Leidenschaftlich: Der Kirchenchor Nuolen sang sich mit seinem Weihnachtskonzert in die Herzen der Zuhörer.  Bild Urs Schnider
Leidenschaftlich: Der Kirchenchor Nuolen sang sich mit seinem Weihnachtskonzert in die Herzen der Zuhörer. Bild Urs Schnider

Musik

Schräge Töne und strahlende Sänger

Der Kirchenchor Nuolen bat zum Konzert und sang traditionelle Weihnachtslieder mit viel Lust und Charme. Die Arrangements des Wangner Pianisten Thomas Schuler sorgten für unerhörte Momente – und Witz.

Der Schalk, der teilweise in Thomas Schulers Arrangements liegt, war am Sonntagabend nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen – besonders in den Gesichtern der Violinisten Franz und Donat Nussbaumer: Immer wieder setzten sie ein verschmitztes Lächeln auf, wenn eine besonders «schräge » oder gewagte Stelle im Weihnachtskonzert des Kirchenchors Nuolen auftauchte. Geschrieben hat die eigenwilligen Arrangements der Wangner Pianist Thomas Schuler, vorwiegend Klassiker der amerikanischen Weihnachtsliteratur. Viele der rund 150 Zuschauer in der Pfarrkirche dürften aber nicht jedes Lied auf Anhieb erkannt haben.


Profis legen Teppich für den Chor

Schuler gehört dem Kirchenchor seit 20 Jahren an und hat mit seinen Versionen der Weihnachtslieder auch die Streicher gefordert,welche von ihm am Piano begleitet wurden. Dirigent Mario Kühne erwähnte vor dem Konzert eine Änderung in der Besetzung: Die Violinistin Dominique Wernli musste unvorhergesehen passen; sie wurde durch Eurydice Devergranne ersetzt: «Letztere habe ich heute Nachmittag zum ersten Mal gesehen», sagte Kühne. Das zeigte schön auf, dass absolute Profimusiker am Werk waren und einen sicheren und spannenden Musikteppich für den Laienchor legten. Neben den Nussbaumers waren dies Silvia Solari (Violine) und Urban Marty (Violoncello), abgesehen von Devergranne alles «einheimische Eigengewächse», so Kühne.

Das Konzert begeisterte die Zuhörer. Schon das Einstiegslied, gesungen von Jürg Sieber, sorgte bei einigen für Gänsehaut. Und diese blieb bis zu einer unerhörten Version von «Amacing Grace » – trotz Engelsstimmen und Streichern war da kein Gesülze, dagegen wuchtig viel Bass aus den hinteren Reihen. Und hier konnten die Zuhörer erstmals die subtilen, leisen, aber auch frech-schrägen Töne vernehmen, für die Schuler ein Händchen hat. Und obschon der Chor bei schnelleren Nummern das Tempo des Pianisten nicht immer mitgehen konnte, lieferten die 22 Sängerinnen und Sänger ein starkes Konzert ab, das mit mehreren Highlights für viel Applaus sorgte. Nicht zuletzt die Zugabe «Silent Night», welche Karin Gmür als Solistin interpretierte, unterstützt von ihren leidenschaftlichen Kollegen, an deren Strahlen zu erkennen war, wie sehr sie in der Musik drin sind.

Am 25. Dezember wird das Konzert um 11 Uhr ein zweites Mal in der Pfarrkirche Nuolen aufgeführt.


Höfner Volksblatt & March Anzeiger / Urs Schnider

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

05.12.2017

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schwyzkultur.ch/5Ei4NG