Das Blasorchester Siebnen hat einen neuen Projekt-Dirigenten.
Das Blasorchester Siebnen hat einen neuen Projekt-Dirigenten.

Musik

Monnier: «So weit kommen wie möglich»

Jean-Christophe Monnier ist der erste der vier Projektdirigenten, die das Blasorchester Siebnen während je einem halben Jahr leiten.

Im Dezember ging beim Blasorchester Siebnen (BOS) eine Ära zu Ende. Nach 37 Jahren legte Tony Kurmann seinen Taktstock nieder. Seinen neuen musikalischen Leiter wird das BOS aus vier Projekt-dirigenten auswählen.

Der erste, der zukünftig den Siebner Höchstklassverein dirigieren will, ist Jean-Christophe Monnier aus Biel. «Ich habe die Ausschreibung gesehen. Nachdem ich mich auf der Homepage des Blas orchesters näher über den Verein informiert habe, entschloss ich mich zur Bewerbung», sagt Monnier. Er gibt zwar zu, dass das BOS ihm vorher unbekannt war. «Es könnte sein, dass ich den Namen an einem Eidgenössischen Musikfest mal gehört habe. Bewusst wahrgenommen habe ich das Orchester aber nicht», führt der Romand aus. Monnier findet das Auswahlverfahren des BOS zwar interessant, aber auch für beide Seiten riskant, denn «zwei Jahre sind eine lange Zeit. Die Dinge ändern sich, und es kann sein, dass der gewählte Dirigent sich dann bereits anderweitig orientiert hat», erklärt er.

Jean-Christophe Monnier sieht es als Vorteil, der erste Projektdirigent zu sein. «Die Mitglieder sind voll motiviert und wollen etwas Neues erleben », meint der Bieler. «Aber vielleicht spricht die Zeit gegen mich», fügt er an. Er sei gut aufgenommen worden und spüre den sogenannten Röstigraben nicht. «Die Musikanten haben grossen Respekt vor Tony Kurmann, wollen aber der neuen «Dirigentengeneration eine Chance geben», führt der 35-Jährige aus.

«Deutschschweizer sind hartnäckiger»

Seit Mitte Januar führt Monnier nun durch die Proben des BOS. Er habe zwar nicht mit so vielen Absenzen gerechnet, beurteilt das Orchester aber als «fantastisch». «Die Mitglieder sind bereit, zu proben, und es wird viel gearbeitet», fasst er seine ersten Eindrücke zusammen. Der Romand, der praktisch perfekt deutsch spricht, dirigierte bereits als 14-Jähriger sein erstes Ensemble. Zurzeit ist er beim Corps de musique de Landwehr Genève, dem offiziellen Musikkorps des Kantons Genf, tätig. Somit ist Monnier der Richtige, um die Unterschiede zwischen der Deutsch- und der Westschweiz in punkto Literaturwahl und Mentalität aufzuzeigen. «Ich denke, dass die Deutschschweizer hartnäckiger sind. Die Genfer haben eine lockerere Mentalität. Meiner Meinung nach ist das Blasorchester Siebnen besser.» In Genf gäbe es keine Musikkommission, weshalb der Dirigent selber über das Programm entscheide. Die Konzerte seien jeweils einheitlich konzipiert, während das BOS auf Abwechslung setze.

15 Stunden pro Woche im Zug

Jean-Christophe Monniers Arbeits - orte – Siebnen, Biel und Genf – liegen ziemlich weit auseinander. So ist er pro Woche rund 15 Stunden mit dem Zug unterwegs. Für ihn kein Problem: «Ich habe mich dafür entschieden, und da muss ich jetzt durch.» Ausserdem könne er im Zug gut arbeiten. Nach den Proben mit dem BOS übernachtet Monnier jeweils in Siebnen, um am Freitagmorgen früh nach Hause zu fahren. «Das hat zwei Gründe: Erstens würde ich mit dem Zug nur noch bis nach Zürich kommen, und zweitens kann ich so jeweils noch mit den Mitgliedern zusammensitzen.»

Würde er denn in die March ziehen, falls er zum neuen Dirigenten des Blasorchesters Siebnen gewählt würde? «Diese Frage würde sich dann natürlich stellen, und ich würde wahrscheinlich in die Nähe ziehen», so Monnier.

Bevor es aber so weit ist, gilt es, die Mitglieder des BOS zu überzeugen, in Zukunft auf ihn zu setzen. Er wird mit dem Orchester am 3. Juli am Kantonalen Musikfest in Seewen teilnehmen. Vorher steht aber das Frühlingskonzert an. Dieses geht am 17.April über die Bühne. Jean-Christophe Monnier möchte in dem halben Jahr das Niveau behalten und «so weit kommen wie möglich».



Zur Person

Jean-Christophe Monnier ist in der Nähe von Lausanne aufgewachsen. Nach der naturwissenschaftlichen Matura und einem Trompetenstudium schreibt er sich an der Genfer Universität in Germanistik und Musikwissenschaft ein. Das Studium an der dortigen Musikhochschule schliesst er mit einem Diplom in Musiktheorie und einem Solistendiplo

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.03.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/W7h9tT