Für Robert Hegner ist die Bibliothek auch ein Ort der Begegnung: «Wenn ich Ausleihe mache und sehe, dass alle Generationen gerne bei uns Bücher ausleihen, so ist das der Lohn für unsere Arbeit.» Bild Johanna Mächler
Für Robert Hegner ist die Bibliothek auch ein Ort der Begegnung: «Wenn ich Ausleihe mache und sehe, dass alle Generationen gerne bei uns Bücher ausleihen, so ist das der Lohn für unsere Arbeit.» Bild Johanna Mächler

Literatur

«Wir sind Pioniere punkto Bibliothek, so lange gibt es uns schon»

Robert Hegner und sein Team bieten in der Regionalbibliothek March in Siebnen fast ausschliesslich Bücher an. Obwohl die Ausleihen in den vergangenen Jahren etwas rückläufig waren, setzt Hegner auf 27 Jahre Erfahrung und sagt: «Wir sind vom Buch überzeugt.»

mit Robert Hegner sprach Johanna Mächler

Als Präsident des Bibliothek Vereins in Siebnen sind Sie bestimmt ein geneigter Leser. Was lesen Sie?

Ich lese sehr gern Krimis. Es gibt viele Kommissare, die mir gefallen: Wallander, Brunetti, Montalbano; aber auch Kommissar Marthaler von Jan Seghers.Wenn von den entsprechenden Autorinnen und Autoren ein neues Buch erscheint, kommt das immer in die Bibliothek, denn in unserer Leserschaft gibt es viele Krimiliebhaber. Zudem lese ich gern historische Romane.

Was lesen Sie nicht?

Sachbücher lese ich selten.

Wie viele Bücher umfasst die Bibliothek in Siebnen?

Zurzeit bieten wir 6800 Bücher und 60 Hörbücher an.

Ganz generell: Warum lesen, warum nicht?

Lesen erweitert den Horizont. Ich tauche schnell mal eine Stunde in eine andere Welt ab, unterhalte mich dabei bestens, ich lerne etwas, erfahre vieles über Menschen,viel mehr als wenn ich einen Film schaue.Ein Buch kann man überall hin mitnehmen; ich kann schnell oder langsam lesen, vor- oder zurückblättern, einzelne Passagen wiederholt lesen. Ein Buch ist ein Schatz.

Als pensionierter Lehrer können Sie bestimmt genau sagen, warum lesen für Kinder wichtig ist.

Das Kind lernt mit einem Buch spielend wichtige Fertigkeiten, nicht nur sprachliche sondern auch soziale. Das Lesen beeinflusst die Sprache eines Kindes wesentlich. Vielleser haben meist die besten Aufsätze geschrieben.

Gefragt sind neue Medien: Hörbücher zum Beispiel. Warum gibt es in der Regionalbibliothek March nicht mehr davon?

Wir haben 2011 mit einem kleinen Angebot an Hörbüchern angefangen, das wir auf Nachfrage auch erhöht hätten. Aber die Nachfrage blieb aus.

Haben Sie je darüber nachgedacht, Lesestoff online als e-book auszuleihen?

Natürlich ging auch diese Thematik nicht einfach an uns vorbei. Doch um dieses Angebot zu stellen, sind wir zu wenig professionell. Das übersteigt ganz klar unsere finanziellen und technischen Kapazitäten. Wir wurden und werden auch kaum darauf angesprochen. Wir reagieren ja permanent auf Vorschläge und Bemerkungen aus unserer Leserschaft, die in der Bibliothek mündlich oder schriftlich deponiert werden können. Ich glaube,ich kann sagen, das Bedürfnis nach neuen Medien ist bei unseren Stammkunden wenig vorhanden. Zudem bietet die Kantonsbibliothek diesen Service an. Doch gingen die Ausleihzahlen relativ stark zurück. Gerade im vergangenen Vereinsjahr konnten wir den Rückgang auffangen. Wir können von 7000 Ausleihen sprechen, in den besten Jahren waren es über 16 000. Im Team beobachten und besprechen wir die Entwicklung ja auch immer wieder. Wichtig ist ein auf unsere Leserschaft abgestimmtes, aktuelles Angebot. Belletristische Bücher sind am häufigsten gefragt, Sachbücher nur noch wenig. So fragen wir uns, wie viel Geld wir da überhaupt noch investieren wollen. Wir halten uns an zwei Schwerpunkte: ein aktuelles Angebot und kontinuierliche Werbung, wir setzen auch auf den «March-Anzeiger». Wir denken zwar, dass man uns mittlerweile kennt, unsere Bibliothek ist hier gut bekannt, aber wir stellen dennoch fest, dass das nicht mehr immer reicht.

Wie erreichen Sie Neuzuzüger?

Wir sind in der Gemeindebroschüre vermerkt und sind auch sonst gut präsent, nicht zuletzt durch unsere Homepage. Wir sind in unserer Region Pioniere punkto Bibliothek. 1988, als wir unsere Bibliothek eröffneten, gab es die Kantonsbibliothek und die Stadtbibliothek Rapperswil. Und sonst gab es weit und breit keine Volksbibliothek. Aber die Schulbibliotheken waren schon überall präsent, welche ja auch stark von Ihnen gefördert wurden. Ja, in den 80er-Jahren engagierte ich mich dafür, dass jedes Schulhaus seine eigene Bibliothek erhielt. Der Kanton Schwyz hat dies aktiv unterstützt. Die Gründung der Siebner Volksbibliothek war quasi eine Fortsetzung dieses Grundgedankens, um auch Lehrlingen und Erwachsenen guten Lesestoff anbieten zu können. Erfreulicherweise hat die Gemeinde Schübelbach unser Anliegen von Anfang an mitgetragen und unterstützt es bis heute, zusammen mi

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

05.01.2016

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schwyzkultur.ch/W3EQhK