Ob als Kurt Aeschbacher, als schüchterner Röbi oder als «Jugo» Bostic Besic – Michael Elsener wusste das Wangner Publikum zu begeistern. Bilder Irene Lustenberger
Ob als Kurt Aeschbacher, als schüchterner Röbi oder als «Jugo» Bostic Besic – Michael Elsener wusste das Wangner Publikum zu begeistern. Bilder Irene Lustenberger

Bühne

Michael Elsener und die Stimmen in seinem Kopf

«Stimmbruch» nennt der Zuger Komiker Michael Elsener sein neues Programm. Und tatsächlich brechen verschiedene Stimmen aus ihm heraus.

Die Stimmen hatte er schon immer im Kopf. Zuerst waren es die Verwandten, dann Promis. Stimmen, die er nie los wird und immer wieder imitieren muss. Gleich zu Beginn des Programms interagiert Michael Elsener mit dem Publikum in der Wangner Mehrzweckhalle und rast durch sämtliche Dialekte der Schweiz, bis sein Mikrofon schliesslich auf Zugerisch justiert ist. Und schon brechen die Stimmen wieder heraus. So lässt er Kurt Aeschbacher aufmarschieren, um mit Bundesrat Didier Burkhalter zu talken, der «schöner ist als George Clooney» und die Welt mit seinen Emotionen bewegen will. Stephan Klapproth schaltet in «10 vor 10» zu Auslands- Korrespondent Ulrich Tilgner, der live von der Volkszählung in Bethlehem berichtet, wo die drei Könige – wohl die drei Schwingerkönige – Schmuck, Parfüm und Raucherwaren an die Krippe bringen, wo die Eltern des Kindes sich über den Namen uneinig sind. Später philosophiert Roger Federer über das Leben und Gesellschaftstheorien und trifft danach in der Garderobe auf Rafael Nadal. Auch alt Bundesrat Moritz Leuenberger verlasse ihn nie, klagt Elsener. Und da gibt es noch den «geriatrischen Frühling». Im Mittelpunkt der Grossvater, der auf «Faisbook» 36 Freunde hat und «tweittert». Nachdem «Altersheim-Diktator» Stähli das «Virenless» abgestellt hat, proben die Rentner den Aufstand. Und das mit einem aus vielen A4-Blättern zusammengeklebten Transparent.

Nicht nur Prominente

Nebst all den Prominenten sind da auch noch die fiktiven Charaktere – so etwa der Bündner Humorberater Renato Caflisch, der mit seinen Ein- Wort-Witzen («Was macht eine Coiffeuse, die partout nicht still sein kann? Tönen! – Welches ist der kürzeste Blondinenwitz? Hansi Hinterseer!) den höchsten Lachpegel kalibrieren will und der den Eltern rät, den Kindern das, was sie nie sehen wollen, vorzuleben. Der schüchterne Röbi, der dank Therapie «selberversichert» wurde, sucht dringend eine Freundin. Denn «ich habe einen Gutschein für zwei Nüdeli-Teller, einer davon ist gratis. Und wenn ich alleine gehe, ist keiner gratis». Um bei den Frauen gut anzukommen, möchte er Schriftsteller – oder noch besser Songwriter – werden, denn darauf stehen die Frauen. So singt Röbi übers stehend Pinkeln und über die Fusspilzprophylaxedusche im Hallenbad. Viel Gelächter gab es für Elsener, als er in die Rolle von «C-Ausweis-Jugo» Bostic Besic schlüpft. Dieser unternimmt im Integrationsprogramm – «ich konnte wählen zwischen 3000 Fr. Busse oder gratis Integrationsprogramm » – eine Exkursion in den Kuhstall zu den «Muh-Tieren» – und dies trotz weisser Nike-Turnschuhe.

Die sieben neuen Bundesräte


Herrlich dann die Szene, als Elsener innert Sekunden in die Rolle aller sieben per Volkswahl gewählten Bundesräte schlüpft: Sven Epiney («das geschleckte Moderatorenfüdli »), Bligg, Eselsstute Caroline («der schlabbrige Stofffetzen ohne Rückgrat und somit ideal als Bundesrat geeignet»), Roger Federer, Bostic Besic, Mike Shiva (der für sein Statement 9.80 Fr. verlangte) und Eveline Widmer-Schlumpf, die einzige Bisherige, die mit dem schlechtesten Resultat gewählt wurde. Die sieben Bundesräte streiten sich um die Departementsverteilung und kommen zum Schluss: «Das VBS bleibt unbesetzt, weil die Partei nicht gewählt wurde, die ansonsten den Esel gestellt hatte.» Das Wangner Publikum zeigte sich noch nicht zufrieden und verlangte mehrere Zugaben, die Elsener gerne gewährte, auch wenn er in der Person von Aeschbi inzwischen «Beiweh vom Talke» (nach der Melodie von Plüschs «Heiweh») hatte.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

11.03.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/WBkUCJ