Happy Birthday: Der Nuoler Kunstmaler Alois Hüppin feiert morgen seinen 80. Geburtstag. Bild Stefan Grüter
Happy Birthday: Der Nuoler Kunstmaler Alois Hüppin feiert morgen seinen 80. Geburtstag. Bild Stefan Grüter

Kunst & Design

Eine Schaffens-, aber keine Ruhepause

Der Nuoler Kunstmaler Alois Hüppin feiert morgen einen runden Geburtstag, den 80.

Er gehört zweifellos zu den bedeutendsten zeitgenössischen Malern unserer Region – Alois «Wisi» Hüppin. Bis letzten November führte er in Lachen eine Malschule. Unzählige seiner Bilder hängen nicht nur in der March, sondern auf beinahe allen Kontinenten, sicher aber in Amerika und in Nachbarländern wie Frankreich, Deutschland und Italien. Jetzt ist es Zeit, innezuhalten. Eine Schaffenspause habe er eingelegt, aber keine Ruhepause, sagt Hüppin. Und morgen gehts hoch zu und her, denn er feiert seinen 80. Geburtstag.

Ein Spätberufener

Die Malerei als Broterwerb, das hätten seine Eltern wohl nicht erlaubt. So lernte Wisi etwas Handfestes. Während Jahren war er in leitender Stellung im Baugewerbe tätig. «So mit 40 machte ich mir erstmals ernsthaft Gedanken über das ‹wer bin ich?› und ‹wohin will ich?›.» Die Antwort darauf lag in der Malerei. Er belegte nach Feierabend Kurse. Erste gegenständliche Bilder entstanden,Töffbilder, weil Hüppin ein begeisterter Töfffahrer ist. Die gegenständliche Kunst und die Aquarell-Malerei faszinierten den Nuoler. Die Landschaft am oberen Zürichsee und die Märchler Dörfer standen ihm Modell.

Erste Ausstellung im «Kreuz» in Siebnen

«In der Anfangsphase hat man ja das Gefühl, man genüge den Ansprüchen des Publikums nicht. Man ist sehr kritisch mit sich selbst», blickt Hüppin heute zurück. So dauerte es Jahre, bis er erstmals mit seinen Bildern an die Öffentlichkeit trat. 1980 stellte er im «Kreuz» in Siebnen aus. Und siehe da, Hüppins Bilder kamen an. Bis in die 90er-Jahre widmete er sich dem Gegenständlichen, eben die Dörfer und Landschaften der March oder die Fasnachtsfiguren unserer Region. Die originalgetreue Malerei hat Wisi Hüppin auch berühmt gemacht, so berühmt, dass manche Familie ihm Aufträge erteilte. Sein jüngster Auftrag war das im vergangenen Jahr gemalte Porträt von Landammann Walter Stählin. Schön und gut seien sie gewesen, die Aufträge, «aber irgendwie ist man gefangen,in seiner Freiheit eingeschränkt». In den 90er-Jahren begann Hüppin mit der abstrakten Malerei – grenzenlose Freiheit. Und bei seinem Publikum schlug der «neue» Wisi Hüppin ein wie eine Bombe. 1991 war es, als er im alten Rathaus in Lachen ausstellte. Im grossen Saal die gegenständlichen Bilder,in den damals eben verlassenen Gefängniszellen die abstrakte Malerei. «Die Leute sind zeitweise bis auf die Strasse hinaus Schlange gestanden», erinnert er sich an die Ausstellung, die er als einen der Höhepunkte seiner Karriere bezeichnet.

Mit eigener Malschule

Im Jahr 2000 liess sich Alois Hüppin vorzeitig pensionieren und eröffnete in Lachen die Malschule «krea 2000». Gross und Klein wurden fortan vom Künstler mit den Materialen vertraut gemacht und in die Malerei eingeführt. Malen als Therapie,dies verlangte vom Mallehrer Hüppin auch psychologisches Fingerspitzengefühl. Eine Erfahrung, die den sensiblen Nuoler auch menschlich weiterbrachte. Die Malschule hat Hüppin nach 15 Jahren im letzten November aufgegeben. Er wollte es etwas ruhiger angehen. Aber jetzt, so sagt er, tue sich in seinem Innern wieder etwas. Schon bald werde er wieder zur Staffelei, zur Leinwand und zum Pinsel greifen, denn die Malerei bleibe seine Leidenschaft, solange er in der Lage sein werde, sie auszuüben. Vorerst aber werden die acht Jahrzehnte gefeiert. Morgen Samstag, ab 14 Uhr im Schützenhaus in Nuolen. Der Jodlerklub komme, der Musikverein auch, «und schreib ruhig: Es sind alle herzlich eingeladen, es wird ein offenes Fest werden», sagt der Künstler. Gefragt, was er einem jungen Menschen, der sich der Malerei widmen möchte, raten würde, nennt Hüppin «offen sein, Visionen malen, Mut und Selbstvertrauen tanken und sich bei Könnern des Fachs die Grundkenntnisse holen».

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Stefan Grüter)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

14.10.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/A5PHGB