Etzelkristall beim Abschluss. Sie zeigten während des Stücks «auf der Vogelwiese» auch eine Gesangseinlage. Bild Kurt Fässler
Etzelkristall beim Abschluss. Sie zeigten während des Stücks «auf der Vogelwiese» auch eine Gesangseinlage. Bild Kurt Fässler

Musik

Baumeli verwandelte sich zu Musikhaus

Sonntäglicher Blaskapellen-Treff im MZH Baumeli mit Etzel-Kristall: Trotz dem sonnenüberfluteten Frühlingssonntag hatte das Blasmusiktreffen in Unteriberg noch selten so viel Publikum. Die Blaskapelle Kronjanka aus der Region Bern/Thun machte pünktlich um 11 Uhr die Eröffnung.

Zum Mittag war der Saal praktisch voll besetzt. Unter der Leitung von Jakob Linder spielte die 14-köpfige Kapelle Kronjanka original mährische Weisen. Dass sie erst am 16. Juni 2012 ihr erstes Konzert gaben, also eine junge Blaskapelle sind, beeindruckte die Zuhörer schon beim ersten Polka «Pochwala», der schmissig vorgetragen und dementsprechend applaudiert wurde.

Gelungene Ansagen

Ihr junger Speaker trat erstmals auf, doch er verstand es, mit seinem Berndeutsch humorvoll durch das Programm zu führen. In bunter Reihenfolge lösten sich Polka und Walzer ab. Zusammenfassend beeindruckte auch der Dirigent. Er schien mit seinen Musikanten und den Melodien zu verschmelzen. Die erste Zugabe erspielten sich die Kronjankaleute mit dem beliebten Ohrwurm «Polka Nr. 37» von Metodej Prajka. Es waren die Soloduette der Klarinetten und der Trompeten, die sich teils Mitten in die Zuhörer stellten. So wurde auch beim letzten Stück «auf der Vogelwiese» nochmals eine Zugabe verlangt.

Weiterer Publikumserfolg

Schnell war die erste Stunde vorbei und Kronjanka wurde von der Landsberger Blaskapelle Malters abgelöst. Diese Formation ist eine Untergruppe der Feldmusik Malters, die schon seit 1874 besteht. Unter der Leitung von Hans Ottiger spielten die 18 Mitglieder böhmisch-märische Musik. Noch litten sie leicht unter Nervosität, ehe sie zum eigentlichen Spiel fanden und das Publikum ebenfalls begeisterten. Um nur ein paar Rosinen aus dem Melodienkuchen herauszupicken, seien hier folgende Stücke erwähnt: «Pusztazauber», der schön schmissig begann, Tempowechsel beinhaltete und dem die drei starken Bässe einen soliden Boden verliehen. Lebendig vorgetragen wurde, wie es der Name schon sagt, «Brasilina»: Hier wurden alle Register gezogen; Trompeten, Posaune, Klarinetten und auch Flöte. Eine Besonderheit demonstrierte der Mann am Xylophon beim Stück «Zirkus Renz», wo ebenfalls um eine Zugabe gebeten wurde. Ja sogar ein «Dixieland-Concerto» durfte nicht fehlen. Doch der grösste Applaus erhielt die Kapelle mit der Zugabe des letzten Stückes «Urnerbodekaffi». Die Solisten an Klarinette, Tenorsaxophon und Schwyzerorgel wurden vom Chor sehr gut unterstützt.

Erstmals aus Deutschland

Eine Premiere in der Auswahl der Blaskapellen machte Etzel-Kristall mit den Weinberg Musikanten aus dem Raum Reutlinge/Stuttgart. Somit wurde erstmals die Schweizergrenze überschritten. Die 13 Männer schlossen sich 1997 zusammen und pflegen ebenfalls böhmisch-mährische Musik, nebst traditioneller Blasmusik mit Schlagern und Evergeens. Der Dirigent, Johann Wetzler, führte seine Leute im gemächlichen Stil, was überaus gut ankam. Besonders gefielen den Zuhörern «Rosamunde» oder die Polkas von Ernst Mosch, deren Gemütlichkeit sich in den ganzen Saal übertrug. Dass auch sie nicht ohne Zugabe entlassen wurden, versteht sich von selbst.

13. Durchführung

Bereits zum 13. Mal fand das Blasmusiktreffen im Ybrig statt und wie alle Jahre machte auch diesmal die Kapelle Etzel-Kristall unter der Direktion von Toni Grätzer den Schluss. Ihr Auftritt war schön und die Musikanten füllten die Baumelibühne aus. Nebst den hochstehenden Darbietungen müssen aber trotzdem einige Highlights erwähnt werden; unter anderem das Solo beim Stück «Die zwei Supermänner». Mit ihrem reinen zweistimmigen Tenorhorn-Duett, dem Solo für drei Posaunen in «Die Gipfelstürmer», die unglaubliche Virtuosität des Klarinettisten bei «Amorada» oder die hohe Kunst der beiden Solotrompeter in «Es ging ein Jäger durch den Forst». Obwohl schon mehr als vier Stunden vorüber waren, hätte man noch lange zuhören können. Aber auch hier kam das offiziell letzte Stück mit stürmisch verlangten Zugaben. Bei Kapellen dieser Stilrichtung gehört als krönender Abschluss «Auf der Vogelwiese» mit Gesangseinlagen dazu.



Einsiedler Anzeiger (Kuf)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.04.2015

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schwyzkultur.ch/pBEdsU