Präsentiert am 11. Mai ein spannendes Programm: Grazyna Scheiwiller, Gründerin und Geschäftsführerin des Einsiedler Filmfestivals. Foto: Christian Marty
Präsentiert am 11. Mai ein spannendes Programm: Grazyna Scheiwiller, Gründerin und Geschäftsführerin des Einsiedler Filmfestivals. Foto: Christian Marty

Film

Was man sonst nicht zu sehen kriegt

Filmfestivals erobern den Kulturbetrieb – und das nicht nur in Hollywood, Cannes oder Berlin, sondern auch in Einsiedeln: 2015 ist das «Einsiedeln Film Festival» zum ersten Mal über die Bühne gegangen; am 11. Mai findet es zum vierten Mal statt.

Ob bei der nächsten Ausgabe des Einsiedler Filmfestivals genauso viele Filminteressierte auf die Leinwand der Cineboxx schauen werden wie bei den letzten Veranstaltungen? Es ist davon auszugehen, denn das Programm gestaltet sich so spannend wie bisher noch nie. Während in den ersten Jahren ein relativ enger Fokus auf Filme mit Bezug zum osteuropäischen Raum gelegt worden ist, wird der Horizont dieses Mal geöffnet: Gespielt werden ungewöhnliche, nicht am kommerziellen Erfolg orientierte Kurz  lme, welche sich im weitesten Sinne mit interkulturellen Beziehungen auseinandersetzen.


Der Kopf hinter dem Projekt


Grazyna Scheiwiller, Gründerin sowie Geschäftsführerin des Filmfestivals, verfolgt im Mindesten zwei Ziele, wie sie beim Gespräch mit dem EA erzählt. Nachdem die enthusiastische Filmliebhaberin vor rund sieben Jahren mit ihrem Ehemann nach Einsiedeln gezogen war, wollte sie sogleich etwas für das kulturelle Leben des Klosterdorfs tun. Sie erhofft sich einerseits, dass nicht rein aus ökonomischen Gründen erschaffene Filme mehr Platz erhalten, und andererseits wünscht sie sich, dass die Beziehungen zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen stärker thematisiert werden. Zudem sei es ihr ein Anliegen, bekundet Scheiwiller mit vorfreudigem Blick, dass auch Filmschaffende jüngeren Alters eine Möglichkeit erhalten, ihre Kunst zu präsentieren. Dafür hat die Polin «Young Talents» erschaffen, einen Wettbewerb, bei dem Regisseure ihre Werke einsenden können, wobei die besten drei Filme ins Programm des Festivals aufgenommen werden. «Der Gewinner wird, sofern alles klappt, auch persönlich in Einsiedeln mit von der Partie sein. Im Kontext der Vorführung des Sieger  lms soll es dann ein Interview mit dem Künstler geben. So erhält das Publikum sozusagen auch Einblicke hinter die Filmkulissen.»


Passendes Programm


Umso besser – auch wenn es scheint, dass nur schon die Filme dem Zuschauer ein grosses Vergnügen bereiten werden. Das Programm verspricht jedenfalls, einem Filmfest gerecht zu werden: Die Festivalleitung führt den Besuchern Filme aus zwei Kategorien vor. Die erste Kategorie «International », am frühen Nachmittag bis zum frühen Abend, enthält rund ein Dutzend Kurz  lme. Die zweite Kategorie «Young Talent»   ndet ab 17.45 Uhr statt. Die Organisatoren haben für den Abschluss der Veranstaltung für das Publikum – ausserhalb des Wettbewerbs – den Animationsfilm «Loving Vincent» vorbereitet, ein Porträt des niederländischen Malers Vincent van Gogh. Das Werk in Spielfilmlänge besteht ausschliesslich aus Bildern, welche tatsächlich gemalt worden sind. Alle Filme sind mit deutschen und englischen Untertiteln versehen. Da kann sich der Kunstinteressierte nur freuen, dass Grazyna Scheiwiller ihre polnische Heimat verlassen hat, um in Einsiedeln Wurzeln zu schlagen – ohne Scheiwillers Engagement in der Einsiedler Kultur würde dieser etwas Wunderbares fehlen.


Einsiedler Anzeiger / chm

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

22.03.2019

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schwyzkultur.ch/swuPCn