteVerein «Grossgrinde-Zunft Schwyz»ist in der Vorbereitung der reichbebilderten Chronik für jeden Hinweisaus der Bevölkerung dankbar.Insbesondere Fotos aus den Gründerjahren1936 bis 1938 und bis in
die 1960er-Jahre nimmt PräsidentJosef Schibig (josef.schibig@grossgrinde.ch) gerne entgegen. Er ruftdazu auf, bei Wohnungsräumungenoder in Estrichen dahinschlummerndeGrossgrinde-Exemplarenicht wegzuwerfen. «Solche Stücke
nehmen wir mit Handkuss entgegen», sagt Schibig.

Bote der Urschweiz (Franz Steinegger)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.10.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/sq6UwR