Claude Wahrenberger Filmschaffender Claude Wahrenberger in seinem Filmstudio in Wilen. Bild fko
Claude Wahrenberger Filmschaffender Claude Wahrenberger in seinem Filmstudio in Wilen. Bild fko

Film

Filmer wagt in Ecce Homo eine No-Budget-Produktion

Der Wiler Claude Wahrenberger ist Filmschaffender und produzierte in Ecce Homo eine Realsatire unter dem Titel «Synoptik». Der Film soll bei Swiss Films gelistet und an Festivals gezeigt werden.

Ein verschlafenes Nest irgendwo in den Voralpen, die Sonne scheint, Kühe grasen, ein spektakulärer Sportwagen fährt bei einem alten Haus mit verwitterter Schindelfassade vor. Und mehr sei noch nicht verraten. Denn der Plott des knapp siebeneinhalb Minuten langen Kurzfilms mit dem Namen «Synoptik» aus der Hand des Wiler Filmemachers Claude Wahrenberg ist noch geheim, das Werk noch nicht uraufgeführt. So viel sei aber verraten: Es handelt sich dabei um eine Realsatire und es geht um Schulden und Schuldentilgung. Die Form der Realsatire hat er gewählt, weil er zum einen sich mit einem aktuellen, realen Thema befassen wollte, das auch zum Nachdenken anregt. Zum anderen sollte der Film dennoch unterhaltsam sein, Emotionen wecken.

Ecce Homo als ideale Location


«Gedreht haben wir den Film zum grössten Teil in Ecce Homo», erzählt Claude Wahrenberg, Gründer von miu.tv, einer Firma für filmische Produktionen. Der Weiler der Gemeinde Sattel sei die ideale Location für seinen Film gewesen, Orte wie diese heutzutage schwer zu finden. Einige bauliche Anpassungen musste er allerdings vornehmen. So galt es rasch eine Metzgerei, eine Bäckerei und eine Besenbeiz herbeizuzaubern – kein einfaches Unterfangen. Aber mit einigen Tricks möglich. Ein halbes Jahr dauerten die Arbeiten am Projekt.

Kein Budget


Als Schauspielerinnen und Schauspieler haben sich 13 Personen zur Verfügung gestellt – neun davon aus Wilen. Insgesamt waren 35 Personen an der Produktion beteiligt. «Der Film war eine No-Budget-Produktion», fügt Claude Wahrenberger lachend an. Der Film profitierte dabei vom Herzblut der Darstellerinnen und Darsteller. «Es hat uns allen riesigen Spass gemacht», sagt er. Wer nun ein verwackeltes Handykamera- Machwerk erwartet, hat weit gefehlt. Die Produktion genügt professionellen Ansprüchen, Wahrenberg versteht das Handwerk. Der ausgebildete Ton-Ingenieur arbeitete auch lange Jahre im visuellen Bereich, unter anderem für TV Sender wie RTL oder Sat1. Im Keller seines Hauses befindet sich ein professionell ausgestattetes Studio. Wahrenberger bietet unter anderem Gesamtproduktionen für Firmen, Grossveranstalter oder auch private Events an.

Hoffnung auf Festivals


Was zuerst als persönliches Projekt und allenfalls Eigenwerbung für miu.tv gedacht war, entwickelt nun eine weitere Dimension. Auf Anraten eines befreundeten Werbefilmers entschied sich Wahrenberger, den Film für einen Wettbewerb beim Bundesamt für Kultur (BAK) vorzustellen. Da es sich dabei aber nicht um eine Auftragsarbeit handelt, konnte diese nicht bewertet werden. Er erhielt aber den Ratschlag, sein Werk der Stiftung Swiss Films vorzustellen. Die Stiftung widmet sich der Verbreitung, kulturellen Vermittlung und Vernetzung des Schweizer Filmschaffens. Wahrenberg hofft, dass seine «Synoptik» so bald Eingang an Festivals in der Sparte Kurzfilm finden wird. Bis er einem breiten Publikum vorgestellt wird, könnte es noch eine Weile dauern. Eine Fortsetzung ist allerdings bereits geplant. Teil zwei wird am Paxmal hoch über dem Walensee und zur Römerzeit spielen. Teil drei ist noch offen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Franziska Kohler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

28.07.2022

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