Ein Denkmal für die Steiner Fasnacht: Die beiden Symbolfiguren Talibasch (links) und Välädi sind in Steinen nun das ganze Jahr hindurch präsent. Bild Josias Clavadetscher
Ein Denkmal für die Steiner Fasnacht: Die beiden Symbolfiguren Talibasch (links) und Välädi sind in Steinen nun das ganze Jahr hindurch präsent. Bild Josias Clavadetscher

Volkskultur

Jetzt ganzes Jahr Talibasch und Välädi

Bisher konnte Steinen jeweils einige Wochen lang die Fasnacht geniessen, neu sind Talibasch undVälädi tagtäglich das ganze Jahr hindurch präsent. Steinen hat den beiden prächtigen Symbolfiguren ein ebenso prächtiges Denkmal geschaffen.

In dieser Art ist das neu: ein Dorf, das sich übers ganze Jahr hindurch an einem Stück Fasnacht im Alltag erfreuen kann. Seit dem Wochenende stehen in Steinen, auf dem tagtäglich gut frequentierten Postplatz, die beiden berühmtesten Steiner: Talibasch und Välädi. Als Denkmal, entworfen und geschaffen von Martin Schibig, präsentieren sich die beiden Fasnachtsfiguren unerschütterlich, scheinen sich Fasnachtsepisoden zu erzählen oder von der nächsten Narrenzeit zu schwärmen. Sie werden die Steinerinnen und Steiner dazu verführen, dass sie ebenso genüsslich an die Fasnacht denken und auch während dem Jahr vor lauter Lebensfreude schmunzeln müssen.

Ein Geschenk zum 75. Geburtstag

Die Idee zu diesem Denkmal ist vor zwei Jahren an der Generalversammlung der Fasnachtsgesellschaft Steinen gefallen.Alt-Narrenvater Herbert Annen hat die Idee gezündet, anschliessend wurde sie mit ebensolchen Feuereifer umgesetzt. Vor allem erstaunt, wie schnell die rund 36 000 Franken für das Denkmal zusammengekommen sind. Den Steinern liegt offensichtlich viel an ihren beiden Hauptfiguren. Rechtzeitig auf die Jubiläumsfasnacht hin ist das Projekt fertig geworden, am letzten Samstag wurde es zum 75. Geburtstag der Fasnachtsgesellschaft Steinen feierlich enthüllt. Mit einem Feuer- und Rauchzauber, mit einer wirbligen Schar von Gastgruppen. Sie wurden alle auf dem Postplatz vom Steiner Narrenvater Markus Meyer und seiner Steiner-Räbe empfangen. Trotz bitterer Kälte haben sich viele Zuschauer diesen Empfang und die Enthüllung nicht entgegehen lassen.

Viele Gäste zum Jubiläum da

Anschliessend ging es mit Jubiläumsstimmung in den restlos ausverkauften sieben Gaststätten weiter. Die Steiner Fasnächtler konnten dabei auf das Konzept zurückgreifen, das sie schon vor fünf Jahren erfolgreich umgesetzt hatten: mit Auftritten der Gastgruppen imTurnus, mitAbwechslung und mit einer eigentlichen Beizenfasnacht. Die Mischung war erneut ausgezeichnet. Kontraste zum Steiner Nüsslen brachten in Begleitung des neguanischen Hofes die Abigrott von Seewen sowie die Schwyzer Nüssler auf den Tanzboden. Sehr wild und temperamentvoll wirbelten die 16 Drapolinge aus Amsteg durch die Lokale. Kaum einer war vor ihnen sicher. Aus Ausserschwyz war das Narrensymposium mit einer Abordnung der verschiedenen Rölli-Figuren zu Gast, mit Röllis aus Altendorf, Reichenburg, Siebnen, Wangen und Freienbach. Die Legorengesellschaft Oberägeri war mit ihrem Legorenrat, mit Legorenvater Michi I. Rogenmoser und einer prächtigen Gruppe Tiroler nach Steinen gekommen. Aus Siebnen waren die Rätschwyber zu Gast, die bewiesen, dass es auch inAusserschwyz so etwas wie das Hudi gibt. Die «Bianchineri» aus Küssnacht führten eine pointenreiche Schnitzelbank auf. Und die Steiner Rott selber präsentierte sich, im Stile des «Underemache», sogar mit Ländlermusik.

Alle Fasnächtler sind verwandt

Bei diesen Auftritten ging es nicht nur um Fasnachtsstimmung und Jubel- Trubel, sondern jeder Auftritt wurde auch kommentiert und erläutert. Daraus konnten viele die Erkenntnis ziehen, dass die Fasnächtler eigentlich über alle Grenzen hinweg verwandt sind und bestens miteinander auskommen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

13.02.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/BxtLEP