Bühne
Dominic Deville im Gaswerk: Göttlich teuflisch guter Wortwitz
Zurück im Scheinwerferlicht feiert Dominic Deville mit seinem neuen Programm «Off!» sein Bühnencomeback. Während zwei Stunden fesselte er am Mittwochabend im Gaswerk in Seewen das zahlreich erschienene Publikum mit göttlicher Ironie und teuflischem Charme.
on der ersten Minute an bis zum letzten Poltern schlüpfte Deville immer wieder in die Rolle des Beelzebub und verführte die Gäste mit höllisch gutem Witz und teuflischem Charme. Passend zu seinem Namen: Dominic, «Gott geweiht», und Deville, das das englische Wort «devil» enthält.
Dabei entlockte er dem Publikum sogar das eine oder andere Geheimnis. Etwa, wer insgeheim die Sendung «Landfrauenküche» schaue, wer, wie er selbst, ein «Hüsli» im Tessin habe und den Zwang habe, ins Tessin fahren zu müssen, oder wer öfter SRF schaue als Youtube – und dies nicht zuletzt wegen des Publikumslieblings Mona Vetsch. Mit seiner Satire nahm er unter anderem das Schweizer Fernsehen auf die Schippe, hilfreich unterstützt durch seine überdimensional grossen Teufelskrallen – ein Abschiedsgeschenk vom Schweizer Fernsehen. «Sie sind ein Abguss der Hände des Ombudsmannes. Ich nutze sie jetzt als Gebührengreifer-Hände», meinte er augenzwinkernd. Er habe schnell realisiert, dass er beim Publikum mit diesem teuflischen Accessoire 25 Prozent mehr Aufmerksamkeit erzeuge und mit ihm die Gäste im Nu erschrecken und im Handumdrehen vom Feierabendmodus in den Alpamare-Modus katapultieren könne, ergänzte Deville grinsend.
Nähkästchengeplauder und wertvolle Tipps fürs Leben
Während des ganzen Abends betonte Deville immer wieder zweideutig, dass er Wert auf einen «ehrlichen Abend» lege, an dem seine Gäste mehr über seine Person erfahren und gestärkt mit wertvollen Tipps fürs Leben zurück nach Hause kehren könnten. So gestand er, dass er zwar noch nie Kokain genommen habe und auch nie würde, jedoch präventiv seinen Kindern erklärt habe, wie das mit dem Verkauf des weissen Pulvers laufe. «Ich setzte mich einfach an den Küchentisch, stellte meinen Kindern eine Packung Mehl hin, liess sie Häufchen und kleine Päckchen abpacken und diese dann in der Pause verkaufen. Ja, irgendwie müssen sie ja auch die Chance haben, ihr Taschengeld aufbessern zu können», gestand er lachend.
Tessiner-«Hüsli»-Drang und Friedhof der Haustiere
Deville hat tatsächlich – wie jeder siebte Schweizer – ein «Hüsli». Und es ist sogar im Tessin. Ein kleines, so klein, dass es vor 200 Jahren als Schafstall diente. Noch gehört es aber seinem Vater. Auch wenn er mit seiner Familie nicht so oft dort ist, pflegt seine Familie dort eine Tradition. Jedes Haustier, das stirbt, wird auf ihrem persönlichen Friedhof der Haustiere begraben, direkt neben dem «Hüsli». Seit er denken kann, hatten seine Eltern immer mindestens zwei Hunde gleichzeitig. «Wen wunderts», verriet Deville, «dass ich bis zwölf immer dachte, dass meine Eltern Hunde seien.» All diese Hunde und Kiwi sind dort begraben. Kiwi war die einzige Katze – aber auch sie dachte, sie sei ein Hund. Sie ging Gassi, lief an der Leine, schlief im Hundekörbchen, und dann und wann bellte sie sogar.
Bote der Urschweiz / Nadja Tratschin
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Bote der Urschweiz
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