Einer der vielen Höhepunkte: Die Blaskapelle Etzel Kristall mit Trompeter Zachi Kälin (stehend). Foto: Kurt Fässler
Einer der vielen Höhepunkte: Die Blaskapelle Etzel Kristall mit Trompeter Zachi Kälin (stehend). Foto: Kurt Fässler

Musik

Haus voller Musik und voller Gäste

Das Blaskapellentreffen in Unteriberg ist weitherum im Schweizerland bekannt. Dass es aber auch sehr beliebt ist, bewies der fast voll besetzte Baumelisaal – und dies an einem wunderschönen Frühlings-Sonntag.

Wieder spielten vier Blaskapellen und verwöhnten die Zuhörer mit ihren böhmisch-mährischen Melodien. Zwei Trompeter der Freudenberger Blaskapelle schmetterten pünktlich um 11 Uhr ihren ersten Gruss in das Publikum, unterstützt von der Tuba, dann kamen die Flügelhörner, die Klarinetten und das Piccolo hinzu. Schöner und sinniger hätte der Begrüssungsmarsch nicht sein können, denn der Titel hiess «Grüss Gott».

Nicht nur böhmisch-mährisch



In diesem Sinne begrüsste Bruno Brenn, der Präsident des Etzel Kristall, die Anwesenden ganz herzlich und stellte die Freudenberger Musikanten vor. Aus dem Freiamt seien sie angereist, beheimatet in Merenschwanden. Die Kapelle bestehe seit 1975, sie werde präsidiert durch Roswita Rey und dirigiert von Kurt Vogel. Nebst böhmisch-mährischer, werde aber auch schweizerische Literatur gespielt. Dies bewiesen sie zum Beispiel mit «Träume unter den Palmen», wo man sich beim konzentrierten Zuhören gleich in der Badehose an der Sonne und eben unter den Palmen am Meeresstrand wähnte. Es wurde kräftig applaudiert, aber zu schnell waren die 60 Minuten vorbei.

Bergmelodien

Nahtlos erfolgte der Übergang auf der Bühne und schon hatten sich die Frienisberger Blasmusikanten mit einem rassigen Marsch unter dem Dirigenten Andreas Reber vorgestellt. Ihr Domizil heisse Seedorf (Bern), ihre Gründung erfolgte 1987, geleitet werden sie von Franziska Gehri. Sie seien mit Freude der Einladung in das Voralpengebiet nach Unteriberg gefolgt. Ihr Riesenberg, wenn auch nicht so hoch, biete eine herrliche Aussicht über das Mittelland, daher der Name ihrer Kapelle. Und wenn wir schon in den Bergen sind, meinte der Dirigent, spielen wir «Das kleine Echo». Eine Erstaufführung wurde zudem noch geboten, denn Andreas Reber hatte zum 40. Geburtstag seiner Frau die «Iris-Polka» komponiert. Der Schlussmarsch wurde mit Begeisterung aufgenommen und eine Zugabe war nicht möglich, weil sich schon die nächsten Musikanten bereitmachten.

Fast unglaubliches Tonvolumen

Die zwölf Musikantinnen und Musikanten des «Ensemble de cuivres Bavaria» waren die kleinste Kapelle, aber sie überraschten die Zuhörer mit dem bekannten «Alte Kameraden». Fast unglaublich das Tonvolumen, gewaltig die zwei Posaunisten, fein, präzise abgelöst von zwei Klarinetten, dazu die Einfälle mit dem plötzlichen Verjazzen des Stückes, um alsdann wieder im flotten Marschtempo weiterzuspielen, einfach toll! Man könnte sagen fast eine andere Art Musik! Kunststück, die Kapelle nannte sich «Ensemble de cuivres Bavaria». Von Lausanne waren sie angereist und der welsche Charme war absolut spürbar. Dirigent Caryl Valoton, der mitspielen musste, und die Präsidentin Béatrice Glinz stehen der Bavaria vor. Auf Deutsch und Französisch wurden sie von den Etzel-Kristall-Leuten begrüsst und alle freuten sich an den fröhlichen Romands. Bruno Brem dankte für die wunderbare Einladung nach Lausanne, so kam die Revanche nach Unter-iberg zu Stande. Das nachfolgende Konzert wurde enthusiastisch applaudiert. Merci mille fois! Nochmals wurde auf der Bühne ein Wechsel vorgenommen, denn die Blaskapelle Etzel Kristall benötigte etwas mehr Platz. Sie vorzustellen, wäre wie Wasser in den Fluss giessen!

Zauberhaftes aus dem Tenorhorn

Mit überzeugendem Auftakt dirigierte Toni Gräzer den Konzertmarsch «Die Sonne geht auf». Voluminös, subtil, von piano bis forte, alle Register wurden gezogen und nochmals das Publikum mit Musik vom Feinsten verwöhnt. Fast unglaublich was Silvan Arnold aus seinem Tenorhorn zauberte, stürmisch wurde um Zugabe gebettelt. Ein weiteres Stück «Rebgarten», nicht von einem Böhmen oder Mähren geschrieben, sondern vom abstammenden Unteriberger Alois Horat, zeichnete sich durch melodiöse Übergänge aus. Eine Erstaufführung wurde mit «Pulvermühle» vorgestellt. Zachi Kälin demonstrierte sein akrobatisches Können mit «Zungenbrecher» und der «Kanarienschreck» verlangte wiederum hohes Können von den Klarinettisten. Das Schlussstück «Auf der Vogelwiese» gespielt und gesungen, riss al

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

01.04.2011

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