Selbst das Sterben mit Humor gefüllt (von links): Jo Reichmuth, Verena Ochsner und Marie-Louise von Weber. Bild: Franz Steinegger
Selbst das Sterben mit Humor gefüllt (von links): Jo Reichmuth, Verena Ochsner und Marie-Louise von Weber. Bild: Franz Steinegger

Bühne

Volles Programm auf der Spital-Nachtwache

Drei Nachtschwestern rackern sich durch die dunklen Stunden im Spital, bis sie nudelfertig sind. Doch sie meistern auch tragische Situationen mit Humor. Das Premierenpublikum war begeistert.

In über einem Jahr haben die drei Schwyzerinnen Verena Ochsner, Jo Reichmuth und Marie-Louise von Weber das Bühnenstück «nudelfertig» entwickelt. Das Trio, das unter dem Namen «TagliatElle » auftritt, gab am Freitag im Theater Schwyz in Seewen Einblick in den Ablauf einer Nachtwache im Spital. Tragischen Situationen wird mit Humor begegnet: Die klagende Frau Rosetti will unbedingt um 2 Uhr früh ihren Hund streicheln, die zudringliche Frau Natter hält die Schwestern auf Trab und macht sich Sorgen, dass sie zu Hause nicht aufgeräumt hat, geduldige und dankbare Patienten wollen versorgt werden. Drei Sterbende nehmen auf ganz unterschiedliche Weise Abschied von dieser Welt.


Wortwitz und Augenzwinkern


Garniert wird die anderthalbstündige Aufführung mit Wortwitz und augenzwinkernden Seitenhieben auf benachteiligte Frauen oder gut verdienende Ärzte: «Ihr wisst ja alles besser als die Ärzte», meint etwa eine Patientin. «Nein, aber wir verdienen dabei nichts», kommt es zur Antwort. Im Aufenthaltsraum schwelgen die drei Nachtschwestern in Erinnerungen und tauschen Geschichten über Patienten aus. Am Ende kommt es für die nudelfertigen Schwestern gut: Die eine reist vom Herbst in den Frühling, die Pferdenärrin findet eine Ranch in Andalusien und bei der Dritten ist der negative Bescheid ein positiver: Sie hat, entgegen den Befürchtungen, kein Aids. Das Premierepublikum war begeistert von diesem letzten Stück, das TagliatElle aufführen wird. Die Nachfrage ist so gross, dass noch zwei Zusatzaufführungen angehängt werden.


Bote der Urschweiz / Franz Steinegger

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

18.03.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/b4vh6U