Die vier ausstellenden Künstlerinnen: (v. l.) Margreth Ammann, Doris Fedrizzi, Marie-Eve Hoffmann-Marsy und Hedi K. Ernst. Bild zvg
Die vier ausstellenden Künstlerinnen: (v. l.) Margreth Ammann, Doris Fedrizzi, Marie-Eve Hoffmann-Marsy und Hedi K. Ernst. Bild zvg

Kunst & Design

«Sicht-Wechsel» – ein Kunsterlebnis

Vier Künstlerinnen zeigten ihre Werke in einer einzigartigen Gegenüberstellung im temporären Kunsthaus Lachen als Dialog zwischen Kunst und Raum, Bild und Objekt sowie zwischen verschiedenen Kunststilrichtungen.

Rund vierzig Mitglieder des Kunstvereins Oberer Zürichsee besuchten kürzlich die einmalige Ausstellung im alten EW-Gebäude in Lachen. Kuratiert wurde «Sicht-Wechsel» von Hedi K. Ernst, selbst Ausstellende. Mit viel Geschick brachte sie die verschiedenen Arbeiten zusammen und schuf so ein weiteres Kunstwerk. Sie führte durch die Ausstellung und vermittelte den Besuchenden spannende Einblicke in das Schaffen der Künstlerinnen. Die Werke von Doris Fedrizzi spannten einen Bogen zwischen abstrakter und realistischer Malerei. Die Bilder wurden laut Künstlerin noch nie so zusammen ausgestellt. Die Wirkung ist frappant. Auf je einer Seite ist eine Bergsilhouette zu sehen, dazwischen oder daneben eine filigrane abstrakte Arbeit in denselben Farben, basierend auf Makroaufnahmen aus der Natur. Mit dem Bild «Fötzli gleit …» schuf Fedrizzi eine luftige Abstraktion in Gelb.

Vergangenheit und Gegenwart vereint


Künstlerin Hedi K. Ernst hingegen hat Arbeiten mit Fotocollagen auf Plastikfolie drucken lassen und stellt diesen fein gearbeitete Encaustic-Malerei gegenüber. Bei ihren «Transformationen » gehe es um Entfaltung, Veränderung und Erfüllung einer «Urgestalt», so die Künstlerin. Die in ähnlichem Verfahren hergestellte, beeindruckende Serie aus 13 Objekten unter dem Titel «Häutungen» wurde aus verschiedensten Materialien wie Acrylglas, Schaumstoff oder Beton hergestellt und symbolisiert laut Hedi K. Ernst das Werden und Vergehen als Spiegel der Seele und das Verlangen, «die Haut von Zeit zu Zeit abzuwerfen». Die Mal- und Kunsttherapeutin Margreth Ammann wiederum entwarf aus Papier faszinierende Bilder in MixedMedia und schuf mit ihren Objektbildern einen neue Sichtweise auf ihre Kunst. Als ehemalige Lehrerin für Textiles Gestalten ist ihr die Arbeit und Gestaltung mit verschiedenen Materialien vertraut. Wie Vanitas-Stillleben aus dem 17. Jahrhundert wirken im Gegensatz dazu Marie-Eve Hofmann-Marsys Fotografien. Die Künstlerin und freischaffende Fotografin bringt in den ausgestellten Bildern Vergangenheit und Gegenwart zusammen, vereint sie mit dem allgegenwärtigen Spitzenstoff und der erloschenen Kerze. Speziell dabei ist die Ton in Ton gehaltene Farbgebung der gezeigten Objekte. Diese gebe den Bildern eine symbolische Bedeutung. In kurzen Texten erläutert Hofmann diese wie folgt: «Unergründliches Blau. Du bist die Weite des Himmels, das lebensspendende Wasser und die unergründbaren Tiefen des Meeres. Du gibst uns das Fernweh und die Neugier zum Entdecken …» Nach der Führung wurden die Anwesenden mit einer Präsentation durch Gabriella Baumann-von Arx, Verlegerin aus Lachen, überrascht. Sie erzählte Anekdoten aus ihrem bewegten Leben und ging dabei auf das Thema «Sichtwechsel » ein. Beispielsweise, wie ihr Vater einen unfreiwilligen Berufswechsel vom Bauunternehmer zum Schlosswart vollzog und wie sie als ehemalige Arztgehilfin zur Autorin und Verlegerin wurde, wie sie ein Ebola-Ambulatorium in Abidjan besuchte und ein Buch über Lotti Latrous schrieb. Ihr Leben war geprägt von vielen Schicksalsschlägen, Zufällen, aber auch richtungsgebenden Veränderungen, die einen Perspektivenwandel bewirkten. (eing)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

12.07.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/qWxdAk