Viel Gelächter und eine feine Prise Gesellschaftskritik: Die Theaterfreunde Höfe bringen ein tolles Theater auf die Bühne. Bilder Christina Teuber
Viel Gelächter und eine feine Prise Gesellschaftskritik: Die Theaterfreunde Höfe bringen ein tolles Theater auf die Bühne. Bilder Christina Teuber

Bühne

Familienbesuch – und gleich werden alle verrückt

Die Theaterfreunde Höfe legten mit dem neuen Stück «Nid ganz hundert» am vergangenen Wochenende eine irre Premiere hin. Neben ausgefeilten Charakteren gab es auch viel Körper- und Wortkomik.

Familienbesuche sind anstrengend – besonders wenn man in der offenen Wohngemeinschaft der Psychiatrie Wollerau lebt und die eigene Mutter nichts von einer Zwangseinlieferung weiss. Agnes, sexsüchtig, bekommt eines Tages den Anruf ihrer Mutter, die gerne bei ihr vorbeikommen möchte. Nur dumm, das Agnes’ Mutter annimmt,ihre Tochter lebe mit ihrem Lebenspartner in einer Villa statt in der Psychiatrie. In kürzester Zeit wird die WG in ein Luxusappartement umgestaltet und die Mitbewohner werden zu Hausangestellten, Concierges und zum Lebenspartner modelliert. Ein guter Plan, der allerdings nicht lange funktioniert. Denn trotz dem Eifer, ihrer Kollegin helfen zu wollen, bleiben die irren Mitbewohner sehr unberechenbar.


Was ist normal?


Das Stück «Nid ganz hundert» der Theaterfreunde Höfe überzeugt mit Spielfreude und Körpereinsatz. «Wir konnten uns in den Rollen richtig austoben und unserer Kreativität freien Lauf lassen», schwärmen die Darstellenden. Sie gestalteten liebenswürdige, aber sehr schrullige Personen, die mit bestechender Ehrlichkeit die Phänomene unserer Zeit auf die Schippe nehmen: Egal ob Tupperware-Partys, moderne Kunst oder die Chilbi: Nichts ist vor ihnen sicher. Neben ausgefeilter Wortkomik der Schauspieler, die «sicher alle Tassen im Schrank haben» oder «keine Schraube locker», begeistern die Theaterfreunde Höfe erneut mit akrobatischen Stunts und grossartiger Körperkomik – die Lachsalven des Publikums sind vorprogrammiert. Und wer möchte, kann von ihnen auch noch eine Art Lebensweisheit mit auf den Heimweg nehmen: «Wer Ordnung hat, ist zu faul zum Suchen.»


Höfner Volksblatt & March Anzeiger / Christina Teuber

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

23.10.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/4Q8es2