Krimiautor Michael Theurillat hat seinen vierten Krimi «Rütlischwur» veröffentlicht.
Krimiautor Michael Theurillat hat seinen vierten Krimi «Rütlischwur» veröffentlicht.

Literatur

Eschenbach ermittelt wieder

Seit wenigen Tagen ist Michael Theurillats neuester Krimi auf dem Markt. Er trägt den Titel «Rütlischwur», handelt von einem Mord in einer Zürcher Privatbank und spielt unter anderem auch in Einsiedeln.

«Kommissar Eschenbach hat sich eine Auszeit genommen und verbringt ein paar Wochen in Kanada. Als er ins Polizeipräsidium zurückkehren will, hat sich dort einiges verändert. Zu viel nach seinem Geschmack. Da kommt das Angebot von Jakob Banz gerade recht, als Jurist in der Privatbank Duprey einzusteigen. Eschenbach soll intern – und möglichst geräuschlos – ermitteln, warum sein Vorgänger Peter Dubach spurlos verschwunden ist. Banz verdächtigt Dubach, sensible Kundendaten veruntreut zu haben. In einem Klima des Misstrauens gegenüber der Bankenwelt will er unter allen Umständen verhindern, dass der Fall Wellen schlägt. Kaum nimmt Eschenbach die Untersuchung auf, wird Jakob Banz nachts in seinem Büro ermordet. Wer hat ein Interesse an dem Tod des bekannten Bankiers oder daran, der Bank zu schaden? Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Banz’ Assistentin Judith, doch Kommissar Eschenbach verfolgt eine ganz andere Spur.» So wird Michael Theurillats vierter Krimi im Bucheinband beschrieben.

Auf General Guisans Spuren

Doch warum trägt das Buch den Titel «Rütlischwur»? «Weil Freiheit das grosse Thema des Romans ist. Wie weit bestimmen wir selbst unseren Weg? Wie weit ist er vorgegeben?», erklärt der in Siebnen wohnhafte Theurillat. «Im Buch taucht der Rütli-Rapport von General Guisan auf, als Metapher für die Bedrohungssituation der Schweiz heute, in einem ‹brennenden› Europa», führt der 50-Jährige aus und zieht die Parallele zum Zweiten Weltkrieg, als die Schweiz von Feinden umgeben war. Wie im Vorgänger-Krimi «Sechseläuten» vermischt Theurillat historische mit aktuellen Begebenheiten. Für den Abstecher in die Zürcher Bankenszene habe er seinem Kommissar Eschenbach mit dem Kloster Einsiedeln ein «Wertepolster» zur Seite gestellt, so der gebürtige Basler. Und es gäbe auch Szenen auf dem Vierwaldstättersee. «Wo Rütli drauf steht, ist auch Rütli drin», sagt der Autor lachend.

Zeitgenössische Kunst

Der ehemalige Banker schreibt in seinem Buch über sein früheres Tätigkeitsfeld. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, übers Banking zu schreiben», blickt Theurillat zurück. Das Problem sei gewesen, die Geschichte sowohl für Banken-Kenner wie auch für -Nichtkenner spannend zu gestalten. So erfährt der Leser auch viel über das geheimnisvolle Bankensystem Hawala. Unbewusst seien auch eigene Erfahrungen eingeflossen. Theurillat schreibt zeitgenössische Geschichten. «Ich weiss zu Beginn zu etwa zwei Dritteln, was mein Krimi beinhaltet.» Je länger er daran arbeite, umso mehr beginnt die Geschichte von sich aus zu leben. «Ein Autor ist wie ein Architekt. Nur leiste ich mir den Luxus, auf den letzten 100 Seiten doch noch ein anderes Dach zu machen oder ein weiteres Fenster hinzuzufügen », beschreibt er.

Lesung in Einsiedeln

Der Vorgänger-Krimi «Sechseläuten» war ein Bestseller. «In der Schweiz spricht man von einem erfolgreichen Buch, wenn es 4000 Mal verkauft worden ist. Von ‹Sechseläuten› wurde ein Mehrfaches verkauft», führt Theurillat aus. Das Buch werde auch jetzt noch rege nachgefragt. «Das ist das Schöne, das Sechseläuten findet ja jedes Jahr statt», fügt der Autor lachend an. «Natürlich wäre es schön, wenn ‹Rütlischwur› ähnlich erfolgreich wird wie sein Vorgänger, aber das entscheiden bekanntlich die Leser.» Um das neueste Werk der Leserschaft näher zu bringen, hält der Autor Lesungen. Die nächste findet am 11. November im Café «Tulipan» in Einsiedeln statt, eine weitere am 16. November im Orell Füssli in Zürich.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

04.11.2011

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schwyzkultur.ch/F9efCG