Für einmal ganz alleine im Scheinwerferlicht: Martin Nauer mit seiner Trophäe, dem Prix Walo in der Sparte Volksmusik. Bild Kurt Meier
Für einmal ganz alleine im Scheinwerferlicht: Martin Nauer mit seiner Trophäe, dem Prix Walo in der Sparte Volksmusik. Bild Kurt Meier

Musik

Martin Nauer hat den Prix Walo verdient

Schon die Nomination war eine Überraschung. Nun wurde dem Akkordeonisten Martin Nauer aus Siebnen tatsächlich der Prix Walo in der Sparte Volksmusik verliehen. Verändern wird dies den Neo-Rentner jedoch nicht.

Der Prix Walo ist einer der ältesten und zweifellos auch renommiertesten Preise der Schweizer Kulturszene. Die treibende Kraft dahinter ist die Schwyzerin Monika Kaelin mit ihrer Organisation Show Szene Schweiz. Tatsächlich sass denn am Sonntagabend an der 44. Ausgabe im grossen Fernsehstudio in Zürich auch so ziemlich die komplette Schweizer Showszene im Publikum – aufgestellt und herausgeputzt. Mittendrin Martin Nauer aus Siebnen. Der begnadete Akkordeonist hat sich längst an solche People-Anlässe gewöhnt, auch wenn er sich nie in den Vordergrund stellt und lieber im Hintergrund aktiv ist. Vielleicht gerade deshalb wurde der 65-jährige «Neurentner» für den Prix Walo in der Sparte Volksmusik nominiert. Denn seit 60 Jahren musiziert er intensiv, während über 40 Jahren in all den Formationen von Carlo Brunner. So ist Martin Nauer inzwischen längst auch zu einem Promi geworden.


Mit Glückwünschen überschüttet


Dass er am Sonntag aber gar als Sieger ausgerufen wurde, stellt doch eine kleine Überraschung dar. Immerhin waren in der Sparte Volksmusik Dani Häusler und die Engadiner Ils Fränzlis da Tschlin mitnominiert. «Mich hat schon die Nomination überrascht, dass ich sogar gewinnen könnte,damit habe ich wirklich nicht gerechnet», zeigt sich Martin Nauer am Tag danach immer noch überwältigt. Dass er aber bei all den Kolleginnen und Kollegen aus der Showszene durchaus beliebt sei, das habe er bei den Gratulationen realisiert. So ziemlich alle seien beim Buffet nach der Sendung zu ihm gekommen und hätten sich mit ihm gefreut. Allen voran natürlich sein jahrzehntelanger Mitmusiker und Freund Carlo Brunner. Dieser hat seinerseits bereits drei Mal den Prix-Walo-Stern eingeheimst, und er habe sich stets «mitgeehrt gefühlt», erzählte Martin Nauer in seiner kurzen, knackigen und sympathischen Dankesrede. Nun dürfe sich Carlo «mit ihm geehrt fühlen». So waren sich alle in der Jury, im Publikum, am Fernsehapparat zu Hause und bestimmt auch die Konkurrenten einig: «Der Märtel hat den Prix Walo verdient!» So verwundert es nicht, dass der Tag nach der Show mit Glückwünschen auf allen Kommunikationskanälen ausgefüllt war. Auch hat der Prix-Walo-Stern bereits sein Plätzli gefunden. Allerdings nicht etwa bei den unzähligen Gartenzwergen draussen, wie Martin Nauer in seiner Ansprache scherzte. Seine Partnerin Monika Nussbaumer hat ihn nämlich prominent ins Arbeitszimmer gestellt, damit er jeden Tag beachtet wird. «Schliesslich ist diese Trophäe nicht nur zum Abstauben da», macht Nussbaumer klar.


In der Region noch öfters zu hören


Ändern wird sich im Leben des Martin Nauer deswegen jedoch ohnehin nicht viel. Unlängst hat er sich bekanntlich aus den Formationen von Carlo Brunner zurückgezogen und gibt nur noch Privatkonzerte.«Ich spiele immer noch gerne, aber das Üben ist mir verleidet », gibt Nauer zu. Zumal der Aufwand immer grösser wurde, weil der virtuose Akkordeonist gar nie nach Noten, sondern dank seines absoluten Musikgehörs stets auswendig spielte. Gerade in der Region Ausserschwyz wird Martin Nauer aber noch öfters zu hören sein. So lässt er sich regelmässig zu kleineren Auftritten überreden. Dort ist das Publikum noch so froh, wenn der Martin ein paar flotte Stücke – er kann Hunderte davon auswendig – zum Besten gibt. An solchen Anlässen fühlt er sich offensichtlich so richtig wohl. Showbiz und Promistatus wie an der Show vom Sonntag mögen zwischendurch ganz nett sein, die Welt von Martin Nauer werden sie aber auch nach dem grossen Sieg beim Prix Walo nie werden.


Ehrenmeldungen für die weiteren Nominierten aus Ausserschwyz


Für den Prix Walo waren noch weitere Künstlerinnen und Künstler aus Ausserschwyz zumindest mitnominiert. So der Magier von Weltformat aus Feusisberg, Peter Marvey, in der Sparte Bühnenproduktion. Auf der ganzen Welt ausgezeichnet, wurde er bei der heimischen Preisvergabe aber nicht berücksichtigt. Auserwählt wurde die Krimikomödie «The show must go wrong». Eine Ehrenmeldung gabs in der selben Sparte auch für «Der schwarze Hecht», in dem die Schauspielerin Maja Brunner aus Schindellegi und Dani Bill aus Wangen sowie Musiker Philipp Mettler aus Reichenburg tragende Rollen spielen. In der Sparte Pop/Rock war der Luzerner Mundartsänger Kunz nominiert, in dessen Band der Pfäffiker Manuel Römer am Schlagzeug sitzt – und prompt gewann. Manuels Bruder Fabian Römer seinerseits hatte die Musik zum Kinofilm «Papa Moll» geschrieben, der in der Sparte Filmproduktion gelistet war. Für den Pokal hats dann aber nicht gereicht. Einen besonderen Stellenwert nimmt jeweils die Wahl des Publikumslieblings ein. Schauspieler Stefan Gubser machte zwar das Rennen. Darauf folgt bereits Schluneggers Männerchor Heimweh. Unter den 13 Männern befinden sich nicht weniger als vier Schwyzer, so auch Markus Stadelmann aus Lachen. Kunz mit Manuel Römer war immerhin gut klassiert. (bel)


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Andreas Knobel

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.05.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/EVNBuJ