Alt Nationalrätin Judith Stamm (links) mit der Autorin Nathalie Zeindler. Bild Louis Theiler
Alt Nationalrätin Judith Stamm (links) mit der Autorin Nathalie Zeindler. Bild Louis Theiler

Literatur

Ein Zeichen gesetzt für die Frauen

Die Autorin Nathalie Zeindler stellte gestern in Siebnen zusammen mit alt Nationalrätin Judith Stamm ihr Buch «Beherzt und unerschrocken – wie Judith Stamm den Frauen den Weg ebnete» vor.

Im Wohn- und Pflegezentrum Stockberg hatten gestern Interessierte die Möglichkeit, einen kleinen Einblick in das facettenreiche Leben von Judith Stamm zu bekommen. Die Autorin Nathalie Zeindler hat die Lebensgeschichte der alt Nationalrätin in ihrem Buch «Beherzt und unerschrocken – wie Judith Stamm den Frauen den Weg ebnete» niedergeschrieben.

Höhen und Tiefen

In einem freien Dialog besprachen die beiden Frauen vor rund 40 Anwesenden das Leben von Judith Stamm, welche sich stark für die Gleichberechtigung von Mann und Frau eingesetzt hatte. Judith Stamm erzählte von den Sternstunden und Tiefpunkten ihrer politischen Karriere sowie von ihrer Kindheit und ihrem Privatleben. Durch das Vorlesen von interessanten Passagen aus dem Buch ergänzte Zeindler zwischendurch das Gespräch.

Berufswunsch verwehrt

Bevor die schon im Kindesalter sehr willensstarke Judith Stamm in die Politik ging, war sie die erste weibliche Polizeiassistentin der Kriminalpolizei im Kanton Luzern. Eigentlich wollte sie Gerichtsschreiberin werden, was Frauen damals jedoch verwehrt war. Nach der Einführung des Frauenstimmrechts im Jahr 1970 wagte sie den Schritt in die Politik mit der Begründung: «Ich wollte mehr Gerechtigkeit in der Schweizer Politik.» 1986 erregte sie viel Aufmerksamkeit, weil sie als Frau für den Bundesrat kandidierte, obwohl sie sich nur wenig Chancen ausmachte.

Zeichen setzen

Trotzdem erntete sie dank ihrer eisernen Entschlossenheit grossen Respekt und half damit, die Stellung der Frau in der Schweiz wesentlich zu verbessern. «Ich wollte mit meiner Kandidatur ein Zeichen setzen», sagte die heute 78-Jährige. Und das ist ihr langfristig auch gelungen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kontakt

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

03.02.2012

Webcode

www.schwyzkultur.ch/RGm82p