Musik
«Unsere Wege entwickeln sich weiter»
Die Indie-Pop-Band Daens mit dem Brunner Schlagzeuger Nico Hunziker hat ihr Karriereende angekündigt.
Die Band Daens mit dem Brunner Schlagzeuger Nico Hunziker blickt auf eine intensive und erfolgreiche Zeit zurück. Nach mehreren Jahren voller Konzerte, Festivalauftritte und musikalischer Highlights haben sich die Bandmitglieder entschieden, das Kapitel Daens abzuschliessen – nicht aus Frust, sondern weil sich das Leben weiterentwickelt hat. Die Band legte einen beeindruckenden Start hin: Die Debüt-EP «Misses» (2021) wurde begeistert aufgenommen, die Songs fanden grossen Anklang, und die Single «Fool» wurde über 1,6 Millionen Mal gestreamt. Auftritte an renommierten Festivals wie dem Open Air St. Gallen, dem Gurtenfestival oder Zermatt Unplugged prägten die Bandgeschichte nachhaltig. «Unsere Wege entwickeln sich weiter – und das ist gut so», meint der Brunner Schlagzeuger Nico Hunziker. Er hat die Band 2018 gemeinsam mit Sänger und Gitarrist Daniel Beltrametti gegründet. Der «Bote» hat ihm einige Fragen gestellt.
Nicole auf der Maur: Warum endet das Projekt Daens?
Wir sind eine Band, die es liebt, live zu spielen – die Bühne war immer unser Zuhause. Als Do-it-yourself-Band haben wir neben den Konzerten jedoch auch alles selbst organisiert, und mit der Zeit wurde uns dieses Drumherum schlicht zu viel. Wenn man heute als Band etwas bewegen möchte, muss man stetig präsent sein, Social Media bedienen und regelmässig neue Songs veröffentlichen – dafür fehlten uns zunehmend die Zeit und die Muse. Gleichzeitig haben wir gemerkt, dass sich unsere Leben in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Neue berufliche und persönliche Verpflichtungen lassen uns dem Projekt nicht mehr die Energie widmen, die wir ihm früher mit voller Überzeugung gegeben haben. Daens war stets ein Herzensprojekt mit grossen Zielen und hohen Ansprüchen an uns selbst. Uns war wichtig, mit voller Kraft hinter dem zu stehen, was wir machen – und wenn man diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden kann, fühlt es sich richtig an, bewusst einen Schritt weiterzugehen. Zwischenmenschlich hat sich nichts verändert: Wir sind nach wie vor eng befreundet und dankbar für alles, was wir gemeinsam erleben durften.
Sie beenden die gemeinsame Bandzeit im Oktober. Was steht noch an?
Wir spielen am 4. Juli am Eiger Music Fest in Grindelwald, am 29. August am Vilette Fäsch in Cham und am 1. Oktober im Gaswerk in Seewen.
Im Gaswerk feiern Sie das Abschiedskonzert. Ist etwas Spezielles geplant?
Ja, wir wissen aber noch nicht genau, was. Wir halten die nächsten Tage eine Sitzung dazu ab. Es wird sicher ein besonderes Fest geben, kein 08/15-Daens- Konzert. Wir möchten einen ganz speziellen Abend mit Freunden und Fans erleben.
Wie kam es eigentlich damals zur Bandgründung?
Das erste Mal gespielt haben wir am Weihnachtsmärcht des Theresianums Ingenbohl 2017. Daniel und ich waren beide Schüler des Theresianums. Daniel war in der Parallelklasse, wir kannten uns deshalb nicht gut. Eines Tages kam eine Lehrerin auf uns zu und bestärkte uns, gemeinsam Musik zu machen und am Weihnachtsmärcht aufzutreten. So wurden wir eigentlich zur Band gemacht. Wir haben uns auf das Experiment eingelassen und merkten schnell, dass das gemeinsame Musizieren Riesenspass macht. Vom Auftritt am Weihnachtsmärcht machte anschliessend ein Videoclip in Brunnen die Runde. Auch eine Verantwortliche der 1.-August-Feierlichkeiten in Brunnen bekam diesen zu sehen und buchte uns für ein Konzert. Wir hatten damals noch nicht einmal einen Namen.
Seit der Gründung im Jahr 2018 haben Sie über 180 Konzerte in der ganzen Schweiz und Europa gespielt. Sie konnten sich einen starken Namen als Liveband schaffen und gewannen verschiedene renommierte Newcomer-Preise. Was war Ihr persönliches Highlight während der ganzen Bandgeschichte?
Die grossen Festivals waren immer etwas ganz Besonderes für uns. Nur schon wegen des Drumherums: Wir haben die Festivals zelebriert, sind jeweils die ganze Zeit geblieben, haben im Zelt geschlafen und den Vibe genossen. Ganz besonders geschätzt haben wir auch das gemeinsame Herumreisen im Bus von Festival zu Festival – diese Zeit hat uns als Band extrem zusammengeschweisst. Ein ganz besonderer Moment in der Geschichte von Daens war auch das Konzert mit dem Musikverein Seedorf. Daniel Beltrametti und ich studierten an der Pädagogischen Hochschule in Goldau, wo der Komponist Hansjörg Römer aus Brunnen unterrichtet. Er hat unsere Songs für den Musikverein Seedorf umarrangiert. So durften wir gemeinsam mit einem Orchester von rund 60 Musikerinnen und Musikern während 40 Minuten ein Medley unserer Songs spielen. Das war gewaltig – ein echtes Hühnerhaut-Erlebnis.
Bleiben Sie der Musik treu?
Wir bleiben der Musik auf jeden Fall treu – wer weiss, was in ein paar Jahren noch alles passiert. Tom Horat, Samuel Brunner und ich werden weiterhin – auch beruflich – musikalisch unterwegs sein. Ich selbst gebe Schlagzeugunterricht in Rothenthurm und stehe regelmässig mit verschiedenen Bands und Projekten auf der Bühne, unter anderem mit Ritschi und Mimiks. Da die Auftragslage in der Musikbranche nicht immer planbar ist, arbeite ich daneben auch als Aushilfslehrer. Trotzdem gebe ich Vollgas und setze alles daran, als Schlagzeuger gebucht zu werden. Live zu spielen ist meine grosse Leidenschaft.
Bote der Urschweiz / Nicole Auf der Maur
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Bote der Urschweiz
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