Drei Solisten, von links Sepp Suter, Markus Fuchs und Toni Horat. Fotos: Kurt Fässler
Drei Solisten, von links Sepp Suter, Markus Fuchs und Toni Horat. Fotos: Kurt Fässler

Musik

Ein genussvoller Unterhaltungsabend

Das Publikum im gut besetzten Baumelisaal war voll des Lobes. Dem Interims-Dirigenten Walter Kälin ist es gelungen, die Musikanten zu aussergewöhnlichen Leistungen anzuspornen und er drückte mit seinem Stil dem Konzert seinen Stempel auf. Das kam schon beim rassig gespielten Eröffnungsmarsch «SOHAJ» von Vaclav Vackar voll zur Geltung.

Auf seine originelle Art begrüsste Präsident Marcel Holdener die Anwesenden herzlich. Speziell den Ehrenpräsidenten August Fuchs, Fahnengotte und -götti Franz und Hedi Marty, Gemeindepräsident Edi Marty mit Frau und die verschiedenen Delegationen. Sodann übergab er das Mikrofon an Sepp Ochsner junior, der in seiner unüber trefflichen Art durch den Abend führte.

Anspruchsvolle Soli

Angenehm hörte sich die Polka Dixi «Happy Trombones» mit einem anspruchsvollen Solo für drei Posaunen an. Die folgende «An all American Suite» beinhaltete vier Teile. Es begann ganz leise mit Posaunen und Tuba, das steigerte sich mit dem Einsatz aller Instrumente bis ins Forte. Im zweiten Teil gaben die Klarinetten den Ton an. Beim Übergang zum dritten Teil eröffneten Querflöte und Piccolo mit lieblichen Melodien, es folgten die Posaunen und Bässe, die dem Stück den Boden gaben. Fast wie ein Galopp durch die Prärie hörte sich der vierte Teil an. Kesselpauke und Percussion bestimmten das Tempo.

Alphorn anstatt Dudelsack

Eine extravagante Instrumentierung liess sich der Dirigent mit dem traditionellen «Amazing Grace» einfallen. Statt Dudelsack setzte er links und rechts vor der Feldmusik je ein Alphorn ein. Dies wiederum war nur möglich, weil er mit den Gebrüdern Toni und Bruno Horat zwei ausgewiesene Könner hatte. Das Zusammenspiel, abwechslungsweise mit den Hörnern, Tubas und wiederum mit dem ganzen Blasorchester, bewies einmal mehr die Kunst des Dirigenten. Stürmisch wurde eine Zugabe gewünscht. Mit einem originellen Auftakt begann das Stück «Raindrops Keep Fallin' On My Head», dann aber erkannte man den beliebten Ohrwurm. Fein, subtil wurde mit der Ballade begonnen und ebenso leise klang das Stück aus. Nun hatten die Musikanten wahrlich eine Pause verdient.

Dem Publikum gefällts

Zum Beginn des zweiten Programm teiles hatte Walter Kälin keinen geringeren als den berühmten Bert Kämpfert für das Potpourri «Dankeschön» ausgewählt. Wechselvoller hätte das Stück nicht sein können. Alle Solisten waren gefordert, zuerst Flöten und Klarinetten, dann die Tenorhörner, einen Tempowechsel ergab die Trompete mit ihrem Staccato, es folgten die Saxofone und letztlich die Posaunen.

Mit Lichteffekten

Das Ganze wurde noch mit effektvollem Lichtwechsel unterstrichen. Mit dem Slow-Rock «Saxophone Dreams» brachten die beiden Saxofonistinnen die Gäste zum Träumen. Auch hier wurde mit kräftigem Applaus eine Zugabe gefordert. Als eine weitere Spezialität erwies sich die Polka «Das Musikantentrio» mit dem Solo für Flügelhorn, Tenorhorn und Tuba. Erstaunlich und gleichzeitig sehr gefällig spielten die drei Solisten, die diskret von allen Instrumenten unterstützt wurden, um dann das Ganze abwechslungsweise von sämtlichen Registern kraftvoll zu wiederholen.

Udo Jürgens musikalisch zu Gast

Für ein weiteres Highlight sorgte das interpretierte Medley von Udo Jürgens, ebenfalls ein echter Ohrenschmaus. Da waren Melodien von: «Aber bitte mit Sahne» oder «Mit 66 Jahren fängt das Leben an» bis «Ein ehrenwertes Haus» zu hören. Einfach toll, was die Unteriberger Musikanten mit ihrem Dirigenten zu bieten vermochten. Nicht verwunderlich, dass erneut um Zugabe gebeten wurde. Vor dem letzten Stück bedankte sich Marcel Holdener bei Walter Kälin, der es fertig brachte, die Musi-kanten für dieses anspruchsvolle Konzert zu motivieren, begann doch das intensive Proben erst ab August. Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Musiker wie das Publikum. Ebenso richtete er einen grossen Dank an Sepp Ochsner junior. Seine Art zu moderieren, ihn zu hören und zu sehen, könne das beste Fernsehen nicht ersetzen.

Handschrift des Dirigenten

Mit dem Blues «Everybody Needs Somebody» konnten die Zuhörer nochmals ganz speziell die Handschrift des Dirigenten geniessen. Es wurde erneut um Zugabe gebeten und mit dem Marsch «Freundschaftsklänge» die Bitte erfüllt. Der riesige Applaus vermochte eine weitere Zugabe zu entlocken. Mit dem rassigen, im flotten Rhythmus gespielten «Rotzloch-Schottisc

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.11.2013

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