Wie es sich für einen Parodisten gehört, überzeugte David Bröckelmann auch in Sachen Mimik und Gestik. Bild Dario Dietsche
Wie es sich für einen Parodisten gehört, überzeugte David Bröckelmann auch in Sachen Mimik und Gestik. Bild Dario Dietsche

Bühne

Skurril und sehr amüsant

Am Freitagabend sorgte Kabarettist David Bröckelmann in der MGH Riedmatt in Wollerau für beste Unterhaltung. Sein Programm «Ausser Plan» war facettenreich, ungewohnt und wie üblich scherzhaft.

Schweizer Persönlichkeiten wie Fussballer Hakan Yakin als Astronaut im All, FDP-Präsident Fulvio Pelli als liberaler Schlossarchitekt, SF-Sportreporter Matthias Hüppi als euphorischer Castingkanditat oder Fussballtrainer Christian Gross als Schlagersänger aus den 1960er-Jahren. Skurrile Charaktere wie diese waren am Freitagabend in Wollerau auf der Bühne zu bestaunen. Gespielt wurden sie allesamt von ein und derselben Person, dem Parodisten, Stimmenimitatoren und Schauspieler, David Bröckelmann. Mit seiner offensichtlichen Gabe, Leute nachzuahmen, liess der Basler Prominente aus Politik, Sport und Fernsehen in gewöhnungsbedürftigen aber sehr unterhaltsamen Rollen auftreten.

Yakin als Höhepunkt

Ein sehr ostschweizerisch ausgesprochenes «Grüezi mitenand» für Matthias Hüppi, ein im Zürcher Dialekt gemurmeltes «kompaktä Wald» für Christian Gross oder ein westschweizerisch nasales «ainör für alle» für Christian Levrat reichten dem Publikum bereits, um den imitierten Prominenten zu erkennen. In Kombination mit der passenden Gestik und Mimik erreichte David Bröckelmann eine frappante Übereinstimmung mit den imitierten Persönlichkeiten. Für die lautesten Lacher sorgte Hakan Yakin mit bekannten Sprüchen wie: «wa solli sagä» oder «okee», in Kombination mit sehr reduzierten Aussagen. Ihn imitierte David Bröckelmann genau so akzentfrei und frei wie die anderen zwölf Personen im Stück.

Auch ein Theaterstück

Dass die Kulturkomission Wollerau nicht nur einen bekannten Parodisten in die MGH geholt, sondern gleichzeitig einen begnadeten Theaterschulabsolventen engagiert hatte, kam ebenfalls deutlich zur Geltung. David Bröckelmann integrierte seine Figuren zwar in völlig zusammenhangslose, abstrakte Szenen, doch als Ganzes handelte es sich sehr wohl um ein Theaterstück, in welchem der Hausmeister des Theaters für den im Stau steckenden, «wahren» Bröckelmann einspringen muss und schliesslich sogar zum Direktor befördert wird.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

26.03.2012

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schwyzkultur.ch/Ff9Yek