Das Kreativ- und Produktionsteam des gelungenen Kurzfilms (von links) mit Dragan Gavric, Ivan Geisser, Remo Lüönd und Joan-Marc Zapata. Bild: Josias Clavadetscher
Das Kreativ- und Produktionsteam des gelungenen Kurzfilms (von links) mit Dragan Gavric, Ivan Geisser, Remo Lüönd und Joan-Marc Zapata. Bild: Josias Clavadetscher

Film

«Testlauf» für Schwyzer Spielfilm

Mit einem Low-Budget von 40000 Franken hat Ivan Geisser als Produzent den Kurzfilm «Bright Side in D Minor» abgedreht. Das ist gelungen. Jetzt soll ein Spielfilm für 1,5 Mio. Franken folgen.

Ivan Geisser, Ingenbohler Gemeinderat und Versicherungsagent, ist via Kollegschaft in den Ferien aus heiterem Himmel in die Filmbranche gefallen (der «Bote» berichtete). Um für grössere Filmpläne gerüstet zu sein, machte er sich zuerst an einen Kurzfilm. Gedreht wurde diese spanisch-schweizerische Co-Produktion in Rothenthum, Zug, im Spital Schwyz, im Schlattli und vor allem im und um das Seehotel Waldstätterhof in Brunnen. Dort wurde das Ergebnis jetzt präsentiert.


Der «Testfilm» hat eine Spieldauer von 30 Minuten. Inhaltlich handelt er davon, dass ein getrennt lebendes Ehepaar aus Spanien wegen des tödlich verunfallten gemeinsamen Sohnes in die Schweiz reisen muss und dabei wieder zueinander findet. Die Handlung kommt ausgesprochen melodramatisch daher, gelegentlich sogar etwas verstörend. Die Filmsprache ist ruhig, mit langen Sequenzen und wenigen Schnitten. Die zugrunde gelegte Dramaturgie entspricht ganz dem Filmtitel und der im Stück vorkommenden Komposition, eben in d-Moll. Die Handlung in sich ist schlüssig, das Bild meist von graublauen Tönen dominiert. Die Kameraführung spielt gekonnt mit der Landschaft, der Natur und vor allem der Totalen, in der Gesichter und Personen am Rand erscheinen, als ob man zeigen wollte, dass die Kraft des Schicksals stärker ist als menschliches Wollen.


Das Erstaunlichste an dieser Produktion aber ist, dass Initiant Ivan Geisser von null gestartet ist, sich autodidaktisch und im Schnellverfahren eingearbeitet hat und gegen 50 Schauspieler, Statisten, technische Leute und Helfer rekrutieren und all diese Laien ebenfalls motivieren konnte. Wie Regisseur Joan-Marc Zapata an der Uraufführung schilderte, seien die wenigen Profis zuerst sehr skeptisch gewesen. Alles sei aber möglich geworden dank gegenseitigem Vertrauen. Zudem hätten die Schweizer 17 Stunden pro Tag «wie die Ameisen» gearbeitet und den wenigen Spaniern so eine Lektion erteilt.


Das wird es auch weiterhin brauchen. Dieser Kurzfilm war sozusagen nur der Testlauf. Jetzt folgt das Projekt «Dark Silk», nach einem spanischen Bestseller, dessen Rechte bei Regisseur Zapata liegen. Je etwa hälftig soll dieser Spielfilm in Spanien und Brunnen gedreht werden. Gestartet wird jetzt die Investorensuche. Geisser geht von einem Budget von 1,5 Mio. Franken aus. Ab November 2019 soll gedreht werden, im Herbst 2020 soll der Film in die Kinos gelangen.


Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

13.10.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/mj6wNi