Ob als People-Journalisten bei der Eröffnung einer Schönheits-Praxis, Mike Shiva oder Christa Rigozzi und Hausi Leutenegger – Cony Sutter und Peter Pfändler schlüpften in die unterschiedlichsten Rollen und begeisterten das Wangner Publikum. Bilder I
Ob als People-Journalisten bei der Eröffnung einer Schönheits-Praxis, Mike Shiva oder Christa Rigozzi und Hausi Leutenegger – Cony Sutter und Peter Pfändler schlüpften in die unterschiedlichsten Rollen und begeisterten das Wangner Publikum. Bilder I
Viel «Glanz und Gloria» mitgebracht - 1
Viel «Glanz und Gloria» mitgebracht - 1

Bühne

Viel «Glanz und Gloria» mitgebracht

Das Comedy-Duo Sutter & Pfändler unternahm am Freitag in Wangen einen Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums. Ihr neues Bühnenprogramm «Glanz und Gloria» wurde seinem Namen vollends gerecht.

Ausdauernde Zwerchfelle waren beim Publikum in der Wangner Buechberghalle von der ersten Minute an gefragt. Cony Sutter spielte wie gewohnt den arroganten Stadtzürcher, Peter Pfändler das Landei aus Turbenthal. So verteilten die beiden einander gegenseitig Hiebe en masse, wie etwa «der Zürcher hält sich für das Zentrum von Europa, weil er einmal im Jahr drei Minuten um den Böögg rennt» oder «der Turbenthaler kennt den Unterschied zwischen Software und Tupperware nicht». Als Hösli und Sturzenegger traten sie vor die Jury der «grössten Schweizer Talente», wo sie sich als Zauberer versuchten.

Hausi sucht schöne Menschen

Höhepunkt war das von Sutter & Pfändler gewohnte Parodieren von Schweizer Promis. So schlüpft Peter Pfändler beinahezu perfekt in die Rolle von Hausi Leutenegger, der als Financier den Rütlischwur neu verfilmen will und sich dafür ausschliesslich schöne Menschen wünscht. Bühnenpartner Cony Sutter erscheint nacheinander in der Person von Ottmar Hitzfeld, Chris von Rohr, Christa Rigozzi, Micheline Calmy-Rey und Christian Gross zum Casting. So möchte von Rohr den Urner spielen: «Der Uristier passt zu mir, weil ich immer horny bin.» Und laut Leutenegger wäre für Hitzfeld als Deutscher nur eine Rolle passend: die des Verräters. Am Schluss kommt es, wie es kommen muss: Niemand entspricht Hausis Vorstellungen, und er übernimmt selbst die Hauptrolle des Walter Fürst. «Ich bin Olympiasieger, ich kann das. Ich habe schon mit Klaus Kinski gespielt.» Trotzdem fahre er aber keine dicken Luxuskarrossen, «das macht mein Chauffeur für mich.» Herrlich dann die Szene, als Calmy-Rey mit Walter Fürst flirtet und diesen als eingebildeten Affen betitelt, worauf dieser kontert: «Ihr von der SP seid Paviane, ihr habt alle rote Ärsche.» Nicht fehlen durfte natürlich Mike Shiva, der einem für 17.41 Fr. pro Minute die Zukunft voraussagt. Mit dabei hatte er seine Assistentin (gespielt von Sutter), «eine Mischung zwischen Pocahontas und Widmer-Schlumpf».

VIPs im Visier

Amüsant war auch die Nummer, in der Sutter & Pfändler als People-Journalisten an der Eröffnung einer Schönheits-Praxis teilnehmen und die zahlreichen VIPs ins Visier nehmen, unter anderem Carl Hirschmann, der nicht teilnehmen konnte, weil er bei der Geburt seiner neuen Freundin dabei sein wollte. Am Ende machten sich die beiden auch über sich selbst lustig: «Das Programm von Sutter & Pfändler ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten.» Die letzte Nummer im Programm handelte von Migration. So meinte Sutter: «Pfändler hat auch Migrationshintergrund, denn das Turbenthal ist der Gaza-Streifen der Schweiz.» Das Duo erklärte, weshalb die Griechen im Sommer nicht grillieren konnten –weil sie keine Kohle hatten –, oder dass «Triple-A» in der Schweiz «Albaner aus dem Aargau» bedeute. Die türkische Version von «Alice im Wunderland» heisse «Fatima im Aldi», und wenn man einen Türken und einen Italiener kreuze, entstehe «einer, der zu faul ist, um zu klauen». Deftig wurde es, als Pfändler fragte: «Wie merkt man, dass Rumänen ins Quartier gezogen sind? Wenn die Albaner ihr Velo abschliessen.» Als Zugabe gab das Comedy-Duo «Hotel Barcelona» zum Besten, in dem Rezeptionist Pfändler Hotelgast Sutter zur Verzweiflung bringt. Es blieb bei der einen Zugabe, denn «Pfändler muss nach Hause, weil um 23 Uhr das Turbenthal überflutet wird», flachste Sutter.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

12.03.2012

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schwyzkultur.ch/e2Y1fu