Die Schwyzer Band Versum mit Tobias Ehrler (von links), Jan Gasser und Nando Horat. Bild PD
Die Schwyzer Band Versum mit Tobias Ehrler (von links), Jan Gasser und Nando Horat. Bild PD

Musik

«Wir machen, was uns flasht und berührt»

Die Schwyzer Band Versum befindet sich inmitten der Aufnahmephase. Ihre Songs befassen sich mit den unterschiedlichsten Themen.

Im Jahr 2016 veröffentlichte die Schwyzer Band Versum ihr erstes Album «Rootless Trees». Seither hat sich einiges getan. Einerseits sind neue Songs erschienen. Andererseits hat sich die Bandzusammensetzung verändert. Pianist Dominik Flückiger hat die Band verlassen. «Ich denke, Dominik hat seine favorisierte Musikrichtung in der klassischen Musik oder in der Volksmusik gefunden. Er hat ein Riesenpotenzial, ist ein super Musiker und jederzeit zu einer Jamsession mit uns willkommen. » Er zeige sich auch ab und zu wieder bei den Bandmitgliedern im Proberaum, so der Seewener Nando Horat. Versum beschränkt sich nicht auf eine gezielte Musikrichtung. «Wir haben keine klare Vorstellung, wie unsere Musik sein soll und sind sehr offen für neue Stilrichtungen. Ich denke, dies zeichnet uns auch aus. Wir machen, was uns flasht und was uns berührt», erklärt Tobias Ehrler dem «Boten». Die drei Musiker würden alle unterschiedliche Musikrichtungen hören, und jeder bringe sich irgendwie in die Songs ein, ergänzt Ehrler. Ihre Musik ginge von Blues über Rockballaden bis hin zu Indie-Pop.

«Für mich persönlich ist die Musik alles»


Die Musik hat bei den drei Schwyzern einen hohen Stellenwert: «Für mich persönlich ist die Musik alles. Ich mache eigentlich täglich Musik, schreibe, mische oder mastere Songs. Es ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens», so der Schwyzer Jan Gasser. Die Musik schaffe ausserdem einen guten Ausgleich: «Für mich ist es ein Hobby, bei welchem ich gleichzeitig Zeit mit guten Freunden verbringen kann. Es dient als gute Abwechslung zum Arbeits- oder Schulalltag», sagt Horat. Auch für Tobias Ehrler aus Schwyz hat die Musik eine spezielle Bedeutung: «Musik ist für mich reine Emotion. Dadurch kann ich sehr gut meine Gefühle ausdrücken und mein Gleichgewicht wiederherstellen.» Dieses Jahr veröffentlichte Versum drei neue Songs. Deren Themen fallen ganz unterschiedlich aus. Während «Just like that» ein Rocksong sei, der einfach nur Spass machen soll, beschäftigt sich «A House without Time» mit dem Älterwerden und dem Jungbleiben – mit persönlichen Veränderungen, Veränderungen in Schwyz und mit Dingen, die immer gleich bleiben, also Räume, wo Zeit nicht existiert. «Bei ‹Her› geht es um ‹sie›, und wir haben versprochen, wenn wir einen Song für ‹sie› schreiben, wird er keine Liebesschnulze sein», erklärt Jan Gasser dem «Boten». Im Unterschied zum ersten Album seien die Songs ehrlicher und brächten mehr auf den Punkt, was sie sind und und was sie sagen wollen. Das erste Album sei vergleichsweise verspielter gewesen, so Ehrler. Während des Lockdowns haben die Musiker ein kleines Homestudio im Proberaum eingerichtet. Es ist den 24-Jährigen wichtig, die Songs zusammen aufzunehmen und zu mischen. Auf die Frage, ob Musikvideos geplant sind, antwortet Gasser: «Im Sommer sind wir alle mit unseren Ausbildungen fertig. Versum besteht dann aus einem Polizisten, einem Koch und einem Architekten. Wenn wir noch einen Bauarbeiter und einen Indianer finden, machen wir ein Musikvideo.»

2021 ist ein neues Album geplant


Dieses Jahr sind die Musiker hauptsächlich mit dem Aufnehmen ihrer Lieder beschäftigt gewesen. «Da wir wegen unserer Ausbildungen keine Konzerte geplant hatten, waren wir als Band von Corona nicht so stark betroffen. Für viele Kulturschaffende war es aber ein sehr einschneidendes, wenn nicht gar vernichtendes Jahr. Wir hoffen, dass vonseiten des Bundes endlich etwas geschieht. Denn ohne Kunst und Kultur wird es still», so die Bandmitglieder. Versum hat die Corona-Zeit produktiv genutzt. Es sind rund 15 neue Songs geschrieben worden, und die drei Schwyzer befinden sich inmitten der Aufnahmephase. Nächstes Jahr dürfen sich die Fans auf das zweite Album von Versum freuen. Auf die Frage, wo sich die junge Band in Zukunft sieht, antwortet Jan Gasser: «Mit 90 in unseren Schaukelstühlen auf einer hölzernen Veranda. Wir hören unsere eigenen Songs und lassen die Geschichten wieder aufleben.»

Bote der Urschweiz / Jasmin Reichlin

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.12.2020

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www.schwyzkultur.ch/LHDHCD