Stiller Has machten am Freitag den Anfang: Endo Anaconda und Gitarrist Schifer Schafer überzeugten mit ihrem Sprachwitz. Bild Roger Bürgler
Stiller Has machten am Freitag den Anfang: Endo Anaconda und Gitarrist Schifer Schafer überzeugten mit ihrem Sprachwitz. Bild Roger Bürgler
Verpunkte «Ewigi Liebi»: Die Bieler Spasspunker QL haben den mash-Hit im Repertoire. Gestern wurde dieser gleich von Padi Bernhard selbst gesungen. Bild Roger Bürgler
Verpunkte «Ewigi Liebi»: Die Bieler Spasspunker QL haben den mash-Hit im Repertoire. Gestern wurde dieser gleich von Padi Bernhard selbst gesungen. Bild Roger Bürgler
Schlicht grossartig: William White kam mit viel Spiellaune, grossartigen Musikern und fantastischer Musik, die trotz Wetterfrust für gute Laune sorgte.
Schlicht grossartig: William White kam mit viel Spiellaune, grossartigen Musikern und fantastischer Musik, die trotz Wetterfrust für gute Laune sorgte.

Musik

Viele Höhepunkte trotz miesem Wetter

Das 10-Jahr-Jubiläum des Open Airs Hoch-Ybrig war musikalisch Extraklasse, wettertechnisch hingegen eine Katastrophe. Nahezu alle Bands trotzten Dauerregen und Kälte und sorgten dennoch für Klasse und gute Laune. Zwar kamen viele Künstlerinnen und Künstler zum wiederholten Male in die Weglosen. Doch fast alle hatten Überraschungen im Gepäck.

Stiller Has zu Beginn

Für viele kam das Eigenwilligste und Beste gleich zu Beginn. Stiller Has mit Frontmann Endo Anaconda, dem Berner Sänger, Bohemien, Theaterautor und Zeitungskolumnisten, traten als Erste auf der Hauptbühne am Open Air-Hoch-Ybrig auf. Und das Quartett sorgte mit Sprachwitz, Zynismus und teils fast surrealer Poesie schnell für gute Laune beim Publikum.

Florian Ast machte Stimmung

Der massentaugliche Höhepunkt des Freitagabends (das Festival wurde bereits tags zuvor mit der zweiten Auflage des Schlager-Express lanciert) war dann wie erwartet Florian Ast. Der legitime Polo-Hofer-Nachfolger bot eine kecke Show mit vielen Hits und bewies dabei auch grosse Entertainer- Fähigkeiten. Das Publikum tanzte und sang ausgelassen mit. Dass das Festival bei der Talstation der Hoch-Ybrig-Seilbahn immer wieder für Entdeckungen gut ist, ist nicht nur bekannt, sondern auch ein Konzept. Auf der Coop-Bühne im Festzelt spielten schon viele Bands, die wenige Jahre später auf der Hauptbühne auftreten durften. So ein Musiker könnte Nils Burri sein. Starkes Songmaterial, gepaart mit hoher Musikalität und einer tollen Stimme.Vom Berner Oberländer dürfte noch viel zu hören sein.

Wieder «Ewigi Liebi»

Natürlich war auch unser Kanton verschiedentlich vertreten. Nori Rickenbachers FreeXone hatte die undankbare Aufgabe, in der späten Freitagnacht die unterkühlten Musikfans im Festzelt aufzuwärmen. Den Abschluss am Samstag auf der Hauptbühne machte die kultige Indie- Band Redwood mit der Schwyzer Sängerin Nicole Kammermann, und den Start gestern Sonntag bestritten Female aus Schwyz/Uri, welche wiederum Redwood-Songs in ihrem Cover-Repertoire haben. Nicht fehlen durfte natürlich der Brunner Padi Bernhard, der Stammgast im Hoch-Ybrig ist. Über Jahre sang er den Überhit «Ewigi Liebi» mit mash, letztes Jahr mit seiner neuen Band Bernhard und diesmal mit den Bieler Spasspunkern QL, die wiederum Pepe Lienhard inklusive seines Horn-Registers mit auf die Bühne brachten. Ebenfalls mit von der Partie die Beinahe-Eurovisionsrocker Polly Duster.

Noch ein Jubiläum

Das 10. Open Air Hoch-Ybrig war einerseits ein Stelldichein der Schweizer Musikszene, aber auch gespickt mit vielen Attraktionen, die zum Teil etwas im Wetterchaos untergingen. So beispielsweise Gerry Hofstetters Lichtinstallation, ein WM-Torwandschiessen, etliche Meet & Greets mit den CH-Stars, die sich allerhand einfallen liessen. Also Duette wie zum Beispiel Ritschi mit Adrian Stern oder eben Padi Bernhard mit QL. Natürlich gab es auch musikalische Höhepunkte. Zwei sind hier besonders erwähnt. William White aus Winterthur mit karibischem Ursprung ist etwas vom Besten, was das Open Air bislang präsentiert, und der Aargauer Sänger und Gitarrist Adrian Stern trat erstmals mit seiner neuen Band auf. Diese ist aktuell so ziemlich das Zückerchen des heimischen Musikschaffens. Jean-Pierre von Dach ist einer der kreativsten Gitarristen des Landes und Thomas Fessler am Bass einer der erfolgreichsten Produzenten. Aber auch die Auftritte von Polo Hofer, Ritschi, Baschi und den vielen anderen Bands sorgten beim wacker-tapferen Publikum für Freude, und zum Schluss verriet OK-Mitglied Markus Föhn: «Mit diesem Wetter kann das ja kein Jubiläum gewesen sein. Nächstes Jahr holen wir dies mit gutemWetter nach.» Damit hat er durchaus recht. Den Anspruch «nur Schweizer Music » (Best of Swiss Music) hat das Open Air erst seit neun Jahren.

8800 Zuschauer

Es ist nun einmal das Risiko von Freilichtveranstaltungen, dass man als Organisator buchstäblich baden gehen kann. Wenn dann aber ausgerechnet das beständigste und grösste Open Air der Innerschweiz zu seinem 10-Jahr-Jubiläum mit einem Topprogramm und vielen Attraktionen vier Tage und Nächte lang gegen Dauerregen und teils bittere Kälte und Wind ankämpfen muss, dann ist dies schon bedauerlich. Auf dem Festivalgelände des Open Airs Hoch-Ybrig bei der Weglosen übte man sich in Optimismus: «Das war jetzt einfach schade und tut uns für die Künstler wie auch

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.06.2010

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schwyzkultur.ch/KVe41c