Michael Theurillat hat vor Kurzem seinen fünften Krimi veröffentlicht. Bild Irene Lustenberger
Michael Theurillat hat vor Kurzem seinen fünften Krimi veröffentlicht. Bild Irene Lustenberger

Literatur

Nun ermittelt Kommissar Eschenbach im Muotatal

Seit Kurzem ist das fünfte Buch des in Siebnen wohnhaften Autors Michael Theurillat auf dem Markt: «Wetterschmöcker». Kommisar Eschenbach hat darin den Mord an einer Topmanagerin zu klären. Anders als in früheren Krimis stellt Theurillat nicht ein historisches, sondern ein psychologisches Thema in den Vordergrund.

Auf einem entlegenen Waldstück an der Sihl wird eine Tote entdeckt. Der Leichnam wurde verbrannt, nach indianischem Ritual. Spuren von Edelweiss werden gefunden. Kommissar Eschenbach steht vor einem Rätsel. Seine Ermittlungen führen ihn nach Zug zu einem weltweit operierenden Wirtschaftsunternehmen, das mit Rohstoffen handelt, und nach Muotathal, einem der abgeschiedensten Fleckchen der Schweiz. Welches Geheimnis verbindet die beiden Orte?» – «Die Wetterschmöcker sind eine kleine, eingeschworene Gruppe von Naturmenschen, die das Wetter vorhersagen. Sie sind kantig, geradlinig und unbestechlich. Als einer dieser Männer seine Nichte bei Kommissar Eschenbach vermisst meldet, wundert sich der Leiter der Kriminalpolizei Zürich. Normalerweise werden Vermisstenmeldungen an anderer Stelle aufgegeben. Doch Alois Thüring ist hartnäckig. Das Unternehmen,für das seine Nichte arbeitet, handelt mit Rohstoffen. Und dort, in den Glaspalästen der Macht, stösst Eschenbach auf eine Intrige, die bald auch schon sein eigenes Leben in Gefahr bringt.» – So wird Michael Theurillats fünfter Krimi im Bucheinband beschrieben.

Erneut oben auf der Bestsellerliste

Fünf Jahre sind seit dem Erscheinen von «Rütlischwur» vergangen. «Ich habe privat eine schwierige Zeit hinter mir», sagt der gebürtige Basler, der heute in Siebnen wohnt. Vor zwei Jahren habe er in Paris mit dem Schreiben von «Wetterschmöcker» begonnen, das vergangenen Monat erschienen ist. Und wie seine Vorgänger «Rütlischwur» und «Sechseläuten» steht auch «Wetterschmöcker» in den Bestsellerlisten ganz oben. «Das ist zwar schön, aber nicht mein Ziel. Mir ist wichtiger, dass ich ein gutes Gefühl habe und mir das Buch auch später noch gefällt.» Anders als in den früheren Theurillat-Büchern stellt der Autor kein historisches Thema in den Vordergrund, sondern ein psychologisches. «Mein Anfangsgedanke war die Hypothese, ob Psychopathen im globalen Kampf um weltweite Ressourcen nicht die besseren Karten haben als ‹normale› Menschen», so Theurillat und fügt an: «Das Fehlen von Angst hilft und ist typisch für einen Psychopathen, das Überhandnehmen von Angst macht im Gegensatz dazu den Neurotiker aus.» Es gehe um den Menschen und warum er sich wie entwickelt. So handelt «Wetterschmöcker» von vier Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen, die aus der Familie herausgenommen werden und im Muotatal aufwachsen.

Auf einer Alp Ferien gemacht

«Muotathal ist sozusagen der Vorzeigeort für die urtümliche Schweiz», erklärt der ehemalige Banker. Theurillat war zwar vor dem Schreiben des Buches noch nie im Muotatal,aber «ich kenne die Innerschweiz relativ gut. Mein Vater hat auf einer abgelegenen Alp im Kanton Uri einen Bauernhof gekauft, und wir haben als Kinder unsere Ferien dort verbracht.» Er habe mit den Bergbauern geheut und sei mit ihnen auf der Jagd gewesen. «Ich habe das Bäuerliche gespeichert,einige Passagen im Buch sind authentisch», erklärt der 55-Jährige. «Die Wetterschmöcker nehmen sich selbst nicht so ernst, das gefällt mir», führt Theurillat weiter aus. Dem Autor liegt viel daran, dass seine Krimis nicht nur tragisch sind, sondern auch zum Lachen anregen. «Das ist mein Anspruch an ein gutes Buch», so Theurillat. «Wetterschmöcker » ist übrigens das erste Buch, dessen Titel der Autor selbst bestimmt hat. «‹Rütlischwur› und ‹Sechseläuten› wurden vom Verlag vorgegeben. Bei ‹Wetterschmöcker› ist der Arbeitstitel auch der Buchtitel.»

«Wetterschmöcker» von Michael Theurillat, erschienen im Ullstein Verlag Berlin, ISBN 978-3550-08048-7

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Irene Lustenberger)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

25.08.2016

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schwyzkultur.ch/QigkyB