Narrenvater Geni Marty präsentierte eine fast vergessene alte Maske, die des Steiner Talibasch-Grösis. Die Holzmaske ist über 80 Jahre alt. Jetzt wurde von ihr eine Gipspause erstellt. Bilder: Erhard Gick
Narrenvater Geni Marty präsentierte eine fast vergessene alte Maske, die des Steiner Talibasch-Grösis. Die Holzmaske ist über 80 Jahre alt. Jetzt wurde von ihr eine Gipspause erstellt. Bilder: Erhard Gick
Roli Schnüriger (Mitte) wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Die Ehrenurkunde übergaben ihm Vizepräsidentin Martina Pütter und Narrenvater Geni Marty.
Roli Schnüriger (Mitte) wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Die Ehrenurkunde übergaben ihm Vizepräsidentin Martina Pütter und Narrenvater Geni Marty.

Volkskultur

Steiner Fasnächtler erwecken alte Maske zu neuem Leben

Man kennt sie, die traditionellen Fasnachtsmasken. In Steinen will man eine über 80 Jahre alte Figur zu neuem Leben erwecken, das Talibasch-Grösi. An der GV der Fasnachtsgesellschaft wurde es präsentiert.

Einst gehörte es in der Steiner Rott dazu, das Steiner Talibasch-Grösi. In den letzten Jahren suchte man die Figur aber vergeblich an der Steiner Fasnacht. Nur sporadisch wagte sich die alte Traditionsfigur an die fasnächtliche Öffentlichkeit. «Das wollen wir jetzt ändern», überraschte Narrenvater Geni Marty das äusserst zahlreich aufmarschierte Steiner Fasnachtsvolk an der Generalversammlung im Restaurant Hirschen. Er präsentierte am Samstagabend eine Rarität, die Larve des Talibasch-Grösis. Die von Narrenvater Geni Marty präsentierte Holzlarve ist über 80 Jahre alt und ein Unikat. «Wir hatten das Glück, dass es Bildhauer Josef Odermatt gelungen ist, einen originalen Gipsabdruck der Larve zu erstellen. Damit bleibt die Rarität für die Nachwelt erhalten», sagte Marty weiter. Das Grösi soll jetzt, der Tradition entsprechend, in der gleichen Richtung, wie dies der Välädi tut, die Steiner Rott umrunden. «Dabei begegnet sie beim Runden um die Rott immer wieder dem Talibasch von Angesicht zu Angesicht», so Geni Marty. (Anmerkung: Die Fasnachtsfiguren Talibasch und Välädi umrunden die Steiner Rott in einem grossen Kreis von Zuschauern und sorgen dafür, dass den Maschgraden genügend Platz für den Narrentanz bleibt).


Neues Ehrenmitglied und in Umzugsspannung


In Steinen kennt man, wie vielerorts, die Rott der Erwachsenen und jene der Kinder. Seit 20 Jahren führt Rottführer Roli Schnüriger die Kinder auf dem Steiner Dorfplatz. «Ich erlaube mir, euch Fasnächtlern im Jahr des Umzugs von ‹Genial dänäbed› unseren Kinderrottführer zum Ehrenmitglied vorzuschlagen», sagte Narrenvater Geni Marty. Der Narrenvater brauchte sein Fasnachtsvolk nicht gross um Genehmigung seines Vorschlags zu fragen, mit dem tosenden Applaus war der Wahl bereits genüge getan. «Ich fühle mich geehrt und habe nicht damit gerechnet», sagte der Geehrte. «Ich sehe hier einige Gesichter, die ich als Kinder in der Rott begleiten durfte, und ich sehe Fasnächtler, die mir bereits wieder ihre Kinder anvertrauen», sagte das neue Ehrenmitglied Roli Schnüriger. In Steinen geht es jetzt Schlag auf Schlag mit der Fasnacht und dem Grossereignis, dem alle fünf Jahre stattfindenden Fasnachtsumzug vom 3. März, weiter. Die Steiner Tambouren, fester Bestandteil der Steiner Fasnacht, feiern dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum. Sie werden alle Schwyzer Fasnächtler mit einem imposanten Bauwerk auf dem Steiner Dorfplatz überraschen. Am kommenden Donnerstag ist Baubeginn. Das Sujet beziehungsweise Motto ist gar nicht so «genial dänäbed», aber geheim. Danach folgt am 19. Januar der erste Fasnachtstag.


Bote der Urschweiz / Erhard Gick

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/WNHPC3