Mit Spielfreude und Konzentration bot das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester mitreissende Musik. Bild Lilo Etter
Mit Spielfreude und Konzentration bot das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester mitreissende Musik. Bild Lilo Etter

Musik

Mit Rasse und Spielfreude überzeugt

Am Sonntagabend gab das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester in der Buechberghalle ein mitreissendes Konzert. Es bildete den Abschluss des diesjährigen Musiklagers, das der Schwyzer Kantonal Musikverband organisierte. In einer Uraufführung war Solist Michael Schlüssel mit seiner Tuba zu hören.

Schon mit den ersten Takten wusste sich das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester (SKJBO) in die Herzen des grossen Publikums zu spielen. Unter der Leitung von Urs Bamert liess es mit Feingefühl und Wärme «Ouvertüre für Harmonie op. 24» (1824) von Felix Mendelssohn Bartholdy erklingen. Dem folgte «A Movement for Rosa» (1992) von Mark Camphouse. Musikalisch eindringlich zeichnete es Lebensstationen von Rosa Parks nach, die1955 in Montgomery, Alabama/ USA, als Schwarze mutig im Bus sitzen blieb, derweil eine Weisse stehen musste. Damit löste sie die sogenannten Buskrawalle aus, die als Auslöser vieler anderer Proteste der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen gelten. Hoffnungsvolle Klänge wurden von pessimistischeren abgelöst, ist doch Rassismus auch heute noch nicht überwunden.

Spezielle Tuba-Töne

Angekündigt von den beiden Moderatoren Mirjam Wyler (Klarinette) und Dario Zwyer (Euphonium) entlockte Michael Schlüssel seiner Tuba im Konzert für Tuba und Blasorchester «Salt of the Earth» von Andy Scott Töne, die an ein Didgeridoo erinnerten, aber auch fein und hell sein konnten. In der Uraufführung der Fassung für Blasorchester waren säuselnde und brummende ebenso wie ungewöhnliche Tonfolgen zu hören als auch melodiöse, weich gebundene, langsame Takte. Als Zugabe liess Michael Schlüssel mit dem SKJOB «Fnugg Blue» des Norwegers Oystein Baadsvik erklingen, eigenwillig, rhythmisch und lebhaft.

Zwei Zugaben zum Dank

Nach der Pause verbreitete das Orchester mit dem Stück «Sinfonie Nr. 5 ½»– auch «Sinfonie for Fun (1947)» genannt – von Don Gillis mit unbekümmerter Spielfreude rassiges Temperament. Mit hinreissender Klasse führten «John Williams Swings!» von John Williams und mit einem kraftvollen Abstecher in die Welt der Piraten «Highlights aus Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten» von Hans Zimmer an den Schluss des Konzerts. Begeistert spendeten die Zuhörer derart lang anhaltend Applaus, dass es in den Genuss von gleich zwei Zugaben kam. Zuerst spielte das SKJBO zackig den «Aargauer Feuerwehrmarsch » von Stephan Jaeggi, dann eine Wiederholung aus «John Williams Swings».

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.08.2012

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www.schwyzkultur.ch/i7Ea5h