Der minutenlange Applaus war mehr als verdient. Eleonora Em (von links), Fides Auf der Maur, Anna Brunner, Hannes Bärtschi und Christopher Jepson am Neujahrskonzert 2014 in der Pfarrkirche Seewen. Bild Roger Bürgler
Der minutenlange Applaus war mehr als verdient. Eleonora Em (von links), Fides Auf der Maur, Anna Brunner, Hannes Bärtschi und Christopher Jepson am Neujahrskonzert 2014 in der Pfarrkirche Seewen. Bild Roger Bürgler

Musik

Abtauchen in grosse Filmmomente

Kulturell hätte das Jahr 2014 nicht besser beginnen können. Die 15. Ausgabe des Neujahrskonzerts in Seewen war eine Wucht, und das Publikum beehrte die fünf Künstler zu Recht mit Standing Ovations.

Unter dem Motto «Klassik im Film – Filmklassiker» luden die unermüdliche Kulturpromotorin Heidy Weber-Wiget und die Klarinettistin Fides Auf der Maur zum diesjährigen Neujahrskonzert nach Seewen. Die stete Qualität der von Fides Auf der Maur eingeladenen Künstlerinnen und Künstler, das mit Bedacht gewählte Programm sowie die Akustik und Atmosphäre in der Pfarrkirche Seewen waren ausschlaggebend, dass die Konzerte jeweils bis auf den letzten Platz besetzt sind.

Grosses (Kopf-)Kino

So auch diesen Neujahrstag. Nebst Fides Auf der Maur umfasste das Quintett mit Anna Brunner (Violine), Hannes Bärtschi (Viola) und Christopher Jepson (Violoncello) drei der vier Mitglieder des Amar-Quartetts sowie die in Zürich lebende, usbekische Pianistin Eleonora Em. Das diesjährige Konzertprogramm war dem Kino gewidmet. Sprich jenen Filmen, die sich der klassischen Musik bedienen oder Komponisten im Vorspann aufführen, die Filmmusik klassisch schaffen oder zumindest orchestrieren. Zu letzteren gehören mit John Barry (u.a. «Out of Africa», «James Bond» oder «Dances With Wolves»), John Williams (u.a. «Schindler’s List», «Indiana Jones», «Harry Potter», «Jurassic Park» oder «Star Wars») und Nino Rota (u.a. «Der Pate», aber vor allem Federico Fellinis «Hauskomponist»). Dass allein diese drei Komponisten für grosses Kino sorgen, beweisen ihre insgesamt elf Oscars. Für grosses Kino waren dann aber in Seewen vor allem die fünf Musikerinnen und Musiker besorgt. Der Konzertbeginn war der Klassik vorbehalten. Mit dem verträumten Kanon in D von Johann Pachelbel aus «Breaking dawn»/«Twillight» setzte das Ensemble die Messlatte hoch und Franz Schuberts Impromptu aus Michael Hanekes «Amour» spielte Eleonora Em mit einer derartigen Intensität, dass das Publikum schlicht begeistert war.

Das Leben ist schön

Für Begeisterung sorgten dann vor allem auch John Barrys «Out of Africa»- Thema, in welchem man Robert Redford mit seinem Doppeldecker förmlich über die Masai Mara fliegen sieht, oder auch das freche Medley mit Kompositionen von Nino Rota aus den Fellini- Filmen «Amarcord», «Otto e mezzo» oder «La Strada», bei welchen man sich direkt in die blühende Zeit der Cinecittà vor Rom versetzt fühlt und Fides Auf der Maur ihre Klasse auf der Klarinette beweisen konnte. Das Publikum in Seewen war von der Stückwahl, der Musikalität und dem Zusammenspiel derart begeistert, dass das Ensemble nach minutenlangem Applaus noch das rasante Sirthaki- Thema aus «Zorbas The Greek» spielte. Das gab dann gleich noch Standing Ovations und Fides Auf der Maur wünschte allen ein zufriedenes und glückliches 2014. Passend dazu spielte das Ensemble ein zweites Mal «La vita è bella».

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.01.2014

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schwyzkultur.ch/dFCve8