Sänger, Musiker, Erzähler: Die Ybriger Kindergärtler und Primarschüler beteiligten sich am Grossprojekt «Zäller Wiehnacht». Hier ein Teil des Chores unter der Leitung von Yolanda Schibli. Bilder Maja Burch
Sänger, Musiker, Erzähler: Die Ybriger Kindergärtler und Primarschüler beteiligten sich am Grossprojekt «Zäller Wiehnacht». Hier ein Teil des Chores unter der Leitung von Yolanda Schibli. Bilder Maja Burch
Schülerinnen und Schüler aus 13 Klassen führten das Krippenspiel und die dazugehörigen Stücke auf.
Schülerinnen und Schüler aus 13 Klassen führten das Krippenspiel und die dazugehörigen Stücke auf.

Bühne

Vorweihnachtliche Stimmung im Ybrig dank der «Zäller Wiehnacht»

Seit den Herbstferien beschäftigten sich die Kinder der Primarschulen Unteriberg, Oberiberg und Studen mit dem Krippenspiel «Zäller Wiehnacht». Am Wochenende fanden zwei erfolgreiche Aufführungen statt.

Ich weiss nicht, wie es Ihnen ergeht, aber draussen empfinde ich momentan nicht viel von der vorweihnachtlichen Stimmung. Klar, man sieht vielerorts Lichterketten, geschmückte Bäume und Sterne beleuchten die Dörfer. Doch irgendwie fehlt mir Mitte Dezember der Schnee, um so richtig in Stimmung zu kommen. Höchste Zeit also, um in die Welt der Hirten, Engel und der heiligen Familie einzutauchen! Da kam das Krippenspiel «Zäller Wiehnacht» gerade gelegen!

Volle Ränge

Die Kirche in Unteriberg war letzten Samstag bis auf den letzten Platz gefüllt, als die 220 Primarschülerinnen und -schüler der Primarschule Unteriberg, Oberiberg und Studen klassenweise in die verdunkelte Kirche einzogen und sich im Chor aufstellten. Die Orgel erklang, der grosse Betlehemstern über den Kindern wurde beleuchtet und die ganze Kinderschar eröffnete die Aufführung mit dem bekannten Lied «Das isch de Stärn vu Betlehem». Es erzählt vom Stern von Betlehem, der die Geburt Jesu ankündigt. Dem Lied folgte eine Szene mit Mädchen und Knaben, die sich über die Weihnachtsgeschichte und ihre Bedeutung unterhalten. Sie beschliessen, zusammen die «Zäller Wiehnacht» aufzuführen.

Mit Orgel und Musikschüler

Die «Zäller Wiehnacht» gilt als das bekannteste Krippenspiel der Schweiz. Geschrieben wurde es von Paul Burkhard, der am 21. Dezember 100-jährig geworden wäre. Er ist in Zürich geboren und gehört zu den bekanntesten Schweizer Komponisten. Ursprünglich komponierte er dieses Singspiel für die Kinder von Zell im Zürcher Oberland. Diesen Advent wird es anlässlich des Jubiläums von Burkhard an verschiedenen Orten aufgeführt, unter anderem sogar im Schauspielhaus Zürich.Auch im Ybrig wollte man sich mit der ganzen Primarschule an dieses Grossprojekt wagen. Alle Kindergarten- und Primarklassen von Unteriberg, Studen und Ober-iberg beteiligten sich an diesem Anlass. Die acht Lieder wurden auf die 13 Klassen aufgeteilt, so dass alle mindestens zwei Lieder sangen. Seit den Herbstferien wurde nun fleissig geübt, die älteren Schüler sangen sogar zweistimmig. Alle Lieder wurden von Yvonne Briker an der Orgel begleitet. Auch die Musikschule Ybrig half tatkräftig mit: Einige Musikschüler übernahmen die Instrumentenparts mit der Violine, Kontrabass, Querflöte, Panflöte, Saxophon, Trompete, Akkordeon oder Gitarre.

Zwei Aufführungen

So verwandelte sich die Kirche für einmal in einen Schauspielort. Wo normalerweise der Altar steht, sass nun König Herodes bequem in seinem Sessel oder die Hirten und Schafe wärmten sich ums Lagerfeuer. Gespielt wurden die Szenen zwischen den Liedern von der dritten, fünften und sechsten Klasse aus Unteriberg. Untermalt wurde das Ganze mit projizierten Zeichnungen der Erst- bis Drittklässler aus Studen. Die Aufführungen fanden am vergangenen Freitag in Unteriberg und am Samstag in Oberiberg statt. Die Kirche war beide Male bis in die hintersten Bänke besetzt. Und die Besucher wurden nicht enttäuscht: Sänger, Musikanten und Schauspieler begeisterten das Publikum mit gefühlvoll gesungenen Liedern und entführten sie während fünf Viertelstunden in die Welt vor über 2000 Jahren. Die zwei Vorstellungen waren ein Erfolg und auch die mitwirkenden Kinder waren mit Freude und Begeisterung dabei.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

16.12.2011

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