Das Schwyzer Priis-Chlepfä um den Schwyzermeister vor prächtiger Kulisse war einmal mehr gut besucht, im Bild Arno Schürmann. Bilder Erhard Gick
Das Schwyzer Priis-Chlepfä um den Schwyzermeister vor prächtiger Kulisse war einmal mehr gut besucht, im Bild Arno Schürmann. Bilder Erhard Gick
Die Sieger des Jubiläums-Priis-Chlepfä von links: Marco Fässler, Arth (Schüler), Fredy Ulrich, Schwyz (Senioren), und Silvan Betschart, Muotathal (Junioren).
Die Sieger des Jubiläums-Priis-Chlepfä von links: Marco Fässler, Arth (Schüler), Fredy Ulrich, Schwyz (Senioren), und Silvan Betschart, Muotathal (Junioren).
Ein grosser Teil der 120 aktiven Schwyzer Greifler stellte sich den Fotografen zum Erinnerungsbild. 100 Jahre jung und frisch präsentierte sich der Verein gestern vor der Kirche. Bilder Erhard Gick
Ein grosser Teil der 120 aktiven Schwyzer Greifler stellte sich den Fotografen zum Erinnerungsbild. 100 Jahre jung und frisch präsentierte sich der Verein gestern vor der Kirche. Bilder Erhard Gick

Volkskultur

Traumtag für die grossen Jubiläen: Greifler und Chlepfer feierten

Eine grosse Festgemeinde wohnte den beiden Geburtstagen 100 Jahre Schwyzer Greifler und 50 Jahre Priis-Chlepfä bei. Die Temperaturen waren eisig, die Stimmung sonnig warm.

Hochspanung bei den Schwyzer Chlepfern gestern auf dem Hauptplatz. Es galt, nur eine Frage zu beantworten: Wer kann den starken Schwyzer Chlepfer Fredy Ulrich auf die Ränge verweisen? Die Antwort fiel gestern klar aus: keiner. Der alte ist der neue Schwyzermeister im Chrüzlistreich. «Der chlepft wie eine Maschine», war da zu vernehmen, aber nicht etwa abwertend, sondern eben so präzise wie eine.

Vorjahresleistung überbieten

«Der Erwartungsdruck ist schon hoch», relativierte Fredy Ulrich seine bravouröse Leistung.«Die Leistung des Vorjahres zu überbieten, wird von mir geradezu erwartet, aber es ist mir optimal gelaufen», sagte der 32-jährige Schwyzer. Eisig kalt war es gestern auf dem Schwyzer Hauptplatz. «Ein guter Anlass», lobte der Seriensieger Fredy Ulrich, der die Schwyzermeisterschaft schon das fünfte Mal für sich entschieden hat. «Aber die Kälte hat mir auch etwas zu schaffen gemacht. Den ganzen Tag auf den Einsatz warten, das ist nicht optimal für die Glieder. Aber beim Chlepfen habe ich dann warm bekommen», scherzte der Schwyzer nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung. Zufrieden zeigte sich gestern auch OK-Präsident Stefan Bürgler. «Ideale, wenn auch ein bisschen kalte Bedingungen. Petrus muss ein Chlepfer gewesen sein. Obwohl das erste Mal Schnee zum Skifahren lag, haben wir zu unserem 50-Jahr-Jubiläum einen grossen und erfreulichen Zuschaueraufmarsch erlebt.» Auch die auswärtigen Chlepferdarbietungen der Schafgeisselgruppe Kriens und der Goaslschnöller aus dem italienischen Passeiertal haben dem Publikum gefallen.

Zweithöchste Beteiligung in den 50 Jahren

Fertigkeit, Klang und Haltung sind die wesentlichen Punkte, in denen sich die Chlepfer zu behaupten haben. Wer Fehlstreiche zieht, zu steifes Verhalten auf der Bühne zeigt, wer zu schnell oder wer zu langsam zieht, der kriegt von der versierten Jury Abzüge. Oft lagen die Konkurrenten nur Nuancen auseinander, da hatte es die Jury schwer zu urteilen. «Die Qualität am Schwyzer Chlepfen ist hoch», lobte denn auch Präsident Stefan Bürgler. Aber nicht nur die Qualität durfte sich aufdem Schwyzer Hauptplatz sehen lassen, auch die Quantität überraschte. Vorstandsmitglied Noldi Schnüriger hat einen Blick in die Geschichtsbücher geworfen.«Nur einmal in derGeschichte des Schwyzer Priis-Chlepfä sind mehr Teilnehmer angetreten. Das war beim 10-Jahr-Jubiläum. Da waren es 147 Teilnehmer. Zu diesem Jubiläum sind es 141 gewesen.» 83 Senioren, 16 Junioren und erfreulich viele Schüler, nämlich deren 42, sind zum Wettstreit angetreten. Bei den Schülern hiess der Sieger Marco Fässler aus Arth. Er ist auch nicht das erste Mal an der Spitze der Rangliste anzutreffen. Bei den Junioren siegte der Muotathaler Silvan Betschart.Und zu ehren gab es auch Teilnehmer. Xaver Ulrich, Wollerau, und Kaspar Ulrich, Schindellegi, nahmen zum 40. Mal am Chlepfen teil, Urs Betschart, Rickenbach, und Philipp Trütsch,U nteriberg, zum 25.Mal. Seit Anbeginn dabei ist Rosmarie Blersch, die für feinesWy-Kafi sorgt. Und das Alphornduo Röbi und Ruedi Imlig spielt seit über 40 Jahren in Schwyz auf.

Greiflet –«es ist wieMusik in den Ohren»

Am Dreikönigstag feierten dieSchwyzer Greifler ihren 100.Geburtstag. Das Jubiläum bestritten die Greifler mit einem Festgottesdienst, der musikalisch von den Wildspitzjuuzern und dem Schwyzerörgeli- Trio Lukas Nauer, Beat Büeler und Raphael Nauer umrahmt wurde. Pfarrer Reto Müller gestaltete den Festgottesdienst und zeigte sich als eifriger Greifler mit gekonntem Trychelspiel. «Es klingt zuerst wie Lärm, aber es ist wie Musik,wenn abends die Chlepfer losziehen, hinter ihnen die Bässe der tiefen Chlopfen. Wem da nicht die Haare zu Berge stehen…», sagte Koni Schelbert, der die Messe mitgestaltete. Mit dem Greiflet sollen die bösenGeister vertrieben werden, sagte Schelbert weiter. Das muss den Schwyzer Greiflern gestern bestens gelungen sein. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite, zwar kalt, aber schön. Die Stimmung unter den vielen Festbesuchern sonnig. Ein schönes

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/BAWr1D