Musik

In nur fünf Tagen hingezaubert

Die Roof Groove Big Band hat ihr neues Programm «Still groovin’» einstudiert, welches sie am Samstag- und Sonntagabend vortrug. Bandleader Edgar Schmid führte beschwingt durch den Abend und liess die jungen Musikerinnen und Musiker brillieren.

Mit «Uptown Swing!» eröffnet die Roof Groove Big Band den Konzertabend in der Stockberghalle, ein Stück, das dynamisch und laut zum Zusammensein einlädt. Etwa Cornel Feusi am Schlagzeug, welcher bereits mit einem kurzen Solo sein Können gezeigt hat. «Sao Meu Sol», von Michele Fernandez arrangiert, kennen wohl die meis-ten der zahlreich Anwesenden kaum, doch das Wissen, dass dieses Stück für einen Hochzeitstag geschrieben wurde, macht es greifbar. Sehr bekannt hingegen ist der Gassenhauer «Over The Rainbow», in welchem Michael Rüegg und Timo Zosso Passagen auf ihren Trompeten hervorheben.

Acht neue Leute kommen dazu …

Acht neue Leute seien hinzugekommen, erzählt Bandleader Edgar Schmid. Das Roof Groove ist die Big-Band-Talentschmiede in der March. Die jungen Leute kommen in der Regel aus der Musikschule Region Obermarch, und Schmid stellt sie nach und nach vor. Das neue Programm haben sie in fünf Tagen in einem Workshop in Einsiedeln einstudiert. Dabei geht es sowohl um die musikalische Gesamtleistung als auch darum, das Können der jungen Musiker zu fördern und hervorzuheben. Nie ist das eindrücklicher, als wenn sie Solopassagen vortragen: In «Bari, Bari Good!» spielt Julian Müller auf seinem imposanten Baritonsax. Im Bossa Nova «Love Beams», zu Deutsch «Liebesstrahlen», vertieft sich Simon Weibel in seine E-Gitarre; ein junger Mann, der bald ein Studium anfängt und deshalb die Band verlassen wird. Besonders farbig und rhythmisch akzentuiert ist das Stück «Full House», in dem man gefühlt endlos lange den tollen Soli von Schlagzeug, Gitarre, Tenor-sax und Trompete lauschen darf.

Edgar Schmid kündet jeweils in kurzen Übergängen das nächste Stück an und verweist mit einer eindeutigen Handgeste auf den jeweiligen Solisten, der mitten im Stück beklatscht werden darf. Und zwei weitere Verabschiedungen muss das Orchester in der kommenden Zeit hinnehmen. Leandro Zavatta und Michael Rüegg haben Studienpläne, welche sich nicht mehr mit der Band arrangieren lassen.

 

… während andere weiterziehen

Nach der Pause tritt erneut die bezaubernde Sheila Grätzer mit ihrem Altsax vor. Marco Böni mit Tenorsax gesellt sich dazu, und Edgar Schmid weiss von diesem Stück eine Anekdote aus seiner Studienzeit in Deutschland anzufügen. Lionel Schönbächler legt in «Pictures Frame» einen Auftritt auf dem markanten Vibrafon hin, schwebend und atmosphärisch, ein Instrument, welches unweigerlich an dramatische Filmszenen erinnert. Abschied nehmen heisst es bald auch von Marco Böni. Ab Sommer wird er an einer Musikhochschule studieren, um sein Talent, welches er auch in der Swiss Army Big Band einbringt, weiter auszubilden. Mit «Tell Me A Bedtime Story» von Jazzpianist Herbie Hancock geht es trotz des Titels alles andere als einschläfernd weiter. Und auch Jazz-Altmeister Duke Ellington hat die gesamte Big Band in seinen Bann geschlagen. In seinem Titel «Such Sweet Thunder» aus den 1950er-Jahren liess er sich von niemand Geringerem inspirieren als vom englischen Dichter William Shakespeare und seinem weltbekannten Stück «Sommernachtstraum».

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Johanna Mächler

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Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.01.2026

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