Eine Ausstellung entsteht: Die Kuratoren Emilio Paroni und Anna-Brigitte Schlittler richten «Schwyzweit» im Zeughaus Seewen ein. Bild Silvia Camenzind
Eine Ausstellung entsteht: Die Kuratoren Emilio Paroni und Anna-Brigitte Schlittler richten «Schwyzweit» im Zeughaus Seewen ein. Bild Silvia Camenzind

Dies & Das

Vom Zufallskauf zu 700 Bildern

Im Zeughaus in Seewen stehen rund hundert Bilder und einige Objekte bereit. Die Kuratoren Anna-Brigitte Schlittler und Emilio Paroni haben sie ausgewählt und werden sie nun für die Ausstellung «Schwyzweit» optimal platzieren.

«Mit 700 Werken ist die Sammlung des Kantons Schwyz überschaubar », sagt Kuratorin Anna-Brigitte Schlittler. Die Schwyzerin muss es wissen: Die Dozentin an der Zürcher Hochschule für Künste ist aktuell die beste Kennerin der Kunstsammlung des Kantons. Nachdem sie 2008 bei der jurierten Ausstellung «kunstszene schwyz» in Pfäffikon mit dem Kanton Schwyz zusammengearbeitet hatte, folgte der Auftrag für die Ausstellung «Schwyzweit», die am Donnerstag im Zeughaus in Seewen eröffnet wird.

Nur «halböffentliche» Bilder

Zusammen mit Emilio Paroni, ebenfalls von der Hochschule für Künste in Zürich, kuratiert Anna-Brigitte Schlittler die Ausstellung. Die Kunstwerke, die der Kanton Schwyz sammelt, sind nicht nur zentral im Kulturgüterschutzraum in Schwyz gelagert, sondern an den Wänden von 17 kantonseigenen Gebäuden ausgehängt. Die Idee ist, dass Kunstinteressierte sie dort jederzeit besichtigen können. Tatsächlich macht dies kaum jemand. Wer tritt schon aus reinem Kunstinteresse in die Büros der Regierungsräte, um zu schauen, welche Bilder an ihren Wänden hängen? Anna-Brigitte Schlittler bezeichnet den Zugang zu den Schwyzer Kunstwerken denn auch als «halböffentlich», die Schwelle sei gross. Nun kommt die Kunstsammlung, die Anfang der 40er-Jahre mit einem Zufallskauf ihren Anfang nahm, mit hundert Werken zum Publikum. Das wiederum muss sich ins Zeughaus aufmachen, um zu sehen, welche Kunstwerke der Kanton besitzt.

War an der Wand etwas?

Um die Werke auszuwählen, reisten die Kuratoren durch den Kanton, schauten sich alle Bilder an, verfolgten, wie sich die Kunstsammlung im Kanton entwickelt hatte, und sprachen mit den Menschen, die neben den Bildern arbeiteten. Oft realisierten diese erst, dass da an der Wand etwas war, nachdem die Bilder abgehängt worden waren. «Der Alltag hat eine andere Optik», sagt Emilio Paroni dazu. Ein Student der Hochschule der Künste hat diesen Aspekt in den Mittelpunkt gerückt und setzt sich nun mit der Thematik auseinander.

Geeignete Nachbarschaften

Erst in den letzten Jahren wurde im Kanton Schwyz systematisch und professionell gesammelt. «Sammlungen haben immer auch etwas Zusammengewürfeltes», erklärt Schlittler darum. So ist die Ausstellung weder chronologisch noch nach Künstlern geordnet. Die Kuratoren haben die hundert Bilder im Kopf, doch alles entsteht nun diese Woche. «Es ist ein Prozess, man macht sich Gedanken. Was sind geeignete Nachbarschaften?», erklärt Anna-Brigitte Schlittler. Einiges ist sofort klar. Anderes entsteht beim Aufstellen, beim Diskutieren, wird platziert und wieder umgestellt.

Vernissage im Zeughaus Seewen, Donnerstag, 19. April, 19.00 Uhr. Die Ausstellung dauert bis zum 2. Mai, täglich geöffnet von 12 bis 20 Uhr.





Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

17.04.2012

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schwyzkultur.ch/gpZWqH