Musik
Temperamentvolles Frühlingskonzert reisst mit
Mit «Viva la Musica» holten der Musikverein Verena Wollerau und das Jugendblasorchester Höfe (JBOH) ihr Frühlingskonzert nach vier Jahren zurück «nach Hause» in die neue Mehrzweckhalle Riedmatt und feierten gleich drei Premieren auf einmal.
Den Startschuss gab Moderator Stefan Büsser, der die Gäste per Audionachricht aus dem Off willkommen hiess. Dass es sich dabei um die echte Stimme handle, nicht um eine KI-generierte, betonte Co-Präsidentin Susanne Reichmuth ausdrücklich. Es gab einiges zu feiern an diesem Samstagabend: das erste Frühlingskonzert in der neuen Mehrzweckhalle Riedmatt, den ersten Auftritt des hauseigenen «Vino Verena» in der eigens eingerichteten Weinlaube und das offizielle Dirigentendebüt von Sebastian Rauchenstein. Der Wollerauer hat den Taktstock von David McVeigh übernommen, musste sich aber kaum vorstellen: Rauchenstein ist seit über 20 Jahren dabei und habe schlicht den schweren Hornkoffer gegen den leichten Dirigentenstab getauscht, wie Ansager Andreas Portmann aus dem Schlagzeugregister mit Augenzwinkern bemerkte.
Von Bellinzona über Irland in die USA
Das Jugendblasorchester Höfe eröffnete den Konzertabend unter der Leitung von Mathias Brandenberger, Sebastian Rauchenstein und Christian Bachmann, abwechselnd und gemeinsam musizierend. Den Anfang machte «Flic-Flac» von Guido Anklin, ein Stück, das normalerweise eher zum Schluss auf dem Programm steht. Das Thema wanderte von Register zu Register, präzise und schwungvoll wie ein Überschlag im Kunstturnen. «Bellinzona Castles» von Etienne Crausaz würdigte die drei nahezu originalgetreu erhaltenen Tessiner Burgen auf der Unesco-Welterbeliste. Darauf folgte «Danger Zone», die Rhythmen aus «Top Gun», welche die US Navy einst als das wirkungsvollste Rekrutierungsvideo aller Zeiten einstufte. «Ancient Airs of Ireland» entführte auf Basis historischer gälischer Melodien in eine mystisch-verträumte Welt, bevor «Deadpool’s Playlist» mit Hits wie «Take on Me» oder «Like a Prayer» den Bogen ins Marvel-Universum schlug.
Vier Sätze, vier Länder
Nach der Pause übernahm der Musikverein Verena Wollerau mit einer Reise in den Süden. «Andrés Contrabandista» verband frische Akzente mit den traditionellen Merkmalen des Paso Doble, der Soundtrack zu «The Mask of Zorro» füllte die Halle mit treibenden spanischen Rhythmen. Das Highlight bildete die «Second Suite for Band» von Alfred Reed, die in vier Sätzen durch vier lateinamerikanische Länder führte. Der Musikverein meisterte den Streifzug vom beschwingten kubanischen «Son Montuno» über einen verträumten brasilianischen «Tango» und das ausgelassene argentinische Trinklied «Guaracha» bis zum mexikanischen Stierkampf «Paso Doble» mit hörbarer Spielfreude.
Co-Präsidentin Claudia Beeler zeigte sich zufrieden und kündigte ausserdem selbstkritisch an, man habe bereits Optimierungspotenzial für die neue Location erkannt: Nächstes Mal werde man die Stühle nochmals nachzählen und abwarten, bis auch die Kolleginnen vom Kuchenbuffet wieder auf der Bühne sässen. Das Publikum liess sich davon nicht beirren und forderte nach frenetischem Applaus zwei Zugaben.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Micha Brandstetter
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kontakt
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/MSwTCM