Christoph Mächler musizierte vor mehreren hundert Zuschauern. Bild Andreas Züger
Christoph Mächler musizierte vor mehreren hundert Zuschauern. Bild Andreas Züger

Musik

Singen für einen König

Für den Sieg am ersten internationalen Minnesänger- Wettstreit reichte es zwar nicht, dafür gewann Christoph Mächler zahlreiche wertvolle Eindrücke und knüpfte viele Kontakte.

Anlässlich des 1000-Jahr-Jubiläums der deutschen Stadt Braunschweig und des 800-Jahr-Krönungsjubiläums von König Otto IV. fand in Norddeutschland der erste internationle Minnesänger-Wettstreit statt.

Wenige Schweizer

Mit dabei war auch der Siebner Chrisoph Mächler, der als einer von ganz wenigen Schweizern diese mittelalterliche höfische Sangeskunst beherrscht. «Es war sehr speziell, in der grossen Braunschweiger Sankt-Martini-Kirche voller Zuschauer auftreten zu dürfen », erklärte Mächler alias Christoffel vom Hengstacker.

Aufreibende Proben

Die Zeit unmittelbar vor dem Wettstreit hat Mächler als «ziemlich stressig» erlebt. «Eines der beiden vorgetragenen Stücke musste mit einem mittelalterlichen Orchester eingeübt werden, was viele Probestunden voraussetzte», erzählt er. «Am Abend nach dem Wettstreit ging ich sofort ins Bett. Nach diesem harten Tag war ich zu müde, um noch mit den anderen Musikern auszugehen.» Trotzdem haben sich 15 Stunden Autofahrt für den Berufsmusiker mehr als gelohnt. Es sei sehr interessant gewesen, mittelalterliche Musik zu hören, die in den verschiedensten Stilrichtungen vorgetragen worden sei. Immerhin waren die Teilnehmer aus halb Europa angereist. Den Sieg in den beiden Kategorien trugen schliesslich ein Tscheche und ein Italiener nach Hause. Mächler selbst hatte seine Chancen schon vor dem Sängerwettbewerb als sehr gering eingestuft. Enttäuscht, dass er nicht gewonnen hat, ist er keineswegs. Denn er hat viel gelernt.

Hobby wird zum Beruf

«Am interessantesten war der Gedankenausstausch mit den anderen Musikern», erzählt Mächler. «Wir redeten viel über die alten Instrumente oder die spezielle Kleidung. Das Gespräch mit den anderen Teilnehmern war wie unter Pfarrerstöchtern.» Was er einst als leidenschaftliches Hobby ausübte, wird Mächler in Zukunft beruflich machen. Neben seiner Lehrertätigkeit wird der ausgebildete Jazz-Kontrabassist die Faszination Mittelalter künftig gemeinsam mit einem kleinen Orchester ausleben.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.10.2009

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schwyzkultur.ch/4qcp3g