Hat in ihrer Maskengarderobe immer etwas zu tun: Theres Inderbitzin beim Bügeln. Bild Silvia Camenzind
Hat in ihrer Maskengarderobe immer etwas zu tun: Theres Inderbitzin beim Bügeln. Bild Silvia Camenzind

Volkskultur

Hüterin über 350 Gwändli

Weil Theres Inderbitzin der kleinen Kinder wegen nicht mehr an die Fasnacht konnte, gründete sie eine Maskengarderobe. Das war vor 30 Jahren.

In der Maskengarderobe an der Räbengasse 7 in Steinen geht man wie durch einen Tunnel von Raum zu Raum. Links und rechts finden sich um 350 Fasnachtsgwändli. Ganz hinten sind in einem Gestell die Larven aufgereiht. Die grösste Gruppe im Angebot umfasst zwölf Mönche. Theres Inderbitzin hat ihre Maskengarderobe kontinuierlich ausgebaut. Angefangen hat sie vor 30 Jahren, weil die begeisterte Fasnächtlerin nach der Heirat wegen ihrer kleinen Kinder nicht mehr oft an die Fasnacht gehen konnte. Ihr Mann machte Musik, und Theres Inderbitzin eröffnete ihre Garderobe mit einem Blätz, einem Hudi, einem Domino und einigen Fantasiekostümen. Im Erdgeschoss des Hauses gab es Platz für die Kostüme. Heute hat sie für Fantasiekostüme einen Lieferanten, die Originalgwändli macht sie selber. «Mein Vermögen», lacht sie und zeigt auf die Rollengurte, die den Blätzkostümen gegenüber im Eingangsbereich hängen.

Blätz hält rund zwanzig Jahre

Als Vermieterin und Pflegerin der Fasnachtskostüme kennt Theres Inderbitzin auch die Lebensdauer eines Blätz: «Ein gut gemachter Blätz hält rund zwanzig Jahre, einer für Kinder weniger lang, da diese oft auf den Knien auf dem Boden herumrutschen.» Alle drei, vier Jahre veranstaltet Theres Inderbitzin eine Börse und verkauft Gwändli, um den eigenen Bestand etwas zu reduzieren.

Kostüme auf dem Dorfplatz

Heute ist Theres Inderbitzins Maskengarderobe noch die einzige in Steinen. Sie kann auf treue Kundschaft zählen, schätzt den Kontakt und macht die Arbeit gerne. Sie erzählt von den Glücksmomenten, wenn ihr in der Fasnacht die Rott entgegenkommt, von der Freude, all ihre Kostüme auf dem Dorfplatz zu sehen. Ihre Lieblingssujets sind das Hudi und der Blätz. Für den Blätz stellt sie sogar den Buselbesen selber her. Sie hat diese Arbeit von ihrem Vater gelernt und übernommen. Um die Busel zu holen, geht sie jeweils im August an den Lauerzersee ins Schilf. Diese Besen wird sie weiterhin herstellen, auch wenn sie einmal die Maskengarderobe des langen Stehens wegen nicht mehr wird führen können.Theres Inderbitzin sagt: «Beim Buselbesen-Machen kann ich sitzen.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

16.01.2015

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schwyzkultur.ch/Ypv3pL