Rund 60 junge Musikerinnen und Musiker haben unter der Leitung von Marco Müller ein abwechslungsreiches Programm einstudiert. Bild Paul A. Good
Rund 60 junge Musikerinnen und Musiker haben unter der Leitung von Marco Müller ein abwechslungsreiches Programm einstudiert. Bild Paul A. Good

Musik

Schwyzer Kantonales Jugendblasorchester begeisterte

Seit mehr als 25 Jahren ist das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester (SKJBO) auf höchstem musikalischem Niveau unterwegs. Im Zweijahresrhythmus findet ein einwöchiges Orchesterlager statt – dieses Jahr in Villmergen –, dessen Abschluss durch zwei Konzerte gekrönt wird.

Am Samstag konzertierte das SKJBO in Küssnacht, am Sonntagabend in Wangen. Unter der Leitung von Marco Müller, der nach 25 Jahren den Taktstock von Urs Bamert übernommen hat, wurde ein hochstehendes Konzert geboten. Mit «The Falls», einer Komposition von Rossano Galante, eröffnete das SKJBO das Konzert. Dieses bemerkenswerte Stück erinnert mit seinem musikalischen Inhalt an eine der herrlichsten Kreationen der Natur, nämlich an Wasserfälle, die über felsiges Gelände kaskadieren. Schon bei dieser ersten, nicht leicht zu spielenden Komposition wurde der hohe Ausbildungsstand der jungen Musikerinnen und Musiker hörbar. Im zweiten Stück mit dem Titel «Eléments», komponiert von Brian Dalmages, wurden die vier Elemente Luft, Wasser, Erde und Feuer verarbeitet, ein dramatisches und ansprechendes Stück mit unterschiedlichen Dynamiken. Anschliessend folgte einer der vielen Höhepunkte. Zusammen mit dem SKJBO spielte ein Brass-Quintett in der Besetzung Max Steiner, Michael Schlüssel, Ramon Imlig, Marcel Krummenacher und Marlies Bruhin die Komposition «Brasserie» von Otto W. Schwarz. Das thematische Material wurde vom Quintett vorgestellt, anschliessend vom Orchester übernommen und umgekehrt. Der Amerikaner Lew Pollack schrieb 1914 den Rag «That’s a Plenty», der zu einem Dixieland-Standard wurde und vom Orchester und dem Quintett so hinreissend gespielt wurde, dass die stürmisch geforderte Zugabe nur eine Formalität war.

In allen Stilrichtungen zu Hause


Der zweite Teil wurde eröffnet mit dem «Castle Park March» des finnischen Komponisten Timo Forsttröm; dieser Konzertmarsch ist übrigens der populärste in Finnland. Über die anschliessende Komposition braucht es nicht viele Worte. Wer kennt sie nicht, die Melodien aus den «James Bond»Filmen. Im Arrangement von Johan de Meij waren folgende Themen eingebunden: «All Time High», «James Bond Theme» (aus dem Film «Dr. No»), «For Your Eyes Only» und «Goldfinger». Im abschliessenden Stück «The Last Letter From Murdoch» beschreibt der Komponist Taruya, wie der Erste Offizier der «Titanic», Murdoch, seinen Angehörigen jeden Tag Briefe schrieb, die aus bekannten Gründen nie ankamen. Ein wunderbares Stück, abwechslungsreich, von zarten romantischen Szenen bis zu kräftig paukendem Sound. Mit dieser Komposition und den anschliessenden Zugaben stellte das SKJBO unter Beweis, dass es in allen Stilrichtungen zu Hause ist. Fazit: ein bravouröses Konzert zum Abschluss einer strengen Lagerwoche.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Paul A. Good

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.08.2022

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www.schwyzkultur.ch/QjPvMc