Tobler und Tanner haben ihre eigene musikalische Sprache. Bild: Monika Neidhart
Tobler und Tanner haben ihre eigene musikalische Sprache. Bild: Monika Neidhart

Musik

Hackbrett und Bass so vielfältig wie selten

Im Rahmen des Kulturmonats spielten im Müsigricht die «Appenzeller Space Schöttl» auf.

«Ein solcher Abend gibt mir viel», strahlte ein Besucher nach dem Konzert im Müsigricht in Steinen am Freitagabend. «Jetzt könnte es weitergehen wie an einer Jam-Session», meinte eine weitere der 100 Zuhörenden. Was war im gut zweieinhalbstündigen Konzert geschehen, das die Leute so begeisterte? Das Duo «Appenzeller Space Schöttl» mit Töbi Tobler am Hackbrett und Ficht Tanner am Kontrabass spielte auf. Mal mit lüpfigem vertrautem Appenzeller Akkorden, dann jazzig, rockig bis zu Klezmerklängen und in freier Improvisation: Die Musik floss, die Übergänge immer wieder überraschend und leicht. Die zwei verstanden sich ohne Worte. Töbi Tobler, der seit 40 Jahren Hackbrett spielt und auch unterrichtet, entlockte seinem Saiteninstrument mal weiche, sanfte Klänge. Dann wieder schlug er die Klöppel hart auf die Metallsaite, dass es schon fast in den Ohren kratzte.

«Es war eine Ehekrise»

Auch Ficht Tanner schonte seinen Bass nicht, entlockte ihm auch feinste Töne. Doch «Space Schöttl» ist nicht nur ein Hörgenuss. Schmunzeln und Lacher ernteten die zwei Musiker mit ihrer Mimik und Lauten, mit denen sie ihre Musik begleiteten. «Wir können nicht singen, wir müssen», meinte Tanner verschmitzt. Sie genossen es sichtlich, wieder gemeinsam zu musizieren. Nachdem sie in den 80er- und 90er-Jahren die neue Schweizer Volksmusik geprägt hatten, trennten sie sich für sieben Jahre.«Es war wie eine Ehekrise», meinte Töbi Tobler. Für die Musik gab Ficht Tanner vor drei Jahren das Sticken mit der Maschine auf, wo er ebenfalls erfolgreich traditionelle Machart, Formen und Grenzen überwand.

Bote der Urschweiz (Monika Neidhart)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.09.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/axTVrf