Zeit für Streit: (von links) Bernadette, Rose und Luna lästern und lachen vor dem Geburtstagsessen. Bild Tobias von Rickenbach
Zeit für Streit: (von links) Bernadette, Rose und Luna lästern und lachen vor dem Geburtstagsessen. Bild Tobias von Rickenbach

Bühne

Drei Ulknudeln kochen Pasta

Das Erfolgstrio «tagliatElle» steht wieder auf der Bühne. Mit seinem brandneuen Programm «bissFest» feierte es am Freitag Premiere.

Die Uraufführung des neuen Stücks der drei Schauspielerinnen war ein voller Erfolg. Das vierte, selbst erarbeitete Bühnenprogramm von Juliana Müller, Jo Reichmuth und Marie-Louise von Weber namens «bissFest» entstand in Zusammenarbeit mit einer neuen Regisseurin. Rachel Röthlin kommt aus dem Improvisationstheater. Die Zusammenarbeit ist nicht verwunderlich, denn die Bühnenstücke der drei Frauen entstehen ebenfalls aus der Improvisation. Im Kern bestand die Vorgabe aus dem Satz «Drei Schwestern treffen sich zum Geburtstagsessen ihrer Mutter». Das Stück wurde danach darum herum improvisiert.

Stück spricht viele Sinne an

Es beginnt mit der Musik von «Campari Soda». Das Bühnenbild ist ein gigantisches Geschirrtuch. Auf der Bühne treffen sich die drei Schwestern Bernadette (Jo Reichmuth), Rose (Marie-Louise von Weber) und Luna (Juliana Müller). Zum 75. Geburtstag ihrer Mutter sollen sie das Festessen vorbereiten. Es ist auch für die Zuschauer ein Fest für die Sinne. Zum Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee, der von der Bühne her weht, erhält man einen Einblick in die amüsante und konfliktreiche Beziehung der Gandolfini-Schwestern, die trotz aller Reibereien zusammengehalten werden durch ihre Verwandtschaft. Die drei detailliert ausgearbeiteten Figuren mit all ihren familiären Mustern und Macken bieten viel Identifikationspotenzial. Da ist zum einen die perfektionistische Grossmutter Bernadette, die plötzlich zu spät kommt, zum anderen die lebenslustige Rose, die sich verantwortlich fühlt für ihren erwachsenen, erfolglosen Sohn. Und das Nesthäkchen und Mauerblümchen Luna, das sich um die Mutter kümmert, aber von seinen älteren Schwestern nicht ernst genommen wird. Gemeinsam wird auf der Bühne Tagliatelle alla Bernadette gekocht. Die Pasta brutzelt auf der Kochnische, und wieder hat man den Duft des italienischen Dolce Vita in der Nase. Am Ende muss das Trio das Gericht selbst essen, es wird Wein gebechert, und wieder hört man das melancholische «Campari Soda».

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.12.2013

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schwyzkultur.ch/qEE3Zr