Hat noch einige Projekte im Köcher: Patrick von Reding, Präsident der Stiftung Ital-Reding-Haus. Bild Ruggero Vercellone
Hat noch einige Projekte im Köcher: Patrick von Reding, Präsident der Stiftung Ital-Reding-Haus. Bild Ruggero Vercellone

Volkskultur

Nach den Zeitzeugen zum Ursprung

Die Stiftung Ital-Reding-Haus hat begonnen, die Geschichte der historischen Liegenschaft und ihrer Bewohner aufzuarbeiten. Nach dem ersten Teilprojekt über Zeitzeugen beginnt nun Markus Bamert mit der Aufarbeitung des 17. Jahrhunderts.

Das erste Teilprojekt in der Aufarbeitung der Geschichte des Ital- Reding-Hauses über Zeitzeugen stiess laut dem Programmchef der 400-Jahr- Jubiläumsfeierlichkeiten, Ivan Marty, auf ein sehr positives Feedback. Die Zeitzeugenausstellung im neu umgebauten Stall finde Anklang. Überrascht zeigte sich Marty allerdings, dass 50 Prozent der Ausstellungsbesucher aus dem Ausland stammen. Ein kleiner Teil komme aus der deutschsprachigen Schweiz, während der Anteil der Ausstellungsbesucher aus der Gemeinde Schwyz «verschwindend klein» sei.

17. Jahrhundert wird aufgearbeitet

Nun werde das zweite Teilprojekt im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte des Herrenhauses angepackt, sagte Stiftungsratspräsident Patrick von Reding. Der bisherige Schwyzer Denkmalpfleger Markus Bamert habe die Aufgabe übernommen, die Geschichte des Ital-Reding-Hauses und dessen Bewohner im 17. Jahrhundert zu erforschen. Bamert könne bei dieser Arbeit von seinen Vorkenntnissen als Denkmalpfleger profitieren, was für die Stiftung ein Glücksfall sei, erwähnte von Reding. «Das ermöglicht uns auch die Aufarbeitung in einem sehr vernünftigen Budget.» Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen im Jahr 2014 präsentiert werden und dann ähnlich wie das Zeitzeugenprojekt in eine Ausstellung münden.

Garten neu gestalten

Die Realisierung dieser Projekte kostet nämlich einiges. Laut Finanzchef Patrick Sutter werden dafür jeweils 150 000 bis 160 000 Franken benötigt. Die nicht gerade im Geld schwimmende Stiftung könne das aber aus den laufenden Einnahmen finanzieren, ohne sich verschulden zu müssen. Hinzu belasten die Stiftungskasse jährliche Unterhaltskosten zwischen 40 000 und 60 000 Franken. Nichtsdestotrotz will die Stiftung ihr Ziel, dieWahrnehmung der ganzen Ital-Reding-Hofstatt (Herrenhaus, Garten, Wiese, Haus Bethlehem, Scheune und Anbau der Kantonsbibliothek) zu verbessern, weiterverfolgen. Als drittes Projekt im Rahmen der 400-Jahr-Feierlichkeiten werden anerkannte Fachspezialisten ein Grundlagenpapier erstellen, wie der Garten als Ganzes genutzt und in Zukunft gestaltet werden soll. Am 26. Oktober soll das Projekt öffentlich vorgestellt werden – eventuell mit einem symbolischen Spatenstich. Die Umsetzung dieses Projektes für die Gartenanlage wird den Stiftungsrat über die Museumskonzeption bis 2019 beschäftigen. Als grossen Erfolg wurde die zweite Jubiläumsveranstaltung, der Kindernachmittag vom vergangenen Wochenende, gewertet.

Das eigenwillige Schwyzer Volk

An der gestrigen Stiftungsversammlung im Gartensaal des Ital-Reding-Hauses hielt Anselm Zurfluh ein rund zehnminütiges Referat. Der Direktor des «Musée des Suisses dans le Monde» in Genf, also des Auslandschweizermuseums, der in den Achtzigerjahren in der Stiftsschule Einsiedeln als Lehrer wirkte, sprach über die Wahrnehmung der Schwyzer durch die Schweizer. So kenne man die Schwyzer in Genf zwar überhaupt nicht. Dennoch hätten die Schwyzer das Renommee des «eigenwilligen, kurligen Völkleins». Diese Wahrnehmung ist laut Zurfluh historisch durchaus zu erklären. Schwyz habe sich schon in den Urzeiten als eigenständiger Staat gefühlt. Durch die begrenzten Möglichkeiten der Expansion habe sich Schwyz auf die Bewahrung der inneren Sicherheit konzentriert. Der Schwyzer habe erkannt, dass er gewisse Rechte habe, und diese setze er mit Konsequenz und aller Sturheit auch durch. Dieses Merkmal werde heute noch so wahrgenommen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

01.09.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/L5HFUh