Seit 2006 gedenkt man jährlich mit einem Konzert dem Komponisten und Pianisten Arthur Schnabel.
Seit 2006 gedenkt man jährlich mit einem Konzert dem Komponisten und Pianisten Arthur Schnabel.

Musik

Ode an berühmten Pianisten

Am Freitag fand das Klavierrezital zu Ehren der Familie Artur Schnabel statt. Die Alte Kapelle Seewen war gut besetzt. Der international bekannte Pianist Moritz Weber spielte Werke von Schumann und Beethoven, und Daniel Annen von der Kulturkommission erklärte Details.

Seit 2006 gedenkt die Kulturkommission der Gemeinde Schwyz des berühmten, mit seiner Familie am Hauptort begrabenen Pianisten und Komponisten Artur Schnabel. In der Kapelle in Seewen sassen am Freitag auch Verwandte von ihm, etwa der Enkel aus Mailand.

Deutschland für immer verlassen

Daniel Annen erinnerte: Der grosse Künstler hatte 1933 sein letztes Konzert in Berlin gehabt und verliess wegen jüdischer Wurzeln Deutschland für immer. Dann setzte sich Moritz Weber an das edle Instrument – ausser in Europa hat er bereits in Südund Mittelamerika, Asien und Afrika konzertiert. Bei herrlicher Akustik spielte er acht Fantasiestücke von Robert Schumann, op. 12, zuerst «Des Abends», gefolgt von «Aufschwung», dann «Warum?» Nach «Grillen» erklangen sehr beeindruckend «In der Nacht» und die «Fabel». Sehr interessant tönte «TraumesWirren», und am Schluss klangen die Stücke mit «Ende vom Lied» langsam aus. Der Komponist Schumann hatte neue Ideen gehabt, seine moderne Musik führte immer weiter weg vom Schema.

Beethoven vor Ausreise gespielt

Nach einer Kurzpause spielte Moritz Weber die schwierige, nur aus zwei Sätzen bestehende Sonate c- Moll, op. 111, vom taub gewordenen Ludwig van Beethoven. Das Werk nimmt auch in Thomas Manns Roman «Doktor Faustus» eine wichtige Rolle ein. Eben diese Sonate hatte Schnabel 1933 vor der Ausreise gespielt. Genial spielte der Musikkünstler «Maestoso – Allegro con brio ed appassionato», gefolgt von «Arietta: Adagio molto semplice e cantabile». Anschliessend erhielt der Pianist vom Publikum hochverdienten Riesenapplaus.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.09.2010

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schwyzkultur.ch/ydXWRc