Bühne

Von der Militärkaserne auf die Tanzfläche

Die Brunnerin Manusha Makkalanpan durfte die Schweiz bereits zweimal an den Global Dance Open vertreten.

Ein gewiss aussergewöhnliches Hobby hat Manusha Makkalanpan aus Brunnen. In einem kunterbunten Kleid, mit auffälligem Schmuck und leisen Fussglocken bewegt sie sich elegant über die Tanzfläche. Bharatanatyam – so nennt sich der südindische Tanz – begleitet die 25-Jährige schon fast ihr gesamtes Leben. «Viel tanze ich einfach als Zeitvertreib. Es hilft mir aber auch, wenn ich gestresst bin, dann bin ich in meiner eigenen Welt», erzählt sie. Die Brunnerin durfte ihr Können aber auch schon auf nationaler und internationaler Bühne zeigen. Und am vergangenen Wochenende wurde sie als Brunner Sportlerin des Jahres ausgezeichnet.

An den Schweizer Meisterschaften in diesem und im letzten Jahr lieferte sie ab und holte sich den zweiten beziehungsweise den ersten Platz. «Beide Male habe ich zuerst gar nicht realisiert, dass ich mich mit meiner Punktzahl für das Weltfinale qualifiziert habe. Ich habe mich nur über die guten Platzierungen gefreut», erinnert sie sich.

Finale in Birmingham

So durfte sie bereits zweimal die Schweiz am Weltfinale, dem Global Dance Open, in der Kategorie «Folklore» vertreten, wo verschiedenste Volkstänze präsentiert wurden. Letztes Jahr fand das Finale im englischen Birmingham statt. Mit ihrer Choreografie erzählte sie die Liebesgeschichte einer Frau, die sehnsüchtig auf ihren Mann wartet, womit sie den starken 4. Rang erreichte. Auch dieses Jahr erzielte sie in der spanischen Stadt San Sebastian mit dem 5. Platz eine Toprangierung.

Den Eltern der Brunnerin, die während des Bürgerkriegs in Sri Lanka in die Schweiz geflüchtet sind, war der Bezug zur tamilischen Kultur ihrer Kinder immer wichtig. Da Manusha Makkalanpan ein aktives Kind war, besuchte sie mit fünf Jahren das erste Mal die tamilische Tanzschule in Zug, in der sie bis heute tanzt. Im Alltag und zu Hause lebt sie beide Kulturen. «Wenn es zum Zmittag etwas Tamilisches gibt, dann gibt es zum Znacht ganz sicher etwas anderes: etwas Schweizerisches oder Italienisches», berichtet sie mit einem Lachen. Die Verbindung der beiden Kulturen erkennt man auch in ihren Tänzen – zum Beispiel, wenn sie den traditionellen Tanzstil zu moderner Popmusik tanzt.

Rekrutenschule während der Pandemie

Mit nur 25 Jahren kann Manusha Makkalanpan bereits auf eine breite berufliche Vergangenheit zurückblicken. Nach der Lehre als Kauffrau entschied sie sich, die Rekrutenschule im Militär zu absolvieren, und rückte während der Corona-Pandemie ein. Mit dem Tanzen hörte sie nie auf, auch nicht während der Ausbildung zur Unteroffizierin. Daran erinnert sie sich noch gut: «Während des Lockdowns habe ich mir mit einer Hygienemaske einen Platz in der Kaserne gesucht, wo ich dann für mich selbst getanzt habe.» Nach zwei Jahren bei der Flughafenpolizei ist sie nun in der Privatwirtschaft tätig und hat eine gute Balance mit ihrem Sport gefunden.

«Mit dem Tanzen haben sich ganz neue Türen geöffnet», erzählt die Brunnerin. Ihr Hobby hat sie nicht nur an die beiden Weltfinale, sondern auch bereits nach Paris, Amsterdam und München gebracht, wo sie für verschiedene Projekte als Model vor der Kamera stand. «Ich durfte auch schon Hochzeitstänze choreografieren. Das war natürlich sehr schön für mich», fügt sie an. Wenn sich einmal die Chance ergäbe, das Tanzen und Modeln hauptberuflich zu machen, würde sie diese sofort ergreifen.

 

Bote der Urschweiz / Alina Iadarola

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Bote der Urschweiz

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  • Bühne

Publiziert am

06.08.2026

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