Der Jodlerklub Sängertreu sang gemütvolle Lieder; rechts: Erzählerin Cilla Kessler. Bilder Lilo Etter
Der Jodlerklub Sängertreu sang gemütvolle Lieder; rechts: Erzählerin Cilla Kessler. Bilder Lilo Etter
Die Hausierer machten Halt in der Fabrik von Caspar Honegger, der – schwarz gekleidet – ebenfalls erschien.
Die Hausierer machten Halt in der Fabrik von Caspar Honegger, der – schwarz gekleidet – ebenfalls erschien.

Volkskultur

Grosse Liebe und dreister Dieb

Eingebettet in eine Liebesgeschichte mit Rückblick in vergangene Zeiten in der March sang der Jodlerklub Sängertreu an seinem Unterhaltungsabend am Samstag in der voll besetzten Stockberghalle manch bekanntes Lied.

In den Farben der March, in rotem Kleid mit schwarzem Pullover, führte Cilla Kessler als Erzählerin durch das vergnügliche Programm. Den Ablauf prägte als roter Faden eine ans Herz gehende Geschichte, die auch manch Amüsantes bot. Erdacht und geschrieben hatte sie Urs Bapst- Feusi, Mitglied des Jodlerklubs Sängertreu Siebnen, der auch Regie führte. Hauptfiguren waren die beiden Hausierer Franz (Franz Kessler) und Werner (Werner Blatter), die in der Mitte des letzten Jahrhunderts ihr Auskommen in der March suchten. Dabei verliebte sich Franz ins Vreneli, und Werner stahl bei deren Eltern eine Wanduhr. Auf ihrer Tour durch die March machten die beiden in einem historischen Rückblick auch Halt in einer Fabrik von Caspar Honegger, 1804–1883, der bedeutend zur Industrialisierung der March beigetragen hatte.

Blick in Gründungsversammlung

Zudem konnte das Publikum kurz in die Gründungsversammlung des Jodlerklubs Sängertreu hineinblicken, damals Jodlerklub Siebnen, die am 9. August 1929 im Schulhaus Siebnen-Schübelbach stattfand. Einen Schnellkurs zum Schnapsbrennen gab Vrenelis Vater (Fredi Bamert).

Kein ganzes Happyend

Der zweite Teil der Geschichte handelte in der Gegenwart. Schon älter geworden, reisten Franz und Werner nun als Handelsvertreter in Anzug und Krawatte durch die March. Werner brachte dann doch noch seinen Diebstahl der Uhr ins Reine. Aber Franz und Vreneli waren nach all den Jahren wegen dieser Geschichte noch immer nicht bereit, sich ganz zu finden. Untermalt wurde die kurzweilige Geschichte mit stimmungsvollen Liedern, dargeboten vom Jodlerklub Sängertreu unter der Leitung von Erwin Feusi. Zu Gehör kamen etwa «Mys Briefli» des Lachners Fred Stocker oder «Nachtbuebelied» von Jost Marty. Fehlen durfte «Ewigi Liebi» von Padi Bernhard nicht, bei dem die Zuhörer begeistert eine Zugabe verlangten.

Auftritt des Akkordeon-Orchesters

Nach der Pause wurde die Handlung zuerst unterbrochen, denn es war Zeit für den Auftritt des Ostschweizerischen Regional Akkordeon-Orchesters (ORO). Dirigiert von Bruno Thomann liess es rassige Musik aus New York erklingen, bot mit Solistin Anita ein Panflötenmedley mit alten amerikanischen Stücken und entführte die Zuhörer mit einem Bolero nach Brasilien. Danach endete die Märchler Geschichte bald mit der Ankündigung der Polizeistunde. Nicht aber der Unterhaltungsabend, dieser ging mit dem gemeinsam ge sungenen «Beichle-Juz» von Franz Stadelmann zum gemütlichen Verweilen über.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

22.03.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/WNY1Lv