Die 72-jährige Zeitzeugin Rosalina Reichmuth erzählt beim Filmdreh von Kilian und Fabienne, wie sie ihr erstes Geld verdiente und auf ein Tonband sparte. Bild: PD
Die 72-jährige Zeitzeugin Rosalina Reichmuth erzählt beim Filmdreh von Kilian und Fabienne, wie sie ihr erstes Geld verdiente und auf ein Tonband sparte. Bild: PD

Film

Schüler filmen Zeitgeschichte

Die Schüler der MPS Unteriberg erstellten 23 spannende Kurzfilme. Dafür interviewten sie bis zu 92 Jahre alte Zeitzeugen und dokumentierten die Freuden und Ängste in den 30er- bis 90er-Jahren.

Auf der Website Zeitmaschine.TV findet man auf einem Zeitstrahl über 500 Kurzfilme aus der Vor- und Nachkriegszeit. In Unteriberg dokumentierten Schüler aus der achten Klasse nun auch die Zeitgeschichte aus der Region. Im Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verein Zeitmaschine.TV geht es darum, den Dialog zwischen den Generationen zu fördern und nebenbei die Geschichte erlebbar zu machen. «Für Jugendliche aus Städten sind alte Menschen exotischer», meint der Berner Initiant und Historiker Christian Lüthi.

Von der Aufnahme bis zum Schnitt mit dem Tablet

In Unteriberg seien sie vertrauter mit dem Alter. «Da man sich im Dorf kennt, waren die Zeitzeugen hier keine Fremden wie in Städten. Dort machen wir auch ab und zu Umsetzungen mit Seniorenheimen », so der Projektleiter. Die MPS-Schüler sprachen mit Verwandten und Bekannten über die Entwicklung von Maschinen, die Landwirtschaft, den Beruf oder aber auch über den Alltag sowie über Freuden und Sorgen. Entstanden sind 23 spannende und emotionale Kurzfilme. Lüthi sind zwei Ergebnisse besonders ins Auge gestochen: «Ä schöne Bruef» und «Mis erschti Gäld». Das vom ehemaligen Schulleiter in die Wege geleitete Projekt hat nebst dem sozialen auch einen pädagogischen Hintergrund: Die Schüler lernen, ein Interview zu führen, daraus Geschichten zu produzieren und das digitale Material zu verarbeiten. Nebenbei erfahren sie, mit welchen geschichtlichen Ereignissen unsere Vorfahren konfrontiert waren. Gearbeitet wurde in Zweiergruppen, einer war der Journalist, der andere der Techniker. Das Filmteam musste nicht wie früher Koffer mit schweren Kameras schleppen. Die Schüler benutzten einzig ein Tablet von der Schule oder ihr eigenes Smartphone. Von der Bild- und Tonaufnahme über den Schnitt bis zur Publikation läuft alles über die App Z-moviemaker, die speziell für dieses Schulprojekt entwickelt wurde. Die Zeitzeugen und ihre Nachkommen freuen sich, das Endprodukt am Abend vom 30. Juni in einem kleinen Pop-up-Kino anzuschauen. Da präsentieren die Schüler ihre Abschlussarbeiten im Rahmen einer Ausstellung.«Diese Präsentation wird in Unteriberg ein richtiges Dorffest», hat Lüthi von einem der Lehrer erfahren.

Bote der Urschweiz (Nadia von Euw)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

14.06.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/VQc37e