Im Finale spielten – nur ganz selten zu hören – (von links) Shogo Hiyochi die Koto, Kuniko Bina die Shamisen und Tadashi Tajima die Shakuhachi. Bild Franz Steinegger
Im Finale spielten – nur ganz selten zu hören – (von links) Shogo Hiyochi die Koto, Kuniko Bina die Shamisen und Tadashi Tajima die Shakuhachi. Bild Franz Steinegger

Musik

Musik wie aus einer anderen Welt

Das Konzert von japanischen Musikern war wie eine Verbrüderung. Japan und die Schweiz verstehen sich. Beide können stolz sein.

Auch wenn eine halbe Erdumdrehung dazwischen liegt, sie verstehen sich: Die vier japanischen Virtuosen und die Einheimischen, welche einer Musik lauschten, die aus einer anderen Welt zu kommen schien. Die 75 Menschen, die sich am Samstagabend im theaterschwyz in Seewen einfanden, hörten einem Konzert zu, das im Rahmen der 150-jährigen Beziehungen der beiden Länder stattfand. Anders als einen Abend zuvor im KKL in Luzern, wo man seine Cüpli getrennt zu sich nahm, landeten die japanischen Spitzenmusiker in Seewen mitten im Volk. Man fand sich gegenseitig nett.

Mit den Ohren sehen

Die vier Musiker sind Profis mit Prominentenstatus in Japan. Sie legten ihre Instrumente auf Gestell, Knie oder an den Mund, zupften, bliesen, strichen. Damit man ihre Weisen auch verstand, erzählte Noriko Kawamura eingangs, was die Musikstücke aussagen: Tadashi Tajima pries auf seiner Shakuhachi (Bambusflöte) den Mond melancholisch. Junko Handa sang und spielte auf ihrer Biwa (Laute) einen Kampf zwischen zwei heiligen Familien im Land der aufgehenden Sonne ums 12. Jahrhundert. Erstaunlich, was der Virtuose Tadashi Tajima aus den fünf Löchern seines Bambusstückes herausholte, als er im «Nest des Kranichs» die Landschaft, das Wetter und den Wind hörbar in den Saal zauberte.

Kommt uns das bekannt vor?

Junko Handa, in Japan ein Star wie Tajima, erzählte im Prolog eines klassischen japanischen Stücks – vergleichbar mit der griechischen Mythologie –, wie Mächtige kommen und gehen und dass, wenn sie gegangen sind, einfach andere kommen. Kommt uns das nicht bekannt vor? Den absoluten Höhepunkt bildete der Schlussakkord mit den drei Instrumenten Koto, Shamisen und Shakuhachi (siehe Bild), ein festliches Stück, «das gespielt wird, wenn Gutes passiert», sagte Emi Oshikawa-Geis, welche die vier Spitzenmusiker nach Seewen geholt hatte. «Diese drei Instrumente finden nur ganz, ganz selten zusammen. Das war eine ganz besondere Sache», kommentierte die Japanerin, welche in Schwyz ihr zweites Zuhause gefunden hat, den Abend und das Finale.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.06.2014

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schwyzkultur.ch/96Bd8S