Inszenierten in Wollerau die spannenden Fälle des knurrigen Privatdetektivs Maloney: Michael Schacht (links) und Jodoc Seidel. Bild Tanja Holzer
Inszenierten in Wollerau die spannenden Fälle des knurrigen Privatdetektivs Maloney: Michael Schacht (links) und Jodoc Seidel. Bild Tanja Holzer

Bühne

Maloney in Wollerau

Seit über 20 Jahren streift der knurrige Maloney durch die Schweizer Krimiwelt. Eingeladen von der Kulturkommission Wollerau, löste er am Freitagabend mit Michael Schacht und Jodoc Seidel auf der Bühne im Mehrzweckgebäude Riedmatt zwei Fälle.

«Der arme Kerl hört uns, wenn er schreibt», schmunzelte Michael Schacht am Freitagabend in der Garderobe des Mehrzweckgebäudes Riedmatt in Wollerau. Die Worte des Schriftstellers Roger Graf werden auf der Bühne mitreissend lebendig. Steht Schacht als knurriger Privatdetektiv Philip Maloney zusammen mit Jodoc Seidel als Polizist am Mikrofon, werden haarsträubende Fälle bis in die letzte Anekdote spürbar. «Wir sprechen nicht nur», erklärte Seidel, «wir interpretieren.» Zwischen den Sprechern und dem Autor herrsche so was wie Gewaltentrennung: Graf sei das Was und sie seien das Wie, die hörbare Umsetzung. Was im DRS3-Radiostudio aufgenommen und jeweils am Sonntagmorgen über den Äther ausgestrahlt wird, ist die Arbeit eines ganzen Ensembles. Für Maloney-Lesungen sind Schacht und Seidel alleine unterwegs und interpretieren nebst ihren Hauptrollen auch eigentümliche Militärköpfe und Vogelgezwitscher. Fast 350 Folgen erfreuten in den letzten gut 20 Jahren Fans von Krimihörspielen.

Böse Fouls

An die 230 Zuhörer lauschten in Wollerau dem neuen Fall «Die Abseitsfalle». Wir Schweizer seien neutral, weiss Maloney, es sei uns somit egal, wer gegen die Deutschen gewinne. Fussballfans wurden jedoch mit ihrem eigenen Fernseher erschlagen, was für böse Fouls! «Der Mensch ist Chaos», denkt der neurotische Nachbar des Toten, und in der Schweiz würden die Leichen eh so tief vergraben, dass sie nicht mehr stinken. Vielleicht sollten auch die schweren Röhrenfernseher im Zeughaus deponiert werden?

Toter Jäger im Wald

Nach der Vorstellungspause lag im zweiten Fall ein toter Jäger im Wald. Ins Visier geraten Jägerkollegen, eine dubiose Privatarmee, Ausserirdische und Wildschweine. «Leichen sind schlecht für die Moral», weiss der Armee-Kommandant und verwischt den Mordverdacht. Da läuft Maloney die Ex-Liebhaberin des Toten, eine fanatische Tierschützerin, über den Waldweg. Die Zugabe war mit köstlichen Gedichten ein politisches und philosophisches Sahnehäubchen.

13.CD-Box vonMaloney

Im Mai erscheint die 13. Maloney-CD-Box und im Herbst die erste DVD. Lesungstermine und weitere Infos unter www.rogergraf.ch.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

22.02.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/XYxZbR